Kirchlengern Fraktionen sind uneinig bei weiterer Planung zum Aqua Fun

Die Verwaltung möchte die teuerste Variante in Planung geben, und später Module zu- oder abwählen. Die Sozialdemokraten wollen vorher eine Entscheidung

Katharina Georgi

Einst waren es mehrere Varianten, die dem Rat der Gemeinde Kirchlengern für einen Neubau des Aqua Fun vorgelegt wurden. Einstimmig wurde jedoch beschlossen, die teuerste Variante mit all ihren Möglichkeiten in einer Studie zu prüfen. Denn kann die gebaut werden, gilt das auch für alle anderen. Das beauftragte Ingenieurbüro hat jetzt eine Empfehlung ausgesprochen. Aufgrund von Topographie sowie der Lage zu Freibad und Liegewiesen wird ein Baufeld im Norden des Geländes empfohlen (siehe Karte). Dem wollen alle Fraktionen im Hauptausschuss auch folgen. Über das weitere Vorgehen herrscht aber Uneinigkeit. „Wir stehen dazu, wir wollen ein neues Aqua Fun", betonte Detlef Kaase, Fraktionsvorsitzender der CDU. Noch habe man keine genaue Kostenaufstellung und wolle die zunächst abwarten. Die grobe Schätzung, die derzeit vorliegt, „halte ich nicht für seriös", so seine Einschätzung. Die SPD sagt zwar „auch Ja zum Aqua Fun", so der Fraktionsvorsitzende Stefan Tödtmann. Allerdings habe man darum gebeten, bei der Machbarkeitsstudie auch die weitere Wirtschaftlichkeit zu prüfen und fortzuführen. Das sei aber leider nicht geschehen. Weder für die jetzt geprüfte noch für die anderen Varianten: „Wir können jetzt nicht sagen, was wir wollen", so sein Fazit. Und das sollte man erst genau wissen, bevor weitere Aufträge vergeben werden. Die Verwaltung hingegen verweist darauf, dass erst eine Vorplanung mit Kostenschätzung eine genauere Konzeption ermögliche. „Sie haben immer wieder die Möglichkeit, Eingrenzungen bei der Planung vorzunehmen", erklärte Projektleiter Stefan Junkermann. Der Neubau sei ein gestufter Prozess, derzeit befinde man sich noch bei der Grundlagenermittlung mit einem groben Kostenrahmen. Phase zwei sieht die Vorplanung mit Kostenschätzung vor, Phase drei eine Entwurfsplanung mit Kostenberechnung. Der nächste Schritt, die Planung zu vergeben, bedeute nicht, dass die Dinge feststehen. „Wenn wir Phase drei erreichen, wird man voraussichtlich eine Aussage zu den Kosten treffen können", so Junkermann weiter. Dem gegenüber argumentierte Tödtmann, dass die Sozialdemokraten vielmehr schon jetzt, vor der weiteren Planung, über die Wirtschaftlichkeit und weitere Komponenten sprechen wollen. Denn, auch das hatten die Fraktionen gemeinsam beschlossen, den jetzigen Zuschussbedarf von 800.000 Euro pro Jahr wolle man auch mit einem Neubau nicht überschreiten. „Dieses Projekt belastet auch mit neuen Straßen, Parkplätzen und so weiter den Haushalt insgesamt", so Tödtmann. Wenn an anderen Stellen – wie der aktuell diskutierten Musikschule – eingespart werde, müsse man auch beim Aqua Fun mit den Zahlen genau sein. „Wir sind noch im Bereich der Glaskugel", hielt Bürgermeister Rüdiger Meier dagegen. Über Kosten könne noch gar nicht konkret gesprochen werden. Sondern erst dann, wenn die Planungen ausgeschrieben werden. Wenn es so weit ist, sollte ein Planungsbüro aber auch die vorgestellten Alternativen mitsamt Kostenschätzung und Wirtschaftlichkeit planen, unterstützte Günter Stuke seinen Parteigenossen Tödtmann. „Damit wir eine Reißleine haben." Und einen Plan B. Die Dinge müssten schon jetzt überdacht und bewertet werden. Michael Schmale (UWG) konnte den Bedenken der SPD folgen. „Ich befürchte, wir werden mit 800.000 Euro Zuschuss nicht hinkommen. Dann werden wir eben dann die Reißleine ziehen", sagte er. Und: „Es kann nicht sein, dass alle Kinder der Gemeinde zwar schwimmen lernen, aber sich am Ende die Badehose nicht leisten können." Die Grünen werden zunächst ebenfalls bis zur Phase drei den Beschlussvorschlag mittragen, sagte Burkhard Scheiding. Erklärte aber auch, dass er eine „Reißleine", ebenso wie seine Vorredner, für wichtig halte. Die Informationen aus dem Ausschuss sollen nun zunächst in den Fraktionen erläutert werden, bevor in der kommenden Ratssitzung am Donnerstag, 27. Mai, ein Beschluss gefasst werden soll.

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