Zum traditionellen Essen der CDU im Freihof hatten Gunthild Kötter (3. v. l.), Ulrich Hempelmann, Tim Ostermann, Ulrich Heinze und Marcus Söhnchen (v.l.) eingeladen. Serviert wurde von Manfred Stranghöner (2. v. l.) und seinem Team Julia Horn, Jasmin Münk, Sofia Puhl (v. l.). - © FOTO: HAGEN
Zum traditionellen Essen der CDU im Freihof hatten Gunthild Kötter (3. v. l.), Ulrich Hempelmann, Tim Ostermann, Ulrich Heinze und Marcus Söhnchen (v.l.) eingeladen. Serviert wurde von Manfred Stranghöner (2. v. l.) und seinem Team Julia Horn, Jasmin Münk, Sofia Puhl (v. l.). | © FOTO: HAGEN

Hiddenhausen "Einer muss die Zeche zahlen"

Nachdenkliche Töne von Marcus Söhnchen beim Grünkohlessen der CDU

Hiddenhausen. Grünes auf dem Teller - gern. Aber Grünes im Regierungsboot - eher nicht. Beim Grünkohlessen der CDU im Freihof kam die Kür vor der Pflicht. Das meistgereichte Herbstgemüse war auf den Punkt gegart, die Fleischzutaten delikat, der Senf scharf und die Optik des Tellerschmucks modern.


Nachdem die 70 Gäste sich satt gegessen hatten, gab’s auf Wunsch noch einen Verteiler, dann nahm Fraktionsvorsitzender Marcus Söhnchen die vergangenen elf Monate in den Blick. Wirklich Erfreuliches hatte er nicht zu berichten, sein Resumee klang eher resignativ.

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Den Grünen nicht hinterherlaufen

Der CDU-Bundestagskandidat für den Kreis, Dr. Tim Ostermann (Löhne), warnte die Runde vor der Annahme, dass bei den Grünen nun durch die Wahl Katrin Göring-Eckhard zur Spitzenkandidatin eine konservativere Grundhaltung eingekehrt sei. "Selbst wenn wir alle grünen Themen übernehmen, würde deren Klientel nicht die CDU wählen."

Ostermann empfahl, sich nicht in Koalitionsdebatten zu verlieren. "Unser Ziel muss sein, dass die CDU in Berlin stärkste Fraktion bleibt und wir im Kreis verlorene Punkte wiedergutmachen."(toha)

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"Entscheidungen zu treffen wird immer schwerer. Es fehlt uns einfach die finanzielle Beweglichkeit", sagte Söhnchen. "Für den Unterhalt der kommunalen Gebäude stehen nur 100.000 Euro zur Verfügung. Das ist bedenklich", sagte Söhnchen. Einen Haushalt werde es in diesem Jahr nicht mehr geben, dazu seien die Wirtschaftspläne zu spät übergeben worden. Nun wolle sich die Fraktion intensiv mit dem Zahlenwerk beschäftigen. Vor dem Hintergrund der finanziellen Schieflage habe er besonders die kritische Auseinandersetzung bei der Entscheidung pro oder contra Sporthallenneubau vermisst. "Die CDU hat sich intensiver mit den Zahlen beschäftigt als die SPD, deshalb waren wir wohl auch die Einzigen die gegen einen Neubau gestimmt haben. Nun ist die Karawane weiter gezogen", sagte Söhnchen. In öffentlichen Verfahren laufe die Sache nunmal anders als in der freien Wirtschaft oder im privaten Bereich.

Zwar seien die Zinsen bei kommunalen Krediten derzeit historisch günstig, doch treibe ihn das Kernthema Generationengerechtigkeit um. "Einer muss die Zeche zahlen, so wie es aussieht sind das unsere Kinder", vermutete Söhnchen. Derzeit profitiere Hiddenhausen vom Interkommunalen Gewerbegebiet Oberbehme, eine Wirtschaftskrise werde derzeit herbeigeredet. "Was uns am meisten belastet ist das massive Verkehrsaufkommen in der Großgemeinde. Klar sind wir für die Tunnellösung, doch jeder muss sich an die eigene Nase fassen, denn wir alle sind Teil des Staus", sagte Söhnchen.

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