Herumgekommen: Fotografenmeister Stephan Sagurna hat drei Jahre lang den gesamten Kreis Herford bereist. Seine Bilder, die er gestern im Rathaus Hiddenhausen aufgehängt hat, sind dort ab heute zu sehen. - © Alexander Jenniches
Herumgekommen: Fotografenmeister Stephan Sagurna hat drei Jahre lang den gesamten Kreis Herford bereist. Seine Bilder, die er gestern im Rathaus Hiddenhausen aufgehängt hat, sind dort ab heute zu sehen. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Fotoausstellung über den Kreis Herford im Hiddenhauser Rathaus zu sehen

Dokumentation: Der Fotografenmeister Stephan Sagurna hat drei Jahre lang den Kreis Herford bereist. Es traf viele Menschen und hat ihre Mentalität schätzen gelernt

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Ein Blick in das Holzhandwerkmuseum, lichtdurchflutete Schularchitektur, ein Porträt mit Bierkisten oder die Kirche im Fokus - fotografiert, als ob die Zeit stehengeblieben wäre. Die Fotoausstellung "Der Kreis Herford" wird heute um 19 Uhr in der Rathausgalerie von Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer eröffnet. Eine Einführung gibt der Fotograf Stephan Sagurna. Seine Motive sind vielfältig und meist situativ entstanden. Über drei Jahre lang war Stephan Sagurna vom Medienzentrum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) auf Motivsuche im Kreisgebiet unterwegs. Über 400 Fotos sind dabei entstanden. Eine Auswahl davon ist bis zum 22. Dezember im Rathaus Hiddenhausen zu sehen. Ein Blick auf Gebäude, Menschen und Landschaften "Ich hatte eine lange Liste von Motiven. Zusammengestellt wurde sie in Kooperation mit dem Kreis Herford. Wichtig war uns ein besonderer Blick auf Gebäude, Menschen und Landschaft. Zahlreiche Firmen, Institutionen und Privatpersonen haben uns dabei unterstützt. Bei vielen Bildern sind dadurch kleine Geschichten entstanden, die diese Fotografien erzählen. Das macht den besonderen Wert der Bilder aus. Und ich hoffe, dass der Funke auch für den Betrachter überspringt", sagt Sagurna. Er erzählt von Pfarrer Ulrich Rottschäfer, der eigens für einen Fototermin die historische Kirchenuhr aufzog. Mit Handkurbel und vollem Körpereinsatz, so wie es das alte Uhrwerk von 1887 verlangt. Sagurna arbeitet für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Fotografenmeister in dessen Medienzentrum. Seine Bilder werden dort auch über die Online-Datenbank des LWL zugänglich gemacht, erklärt Hermann-Josef Höper, Produktionsleiter des LWL-Medienzentrums. "Fotografie ist Zeichnen mit dem Licht - es ist eine Freude, den Kreis Herford auf diese Art und Weise zu betrachten. Für mich zeigt sich im Kreis eine sehr schöne Landschaft, mit bodenständigen und herzlichen Menschen. Vor allem architektonisch ist viel Altes und Historisches zu sehen - viel Tradition, die sich dem Neuen aber nicht verwehrt." Mit den Fotos dokumentiert der LWL nicht nur, sondern gewährt auch Schulen und anderen Institutionen Zugriff auf die Fotos in der Online-Datenbank des Medienzentrums. Nach gut einem Jahr auf Wanderschaft durch den gesamten Kreis Herford wird die Fotoausstellung nun im Hiddenhauser Rathaus ihre letzte Station haben. Dabei änderte sie ihr Erscheinungsbild von Station zu Station. Durch die lokale Anpassung der Bildauswahl ergibt sich auch in Hiddenhausen wieder ein frischer und neuer Eindruck der Präsentation. "Zudem findet das Finale der Wanderausstellung dieser Fotografien aus dem Kreis Herford an einem Ort statt, der mit der Rathaus-Galerie Hiddenhausen nicht nur bestens geeignet, sondern auch höchst angemessen für die Präsentation von Fotografie ist", sagt Fotografenmeister Sagurna. "Fotografie hat in Hiddenhausen Tradition, das haben die Vorgespräche mit dem Kulturamt hier gezeigt. Unter dem Slogan 'Kultur in der Provinz' war in Hiddenhausen bereits das eine oder andere fotografische Highlight zu sehen. Das Selbstverständnis, wie man in Hiddenhausen mit Kultur und insbesondere mit der Fotografie umgeht, überrascht und erfreut mich." Ich habe die Menschen im Kreis Herford schätzen gelernt Fotograf Sagurna hat bei seiner dreijährigen Tour durch den Kreis Herford eine Menge Anekdoten gesammelt. Zum Beispiel in der Brauerei Felsenkeller: "Ich habe mehrere Stunden direkt neben den Sudkesseln verbracht. Am Ende des Tages hatte meine Ausrüstung den Biergeruch so stark angenommen, dass ich dachte: Hoffentlich gerate ich jetzt nicht in eine Polizeikontrolle." Die Menschen, die er abgelichtet hat, sind ihm allesamt in guter Erinnerung geblieben: "Alle, die sich für mich vor die Kamera gestellt haben, sind mir sehr offen begegnet. Ich habe die Menschen hier im Kreis Herford wirklich schätzen gelernt."

realisiert durch evolver group