Günter Wörmann berichtet im Erzählcafé im Holzhandwerks-Museum von der Arbeit mit Holz. - © FOTO: SCHULZ
Günter Wörmann berichtet im Erzählcafé im Holzhandwerks-Museum von der Arbeit mit Holz. | © FOTO: SCHULZ

Hiddenhausen Erzählcafé auf Reisen

Hiddenhausen. Am Samstag packte das Erzählcafé Alle ein, die mit wollten. Über 60 Sunderaner fuhren nach Hiddenhausen, um das Holzhandwerks-Museum zu besichtigen. Neben den Geschichten über die Ausstellungsstücke fielen ihnen wieder viele selbst erlebte Geschichten ein und machten diesen Besuch zu einem besonderen.

Günther Lücking, der jahrelang Vorsitzender des Fördervereins des Holzhandwerks-Museums war, hatte schon länger die Idee, das Museum zu besuchen. So freute sich besonders er über die große Anteilnahme der Sunderaner an der Fahrt. Im Museum berichtete er nach Kaffee und Kuchen über die Entstehungsgeschichte des Museums. Zahlen und Fakten konnte er aus dem Kopf erzählen. So berichtete er von seinem Freund Heinrich Müllmann, der die Idee dazu hatte. In seinem Keller habe er Holzhandwerks-Stücke gesammelt, bis seine Frau ihn zwang, diese auszulagern.

So eröffneten Müllmann, Lücking und zwei Weitere 1990 die erste Scheune des Museums, bald folgte die Zweite. Heute ist das Museum eine feste Institution in Hiddenhausen.

Eine Besonderheit: Das Museum finanziert sich selbst und bekommt keine staatliche Unterstützung. Und die Ausgaben sind nicht wenig, da im Jahr rund 6.000 Euro an Heizkosten anstehen. Das sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Denn es konnte nur erahnt werden, wie kalt es hier früher wohl war.

Damit jeder alles mitbekam, wurde die Gruppe von Pastor Spanhofer geteilt. Eine Hälfte führte Lücking, die andere der Vorsitzende des Fördervereins, Günter Wörmann, durch die beiden Scheunen des Museums. Dort gab es die bekannte Dauerausstellung mit den Geräten und Maschinen zu betrachten. Ebenso aber auch die Sonderausstellung "Lichteinfall". Die zeigte Lampen, die durch alte Holzstücke, wie zum Beispiel einen Holzschuh oder eine Holz-Lokomotive, ihre Besonderheit erhalten. Sie stehen zwischen den Geräten in beiden Scheuen und verliehen den Gebäuden eine gemütliche Atmosphäre.

Zwischendurch wurden Hobel und Holzschuhe in die Hand genommen und genauer betrachtet. Denn das Museum ist keines, in dem die Stücke hinter Glas stehen. Alle hier ausgestellte Dinge dürfen angefasst und auf ihre Echtheit geprüft werden.

Nebenbei hatte der ein oder andere Sunderaner noch interessante Geschichten zu erzählen. "Ach ja, die Holzschuhe", sagte eine Frau und erzählte von ihrem Sohn, der immer auf den Bolzplatz ging und damit die Laschen der Holzschuhe ruinierte. Aufwendig sei es gewesen, diese zu reparieren. Da konnten ihr einige Frauen zustimmen und alle staunten, wie lange das doch schon wieder her sei.

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