Gewaltig: Udo Gößling zeigt eine „Rüben-Maus". Mit solchen Fahrzeugen werden Zuckerrüben auf die Transportfahrzeuge verladen. - © Ralf Bittner
Gewaltig: Udo Gößling zeigt eine „Rüben-Maus". Mit solchen Fahrzeugen werden Zuckerrüben auf die Transportfahrzeuge verladen. | © Ralf Bittner

Hiddenhausen Udo Gößling besitzt viele Modelle von Landmaschinen und Zubehör

Ralf Bittner

Hiddenhausen. „Damit habe ich schon als Kind gespielt", sagt Udo Gößling (57) und stellt einen gelben Traktor mit Viehanhänger auf einen Tisch: „Das ist nicht mehr mein Originalspielzeug von damals, sondern ein Flohmarktkauf." Das Modell gehört zu Gößlings Sammlung von Traktoren- und Landmaschinenmodellen, die auf Regalböden sortiert die Wände des Kellerraums einnehmen. Gut 120 Traktorenmodelle und um die 600 andere Modelle hat er über die Jahre zusammengetragen, alle im Maßstab 1:32. „Ich habe meine Kindheit auf einem Bauernhof im Elverdissen verbracht", sagt er: „Ich habe habe bei der Ernte geholfen und bin auch Trecker gefahren." So klein sei er gewesen, dass er zum Kuppeln und Bremsen immer auf die andere Seite des Sitzes rutschen musste – zum Glück gab es Handgas, so dass ich nur einen Fuß gleichzeitig brauchte." Nach dem frühen Tod des Vaters musste die Familie den Hof aufgeben, aber das Interesse für die Landwirtschaft sei geblieben. „Wenn ich irgendwo einen Mähdrescher oder eine Rübenmaus in Aktion sehen, fahre ich schon mal rechts ran und schaue mir das eine Zeit lang an." "Ich konnte als Kind für Stunden in der Spielzeugwelt verschwinden" Als Kind faszinierte ihn aber nicht nur die die echte Landwirtschaft, sondern auch die Landwirtschaft im Kleinformat mit Spielzeugbauernhof und Modellen. „Immer wenn ich ein neues Modell bekam, konnte ich für Stunden in dieser Welt verschwinden." Trotzdem wurde er erwachsen, die Trecker wurden an Kind und Patenkind weitergegeben und fanden irgendwann den Weg zu Gößling zurück, und das Interesse erwachte erneut. „Bis heute gibt es fast jedes neue Fahrzeug eines großen Landmaschinenherstellers früher oder später auch als Modell", sagt er. Mit Besuchen in Spielzeugläden oder auf Internetseiten der Hersteller hält er sich über Neuerscheinungen auf dem Laufenden, ältere Trecker stammen von Flohmärkten, Ebay oder Händlern, die auf Alt-Traktorentreffen oder dem Blasheimer Markt stehen. Manche Modelle sind filigran und eignen sich nicht als Spielzeug „Die Modelle können je nach Hersteller aus Metall oder Plastik sein", sagt Gößling und unterscheiden sich in der Qualität der Ausführung: „UH-Modelle sind filigran, bis zum letzten Hydraulikschlauch und eignen sich daher kaum als Spielzeug. Modelle des Herstellers Siku sind robuster, weil sie meist weniger empfindliche Anbauteile haben." Vorlieben für bestimmte Hersteller hat er nicht. Modelle von historischen Schleppern wie Porsche oder Lanz Bulldog finden sich neben ganzen Modellreihen von Claas oder Fendt. Auch in der Minitaturwelt ist ein Trend deutlich abzulesen: Landmaschinen werden von Generation zu Generation größer. Aus den robusten Maschinen, die von einem Siebenjährigen gefahren werden konnten, sind gewaltige GPS-gesteuerte Hightechgeräte geworden. So spiegelt Gößlings Sammlung auf kleinem Raum auch ein Stück Technikgeschichte wider.

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