Hiddenhausen Heimatverein plant die Einführung von Plattdeutschen Ortseingangsschildern

Willkommen in Hiddenhussen

Ekkehard Wind
Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Hiddenhausen. Christa Gante hat aufgehorcht, als kürzlich die Neue Westfälische und andere Medien darüber berichteten, dass die neue Heimatministerin des Landes, Ina Scharrenbach, dafür sorgen will, dass niederdeutsche Zusatzbezeichnungen auf Ortseingangsschildern in Nordrhein-Westfalen künftig erlaubt sein sollen, wenn die jeweilige Kommune es wünscht. "Bei uns ist das ja schon seit Jahren Thema", sagt die Vorsitzende des Heimatvereins Eilshausen. Bürgermeister ist offen für die Idee "Die örtlichen Vereine in der Großgemeinde werden sich demnächst zu dem Thema beraten. Wir wollen alle an einen Tisch bekommen", kündigt sie an. "Meine Idee ist, dass dann in allen sechs Dörfern die plattdeutschen Namen auf den Ortsschildern stehen sollen." Nach ihrer Erinnerung hat es aus Eilshausen schon vor acht Jahren einen vergeblichen Vorstoß in diese Richtung gegeben. In der kommenden Woche wird Christa Gante darüber mit Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer sprechen. "Ich bin dafür offen", sagte der auf NW-Anfrage. "Das Interesse muss aber aus der Gemeinde kommen und nicht von der Verwaltungsspitze." Er erinnert sich, dass es vor einigen Jahren aus Lippinghausen einen entsprechenden Vorstoß gegeben habe. Damals waren die plattdeutschen Ortsnamen aber noch nicht genehmigungsfähig. Für das Anliegen hatten sich auch der Kreisheimatverein, der Spenger Plattdeutsch-Experte Gerhard Heining und andere Mitstreiter schon vor einigen Jahren stark gemacht. Der damalige Landrat Christian Manz, die heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück und Christian Dahm sowie auch CDU-Politiker aus anderen Regionen hätten sich für die Idee eingesetzt. "Die Gemeinde Rödinghausen stellte dann konkret einen Antrag, die Ortsschilder mit dem plattdeutschen Namen zu versehen. Am Ende wurde dies nicht erlaubt", erinnert sich Heining. Das Verkehrsministerium habe damals sein Veto eingelegt mit der Begründung, die Verkehrsteilnehmer könnten durch die Bezeichnung auf den Ortsschildern verunsichert werden. "Eine skurrile Begründung", findet der Spenger noch heute. "Zumal beispielsweise Niedersachsen oder Schleswig-Holstein nicht so ängstlich waren und die Bezeichnungen auf den Schildern erlaubten", sagt Heining, der sich auf vielfältige Art und Weise fürs Plattdeutsche stark macht. "Jetzt Butter bei die Fische" "Wir hatten das Vorhaben mit den Ortsschildern eigentlich schon ad acta gelegt", sagt Heining, der Vorstandsmitglied der Fachstelle für Niederdeutsch im Westfälischen Heimatbund ist. "Nur wenn jetzt in der Landespolitik Wert auf Heimat gelegt wird, dann bitte jetzt auch Butter bei die Fische." Es komme nun darauf an, dass die Heimatministerin zu ihrem Wort stehe. Das Vorhaben, die Zusatzbezeichnungen auf die Ortsschilder zu bekommen, sei ein Mosaikstein im vielfältigen Bestreben, die plattdeutsche Sprache als Kulturgut im Bewusstsein der Menschen zu verankern, sagt Heining. Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen wären, müssten sich bei Bedarf die einzelnen Kommunen mit dem Thema befassen. Christa Gante hat noch ein anderes Thema mit dem Hiddenhauser Bürgermeister zu besprechen, bei dem es darum geht, bei Landesbehörden Überzeugungsarbeit zu leisten. Sie möchte gerne das Eilshauser Ortswappen im zentralen Beet des Kreisverkehrs an der Kirche präsentieren. Bisher, so Gante, hat sie von Straßen.NRW dafür keine Genehmigung in Aussicht gestellt bekommen. Vorbild soll der Kreisverkehr im Interkommunalen Gewerbegebiet Oberbehme sein, wo die Wappen der beteiligten Gemeinden Kirchlengern und Hiddenhausen auf Stelen vertreten sind. Als positives Beispiel, dass etwas möglich ist, wertet sie auch den Brauereikessel im Kreisel in Sundern. Christa Gante weiß: "Das geht nicht von heute auf morgen." Doch sie kann bekanntlich beharrlich sein.

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