Gesperrt: Der Elsesportplatz ist häufig nicht bespielbar. Das soll sich mit Kunstrasen ändern. Foto: Ulrich Finkemeyer - © Ulrich Finkemeyer
Gesperrt: Der Elsesportplatz ist häufig nicht bespielbar. Das soll sich mit Kunstrasen ändern. Foto: Ulrich Finkemeyer | © Ulrich Finkemeyer

Kirchlengern Sportplatz eventuell ohne Vereinsanteil

Sportausschuss: Die Mitglieder haben keine Entscheidung zum Elsesportplatz getroffen, sondern einen neuen Auftrag an die Verwaltung formuliert. Davon könnte der FC RW Kirchlengern künftig aber profitieren

Katharina Georgi

Es ist eine Rolle rückwärts, aber eine, die den Verein FC Rot-Weiß Kirchlengern entlasten soll: Bislang war der Plan von Gemeinde und Sportausschuss, dass der Verein als Bauherr für die Umwandlung des Elsesportplatzes in einen Kunstrasenplatz auftreten soll, um Zuschüsse zu bekommen. Jetzt stellt sich heraus: Zuschüsse gibt es keine oder nur sehr gering. „Der Verein soll darum an den Kosten nicht beteiligt werden", trug Günter Stuke einen Vorschlag der SPD vor. Die ursprüngliche Idee war eigentlich, dass der Verein als Bauherr auftritt, um Fördergelder in Höhe von 114.000 Euro vom Kreis Herford zu bekommen. Der zusätzlich benötigte Kredit in Höhe von 456.000 Euro soll von der Gemeinde getilgt werden. Bereits im Dezember stand fest: Das ist so nicht möglich. Denn: Laut Förderrichtlinien „muss eine Anlage mindestens 20 Jahre nach Erteilung des Bewilligungsbescheides (...) erhalten bleiben". Das Problem: „Für Kunstrasenplätze gibt es eine Höchstnutzungsdauer von 15 Jahren", erläuterte Michael Höke, Fachbereichsleiter für Sport in der Verwaltung. Die Verwaltung möchte dazu noch einen Ausnahmeantrag stellen, weiß aber nicht, ob der angenommen wird. Trotzdem wurde der Plan, den Verein als Bauherren auftreten zu lassen, weiter verfolgt. Verschiedene Modellrechnungen folgten. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass der Verein über einen Zeitraum von 15 Jahren jährlich im Schnitt rund 4.000 Euro an Zinsbelastung tragen müsste. Dafür würde die Gemeinde eine Bürgschaft übernehmen, sollte der Verein das Geld nicht aufbringen können. Überhaupt müsste der FC RW Kirchlengern dafür seinen Mitgliedsbeitrag erhöhen. Unzufrieden mit aktueller Lösung „Wir haben Kompromisse zu tragen, sind damit aber auch einverstanden", formulierte Jörg Große-Wortmann als Vorsitzender bei einer Unterbrechung der Sitzung den Standpunkt des Vereins. Für den Verein sei Eile geboten, weil er Probleme habe, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten: „Einige reisen quer durch den Kreis zum Training". Trotzdem mahnte Günter Stuke anschließend, dass die derzeitige Lösung – ohne den anfänglichen Gedanken der Förderung – den Einstieg in eine Beteiligung der Vereine an den Kosten vollziehe. „Wir wollen die Vereine nicht zur Kasse bitten", betonte er. Das sei nicht die Absicht hinter der eingangs erklärten Idee gewesen. Der sachkundige Bürger Ingo Scheiding warnte ebenfalls davor, einer Gebührenordnung Tür und Tor zu öffnen. Gleichwohl, so Stuke, solle die Entscheidung auch nicht auf die lange Bank geschoben werden. Ob die Gemeinde nicht bis zur Sitzung des Hauptausschusses am folgenden Tag, aber spätestens bis zum Rat am 22. Februar, prüfen könne, ob der Verein als Bauträger auftreten, die Gemeinde aber die Gesamtkosten tragen könne? Rechtliche Prüfung bis zur Ratssitzung Obwohl die CDU- und UWG-Fraktion dem ersten vorgestellten Vorschlag zunächst zustimmen wollten, möchten sie die weitere Prüfung der Gemeindeverwaltung abwarten. In der Hauptausschusssitzung am gestrigen Abend stellte Michael Höke die neue Rechnung dann vor. Eine rechtliche Prüfung soll bis zur Ratssitzung in der kommenden Woche erfolgen. Die Mitglieder des Rates hätten – auch ohne den neuen Vorschlag – in der Sitzung sowieso über den ersten Vorschlag abstimmen müssen. Daher gerät der Ablauf nicht in Zeitverzug durch den neuen Vorschlag.

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