Experten: Heinz Willer (links) und Günter Wörmann haben viele Werkzeuge aus ihrem Speicher geholt und bereitgelegt. Ab Sonntag stehen die historischen Exponate zum Verkauf. - © Alexander Jenniches
Experten: Heinz Willer (links) und Günter Wörmann haben viele Werkzeuge aus ihrem Speicher geholt und bereitgelegt. Ab Sonntag stehen die historischen Exponate zum Verkauf. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Holzhandwerksmuseum versteigert bis zu 120 Jahre alte Werkzeuge

Die Werkzeuge sind allesamt funktionsfähig und auch sehr dekorativ

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Wer sich für historische Werkzeuge interessiert, der sollte am Sonntag im Holzhandwerksmuseum an der Maschstraße vorbeischauen. Denn die Mitglieder des Museumsvereins haben ihren Speicher aufgeräumt und dabei eine Menge interessante Dinge zutage gefördert. Die alten Werkzeuge sind alle noch benutzbar. Man kann sie sich auch als Schmuckstück an die Wand hängen. Einige der Exponate sind rund 120 Jahre alt. Günter Wörmann und Heinz Willer vom Holzhandwerksmuseum haben alles ordentlich sortiert: Stecheisen, Bohrleiern und Holzschraubzwingen liegen fein säuberlich aufgereiht und warten auf ihre neuen Besitzer. Günter Wörmann: "Wir haben viele Exponate mehrfach hier und dachten uns, vielleicht interessieren sich andere Leute ja auch dafür. Deswegen stehen sie jetzt zum Verkauf." Was da auf dem Speicher des Museums lange Zeit verborgen lag, hat historischen Wert. Das genaue Fertigungsdatum des hölzernen Hobels zum Beispiel lässt sich zwar nicht mehr feststellen. Die Sammler vom Holzhandwerksmuseum taxieren ihn allerdings auf eine Zeit vor 1900. Er hat sogar noch Holzgewinde. Heinz Willer: "Hier, die Schneide am Hobel ist zwar ein bisschen stumpf und müsste mal geschliffen werden. Ansonsten funktioniert das Gerät einwandfrei und kann nach wie vor zum Arbeiten benutzt werden." Das gilt für alle Stücke, die das Holzhandwerksmuseum jetzt anbietet. Das Zugeisen von 1930 ist zwar ein bisschen angerostet, schneidet aber Holz noch tadellos. Als Heinz Willer es sich vornimmt und ein paar Züge damit tut, fallen die ersten Späne. Zum Verkauf kommen auch jede Menge alte Hämmer, Sägen, Stecheisen und Bohrer - genauer gesagt Bohrleiern. Das sind alte Handbohrer, an denen man kräftig kurbeln muss, bevor ein Loch entsteht. Besonders Kinder haben bei öffentlichen Veranstaltungen des Museums stets eine Menge Spaß damit. Der Verkauf der historischen Exponate startet am Sonntag und geht dann - ebenfalls immer sonntags - bis zum 7. Januar zu den normalen Öffnungszeiten von 14 bis 17 Uhr. Wer einen längeren Nachmittag im Museum plant, kann sich zwischendurch im "Café Alte Werkstatt" stärken. Am 24. Februar bietet das Holzhandwerksmuseum etwas Außergewöhnliches: Dann kommt nämlich ein Bogenbauer und zeigt, wie sich aus Holz solch ein Sportgerät herstellen lässt. Nähere Infos unter museum.woodtuner.de.

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