aqua Fun - © 2015 foto@agm-foto.de
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Kirchlengern SPD kritisiert Pläne fürs Aqua Fun

Kommunalpolitik: Für die Sozialdemokraten ist das aktuelle Vorgehen falsch. Es sollte keine große Variante, sondern vielmehr eine Basis mit möglichen Erweiterungen geplant werden

Katharina Georgi

„Was braucht Kirchlengern", fragen sich die Sozialdemokraten mit Blick auf die Pläne für ein neues Aqua Fun. Ob es wirklich Saunabereich und Fitnessstudio sein müssen, wie die Gemeindeverwaltung jüngst mitteilte, ist für die SPD fraglich. „Die Pläne gehen uns schon viel zu weit", sagt Stefan Tödtmann, Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Gemeinderat. Natürlich stehe man grundsätzlich noch hinter einem Neubau. In erster Linie soll damit aber das Vereins- und Schulschwimmen sichergestellt werden. „Wir sehen aber große Gefahren und hegen Bedenken, dass uns das Projekt finanziell um die Ohren fliegt", sagt Tödtmann. Es könne nicht die Aufgabe einer Gemeinde wie Kirchlengern sein, eine Wellness-Oase zu erschaffen. Bedenken vor allem deshalb, weil zunächst eine große Variante des Schwimmbades geplant werden soll – mit Gastronomie, Sauna- und Fitnessbereich. Schon im Mai aber hatte die SPD versucht, den Weg anders zu gehen. Ein Generalplaner sollte gemeinsam mit den Fraktionen eine tragfähige Badvariante erarbeiten – und eben nicht die größtmögliche. Abschreibungszeitraum zu lang Ein Dorn im Auge der Fraktion ist auch die Abschreibungssituation. Laut der Richtlinien des neuen kommunalen Finanzmanagements (NKF), die das Land herausgegeben hat, dürfen die Abschreibungen für ein kommunales Bad zwischen 40 und 70 Jahren andauern. Die Gemeindeverwaltung hat sich in diesem Fall für eine längere Frist innerhalb der Planung entschieden, also 60 Jahre. „Der Zeitraum ist zwar zulässig, aber wenig realistisch", sagt der Fraktionsvorsitzende. Unterstützt wird seine Fraktion dabei vom Bund der Steuerzahler, der diesen Zeitraum ebenfalls als zu lang kritisiert hat. Der empfehle einen Zeitraum von 40 bis 45 Jahren. „Die von der Verwaltung favorisierte Lösung verschiebt das Problem für die Zukunft", findet Tödtmann. Besonders ärgern sich die Sozialdemokraten aber über die nicht vorhandene Diskussionskultur. „Man debattiert nicht. Stattdessen wird uns nur vorgeworfen, die Verhinderer zu sein." Es gebe eine Ignoranz der Mehrheit, mit der Opposition eine Diskussion zu führen. Darauf hatte die SPD auch schon deutlich in ihrer letzten Haushaltsrede verwiesen und aus diesen Gründen dem Haushalt 2018 nicht zugestimmt. Das Bad wolle man lange und erfolgreich betreiben, und zwar „ohne dass es durch Wellness-Komponenten verwässert wird." So wie bisher geplant werde, würde man in eine Finanzfalle tappen, an der die Gemeinde noch zu knapsen habe, „wenn der Bürgermeister längst nicht mehr Amtsinhaber ist."

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