Nachwuchsgärtner: Die Regenbogen-Grundschüler übergeben ihren Garten der neuen dritten Klasse. Sie haben als Pioniere den Garten mit aufgebaut und bepflanzt. - © Alexandra Golfinger
Nachwuchsgärtner: Die Regenbogen-Grundschüler übergeben ihren Garten der neuen dritten Klasse. Sie haben als Pioniere den Garten mit aufgebaut und bepflanzt. | © Alexandra Golfinger

Schweicheln Grundschule Schweicheln bewirtschaftet eigenen Gemüsegarten

Der Förderverein und Sponsoren unterstützen das Projekt

Alexandra Golfinger

Schweicheln-Bermbeck. Wie wächst eigentlich eine Zucchini und was passiert, wenn man einen Samen einpflanzt? Fragen wie diesen gehen die Schüler der Regenbogen-Grundschule in Schweicheln in ihrem eigenen Gemüsegarten nach. Das Projekt startete im April mit der dritten Klasse. Die Schüler haben als Pioniere des Projekts den Garten mit aufgebaut und gepflegt. Nun, da sie in der vierten Klasse sind, darf sich die neue dritte Jahrgangsstufe um die kleinen Beete kümmern. Das Projekt wird vom Förderverein der Grundschule mit jährlichen Kosten von 2.000 bis 2.500 Euro finanziert. „Wir finden, dass die Kinder die Möglichkeit brauchen, die Natur besser kennenzulernen. Sie sollen lernen, dass das Essen nicht nur aus dem Supermarkt kommt", sagen die Vorsitzenden Asterios Alexopoulos und Maik Windmann. Die Initiative für den Gartenbau kam von der Schulleiterin Kerstin Gerkensmeier. Zusammen mit der Gärtnerin und Fachkraft für Psychomotorik, Monika Knebel, wurde das Projekt konzipiert und von Lehrerin Petra Schinke unterstützt. „Als wir nach Sponsoren gesucht haben, meldeten sich direkt viele Unternehmen, die das Projekt ganz toll fanden", sagt Knebel. Für den Aufbau steuerten die Sparkasse, die Werre Apotheke, Gartenbau Behrens, das Tiefbauunternehmen Schmellick, die Jugendhilfe Schweicheln, Eggersmann Küchen und weitere ortsansässige Unternehmen ihre Hilfe bei. Die Werner Besch GmbH reaktivierte ehrenamtlich den Brunnen, der zum Bewässern genutzt wird. Das Grundstück für den Garten stellt der Besitzer Jobst-Ulrich Lange für acht Jahre frei zur Verfügung. Im April pflanzten die Schüler die ersten Samen ein. Im Mai wurde dann der Garten angelegt. Der Förderverein und die Eltern stellten einen Zaun auf und die Kinder pflanzten mit Monika Knebel die Setzlinge ein. „ Die Kinder haben total gestaunt, dass aus einem kleinen Samen, eine große Pflanze wachsen kann. Sie wollten gar nicht mehr aus dem Garten raus," sagt sie. Einmal wöchentlich haben die Schüler eine Doppelstunde, in der sie sich um den Garten kümmern und Dinge über Pflanzen lernen. In den Sommerferien gab es einen Bewässerungsdienst, die Kinder kamen mit ihren Eltern sogar freiwillig zum Gießen. Das Gemüse kann von der ganzen Klasse genutzt werden. Dieses Jahr konnten Sonnenblumen, Koriander, Petersilie, Tomaten, Gurken, Zucchinis, Physalis, Himbeeren und vieles mehr geerntet werden. Für den Winter werden die neuen Schüler die Beete mit Gründünger bepflanzen, wofür sich Klee und Lupinen gut eignen. „Die Kinder lernen nicht nur mehr über Pflanzen, sondern auch die Motorik und die Sinneswahrnehmung werden gestärkt. Durch die Arbeit spüren die Kinder ihre Muskeln und ihren Körper und befinden sich dabei viel in der Natur. Da interessieren sie Dinge wie das Smartphone gar nicht mehr", sagt Gartentherapeutin Monika Knebel. Knebel setzt sich bei der Umwelt-Bildungs-Initiative OWL und der BAG Schulgarten e.V. für weitere Gartenprojekte in anderen Schulen ein. Der Spaß und das Staunen der Schüler ist für sie Beweis genug, dass solche Projekte wichtig für Kinder sind. „In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg besitzen schon circa 80 Prozent der Schulen eigene Gemüsegärten für den Unterricht. Das ist in NRW noch nicht so und das müssen wir ändern", sagen Alexopoulos und Knebel. In Zukunft soll noch ein Färbergarten eingerichtet werden, um den Kindern zu zeigen, wie im Mittelalter Stoffe gefärbt wurden.

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