Gut gelaunt: Der Ausblick ist positiv. Das sehen auch so (v.l) Heinrich Peter Wehrmann (Edeka Wehrmann), Uwe Hülsmann (Gartenwelt Hülsmann), Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer, Rainer Döring (Expert Döring), Michael Wunram (Eggersmann), Harald Grefe (IHK) und Andreas Gehring (Remmers). - © Alexander Jenniches
Gut gelaunt: Der Ausblick ist positiv. Das sehen auch so (v.l) Heinrich Peter Wehrmann (Edeka Wehrmann), Uwe Hülsmann (Gartenwelt Hülsmann), Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer, Rainer Döring (Expert Döring), Michael Wunram (Eggersmann), Harald Grefe (IHK) und Andreas Gehring (Remmers). | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen IHK-Ranking: Wirtschaftsstandort Hiddenhausen belegt kreisweit den dritten Platz

Es fehlen schnelles Internet und Fachkräfte

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Die Industrie und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen-Lippe hat den Wirtschaftsstandort Kreis Herford untersucht. Sie befragte Unternehmen danach, wie zufrieden sie mit den einzelnen Städten und Gemeinden sind. Die Gemeinde Hiddenhausen kam dabei mit einer Note von 2,6 auf Rang drei. Davor lagen nur noch Rödinghausen (2,2) und Kirchlengern (2,3). Mitarbeiter der IHK stellten gestern in den Räumen der Firma Remmers Industrielacke (vormals 3H-Lacke) die Ergebnisse für Hiddenhausen im einzelnen vor. Hiddenhausen ist ein Standort, an dem Unternehmen besonders Kundennähe, Einkaufsmöglichkeiten und die Straßenanbindungen schätzen. Sie schätzen auch das Standortimage der Region Ostwestfalen-Lippe. Kritik jedoch gibt es an der Höhe der Gewerbesteuer. Bei der Untersuchung wurde ebenso deutlich, dass die Befragten neben dem Beruf auch wert auf Lebensqualität legen. So sehen sie weitere Stärken in Faktoren, die ins Private hineinreichen und nicht unmittelbar mit der Arbeit zu tun haben. Sie finden es positiv, dass es Betreuungsangebote für pflegebedürftige Angehörige gibt und die Gemeinde gute Sport- und Freizeitmöglichkeiten bietet. 89 Prozent aller Firmen würden erneut nach Hiddenhausen kommen Harald Grefe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK in Ostwestfalen-Lippe, sagte: "Auch die Wirtschaftsfreundlichkeit von Bevölkerung, Politik und Verwaltung wird im Kreisvergleich ebenfalls durchweg positiv gesehen." Bei der Befragung kam auch ein Ergebnis heraus, das die heimischen Politiker sowie Verwaltung und alle diejenigen freuen wird, die für den Bereich Wirtschaftsförderung zuständig sind: Denn 89 Prozent der befragten Firmen würden sich wieder für die Gemeinde Hiddenhausen als Standort entscheiden. Das ist der absolute Spitzenwert im Kreis Herford. Nirgendwo sonst erreichen eine Stadt oder Gemeinde eine so hohe Prozentzahl und damit Zufriedenheit. Fünfzehn Unternehmen wollen sich in den nächsten fünf Jahren sogar vergrößern. Rainer Döring, Geschäftsführer von Expert Döring und einer derjenigen, die das Ergebnis mit der IHK und Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer diskutierten, kommentierte die große Zufriedenheit mit den Worten: "Wenn man diese Zahl von 89 Prozent so sieht, scheint die Gemeinde Hiddenhausen ja eine Menge richtig zu machen." Wer weiterhin erfolgreich sein will, muss früher oder später wachsen. Das gilt auch für Hiddenhausen. Und so ist einer der Ratschläge der IHK, dass die Gemeinde ihre große Chance nutzen sollte und Unternehmen Flächen zur Expansion zur Verfügung stellt. Der Appell richtet sich gleichzeitig ans Land Nordrhein-Westfalen, denn eine Gemeinde alleine kann das nicht leisten. Neben diesen durchweg positiven Ergebnissen sehen die befragten Firmen auch Ansätze für Kritik. Es gibt nämlich offensichtlich nicht genügend qualifizierte Fachkräfte in Hiddenhausen. Die Unternehmen haben zusehends Probleme gut ausgebildetes Personal zu finden. Gemeinde und IHK wollen mit Land und Bund Faktoren verbessern Die Autoren der Umfrage sehen darin aufgrund des demografischen Wandels - sprich einer alternden Bevölkerung - ein wachsendes Problem für die Zukunft. In der Natur der Sache liegt es auch, dass Unternehmen sich chronisch zu hoch besteuert fühlen. Und so gab es unter den Befragten auch Kritik an der Gewerbesteuer. Allerdings rangiert sie nirgends auf Platz eins der Prioritätenliste. Wichtiger sind den Befragten eine gute Breitbandversorgung, also schnelles Internet. Kritik gab es neben dem Fachkräftemangel auch an der Ausbildungsreife von Jugendlichen in der Gemeinde. Harald Grefe von der IHK machte drauf aufmerksam, dass nicht alle Standortfaktoren von einer Kommune beeinflussbar sind. Demnach wollen die IHK und die Gemeinde Hiddenhausen gemeinsam mit Bund und Land ins Gespräch kommen, um die Standortfaktoren zu verbessern. Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer sagte: "Wirtschaft hat bei uns einen hohen Stellenwert. Wir sind in regelmäßigem Austausch mit unseren Betrieben. Die IHK-Analyse gibt Anhaltspunkte für Optimierung. Das wollen wir im Dialog mit den Firmen, Politik und der IHK weiter vorantreiben." In der Umfrage ging es um 36 Themengebiete. Durchgeführt und wissenschaftlich begleitet wurde sie vom Institut für empirische Wirtschaftsforschung und angewandte Statistik in Hannover. In Hiddenhausen beteiligten sich 48 Firmen an der Umfrage. Abrufen lassen sich die Ergebnisse bei der IHK unter www.ostwestfalen.ihk.de

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