Verschiedene Verfahren: Geprüfte Schweißer finden laut Standortkoordinatorin Monique Richtsteiger besonders zügig eine Anstellung in einem Betrieb in der Region. - © Thorben Grünewälder
Verschiedene Verfahren: Geprüfte Schweißer finden laut Standortkoordinatorin Monique Richtsteiger besonders zügig eine Anstellung in einem Betrieb in der Region. | © Thorben Grünewälder

Sundern Mehr Angebote für Umschüler im Handwerk in Sundern

Kristine Greßhöner

Sundern. Gesundheitliche Probleme oder längere Arbeitslosigkeit zwingen Menschen im Laufe ihres Arbeitslebens manchmal zu einer beruflichen Kehrtwende. Für diese Umschüler, die eine zweite Ausbildung absolvieren, muss dies keinen Karriereknick bedeuten. Das bestätigen die Mitarbeiter der Stiftung Bildung und Handwerk in Sundern. Ihre Absolventen seien insbesondere bei heimischen Handwerksbetrieben sehr gefragt. Gründe für eine Umschulung gibt es viele, sagt Standortkoordinatorin Monique Richtsteiger. Ein Beispiel von vielen ist die sogenannte Mehlallergie bei Bäckern. Letztlich entscheidet entweder der Bewerber oder häufiger, auch wegen der Kostenübernahme für die Maßnahme, der zuständige Berater im Jobcenter, ob sich ein Arbeitnehmer umorientieren sollte. Dies geschieht zum Beispiel in einem recht unscheinbaren Gebäude an der Unteren Wiesenstraße 1 in Sundern. Auf knapp 2.000 Quadratmetern werden Umschulungen angeboten als Maschinen- und Anlagenführer, als Zerspanungsmechaniker, aber auch klassisch als Tischler, Schweißer und Metaller. Insbesondere diese drei Traditionsberufe seien stark gefragt. „Wir spüren den Fachkräftemangel im Handwerk deutlich", sagt Pressereferent Thorben Grünewälder. Die Nachfrage sei nämlich hoch. Anfragen von Unternehmen würden bei Richtsteiger fast täglich eingehen. In Sundern arbeiten 15 Mitarbeiter für die Stiftung Seit den achtziger Jahren ist die gemeinnützige Stiftung in der Großgemeinde zu finden. Mittlerweile gibt es Programme für ehemalige Reha-Patienten, es gibt neuerdings einen virtuellen Klassenraum, die Schweißkursstätte sei ein Erfolg und auch „Kein Anschluss ohne Abschluss" ist Thema. 15 Mitarbeiter arbeiten für die Stiftung in Sundern. Deutschlandweit sind es mehr als 3.000. Als Vierzigjähriger wieder in die Berufsschule gehen? Umschulung als Makel? Keinesfalls sei das so, sagt Richtsteiger. Aus Gesprächen wisse sie, dass die meisten Umschüler sehr motiviert seien. „Sie wollen es wirklich!" Aktuell sei der jüngste Teilnehmer 23, der älteste über 50. „Unsere Vermittlungsquote liegt derzeit bei 100 Prozent." Hilfreich dabei sei, dass ein Teil der Umschulung aus einem Praktikum in einer Firma in der Region bestehe. So entstehen neue Kontakte. Man lernt sich kennen. „Unsere Ausbilder sind zudem mit viel Herzblut dabei", sagt Richtsteiger über ihre Kollegen. Von einer Ausbildung soll sich die Umschulung kaum unterscheiden Die unterschiedlichen Werdegänge der Umschüler würden die Zusammenarbeit eher abwechslungsreich machen, bestätigt auch der ausbildende Tischlermeister Ingo Hartwig. „Das eigene Alter ist da überhaupt nicht relevant", sagt Hartwig, der seit 2009 für die Stiftung arbeitet. Von einer Ausbildung in der Wirtschaft soll sich die Umschulung kaum unterscheiden. Sie ist allerdings um ein Jahr verkürzt. Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammern überprüfen zudem die Ausstattung der Räume in Sundern, ob beispielsweise alle nötigen Maschinen vor Ort sind. Sascha Buchholz, der ab Dezember plant, den Titel als Schweißlehrer tragen zu dürfen, lobt wie Hartwig seine Arbeitsstätte. Er ist der Fachmann rund ums Schweißen. Gute Augen und eine ruhige Hand seien wichtig, sagt der Schweißwerkmeister. „Möglichst praxisnah" wolle er seine Zöglinge ausbilden, damit die Schweißnähte am Ende „sauber und ordentlich"seien.

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