Ärgernis: Die Bremsschwellen sorgen laut Messung zwar für verringertes Tempo. Machen jedoch gleichzeitig viel Lärm. - © Alexander Jenniches
Ärgernis: Die Bremsschwellen sorgen laut Messung zwar für verringertes Tempo. Machen jedoch gleichzeitig viel Lärm. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Bremsschwellen auf der Mittelpunktstraße sorgen für Ärger

Anwohner beschweren sich erneut über großen Lärm wegen Bremsschwellen auf der Mittelpunktstraße in Lippinghausen. Die Verwaltung will Lösungsmöglichkeiten sondieren

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Die Bremsschwellen auf der Mittelpunktstraße in Lippinghausen sorgen weiter für Ärger bei den Anwohnern. Der Gemeindeentwicklungsausschuss beschäftigte sich am Montag erneut ausführlich mit dem Thema. Eine kurzfristige Lösung des Problems scheint zwar nicht in Sicht. Jedoch will die Verwaltung langfristig mit den Bürgern einen Konsens finden. Der Rat hatte sich bereits im Oktober intensiv mit einem Bürgerantrag bezüglich der Bremsschwellen beschäftigt. Die Schwellen, die im Volksmund auch liegende Polizisten heißen, sollen Autofahrer dazu zwingen, vom Gas zu gehen. An der Mittelpunktstraße befindet sich nämlich nicht nur eine Grundschule, sondern auch ein viel besuchter Sportplatz, den besonders Kinder und Jugendliche gerne nutzen. Eine Verkehrsberuhigung ist also allein schon aus Sicherheitsgründen notwendig. Als die Bremsschwellen aufgestellt waren, ergab sich jedoch ein weiteres Problem. Nach Angaben von Anwohner lassen sich Autofahrer nämlich durch die quer über die Straße verlaufenden Schwellen nur bedingt zum Langsamfahren zwingen. Problem ist demnach der Verkehr von der Bünder Straße. Von dort biegen Fahrer nämlich offensichtlich mit ordentlich Tempo in die Mittelpunktstraße ein und beschleunigten dann weiter bergab. Die Anwohner, die auch am Montag erneut in der Ausschusssitzung ihr Anliegen vortrugen, berichteten Zweierlei: Zum einen bremsen Autofahrer zwar vor den zwei Schwellen ab, beschleunigen jedoch danach bis zur nächsten Schwelle wieder erheblich, was zu erneuter Lärmbelästigung führt. Zum anderen „knallen", nach Darstellung einiger Straßenanlieger, Fahrzeuge mit so hoher Geschwindigkeit über die Bremsschwellen, dass „wir noch nicht mal mehr das Fenster aufmachen können, so laut ist das", wie eine Anwohnerin sagte. Besonders Fahrzeuge mit einem Anhänger sorgen demzufolge für Lärm, weil die Ladung in den Hängern scheppert. Nach einem Bürgerantrag im Oktober zum Umbau der Schwellen ließ die Verwaltung eine 24-Stunden-Verkehrmessung durchführen, um den verkehrsberuhigenden Effekt der Schwellen zu messen und bestätigen zu lassen. Die Ergebnisse trug Alexander Graf, neuer Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung, in der Sitzung am Montag vor. Fazit: Im Stichprobenzeitraum von 24 Stunden hat sich die durchschnittliche Geschwindigkeit auf der Mittelpunktstraße verringert. Und zwar von 44,6 km/h auf 31,6 km/h. Zudem fahren im Schnitt auf der Mittelpunktstraße nur noch 900 anstatt vorher 1300 Fahrzeuge im Zeitraum von 24 Stunden. Ein verkehrsberuhigender Effekt ist also laut Messung gegeben. Der Lärm an den liegenden Polizisten jedoch bleibt. Darüber hinaus berichtete ein Anwohner, dass schon mehrfach die beweglichen Begrenzungspfosten nach Kollision mit Fahrzeugen „durch die Gegen geflogen sind". Das wiederum ließ die Ratsmitglieder nachdenklich werden. Denn es wäre nicht auszudenken, wenn so ein fliegender Pfosten tatsächlich mal einen Fußgänger – gar ein Kind – treffen würde. Die Anwohner brachten die Anbringung von Blumenkübeln auf der Straße ins Spiel, anstatt der momentan installierten Bremsschwellen. Eine Art Slalomfahrt würde möglicherweise nicht nur Fahrer zwingen, vom Gas zu gehen. Auch das Knallen beim Überfahren der Bremsschwellen wäre dann passé. Der Gemeindeentwicklungsausschuss beschloss mit einer Gegenstimme, die Situation zu beobachten, jedoch zunächst alles beim Alten zu belassen. Die Abteilung Straßenbau- und -unterhaltung bekam den Auftrag, Lösungsmöglichkeiten zu sondieren.

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