Schweicheln-Bermbeck Schützenfest: Spannung bis zur letzten Sekunde

Schützenverein Schweicheln-Bermbeck: Fast drei Stunden lang widersteht der Adler beim Königsschießen. 
Doch dann gelingt Oliver Störmer der Siegesschuss

Ingrun Waschneck

Schweicheln-Bermbeck. Als vierter Verein der Großgemeinde feierten die Schützen aus Schweicheln-Bermbeck ihr Schützenfest und kürten ihren neuen König Oliver Störmer. Das Finale auf dem Schießstand im Wald hätte spannender nicht sein können. Fast drei Stunden dauerte der Wettkampf um die Königswürde. Um 11.22 Uhr eröffnete Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer mit dem ersten Schuss auf den Adler den Höhepunkt des Schützenfestes. Schon 22 Minuten später gelang es Reinhard Hempelmann mit dem 46. Schuss, den Reichsapfel zu Fall zu bringen. Babette Rahlmeier holte sich um 11.55 Uhr mit dem 81. Schuss das Zepter. Als hätte er gewusst, dass er Schützenkönig wird, sicherte sich Oliver Störmer um 12.25 Uhr mit dem 153. Schuss schon mal die Krone. In den folgenden knapp zwei Stunden legten die Schützen weiter an, der Kreis wurde jedoch – wie auch der Adler – immer kleiner. Um die Königswürde traten dann Oliver Störmer und Andreas Justen an. Schuss um Schuss zerlegten sie den Vogel. Dieser wollte aber partout nicht fallen. Mal wurde ein Teil herausgeschossen, mehrfach drehte sich das übrig gebliebene Holzstück. Mehr als einmal war aus dem Publikum zu hören: „Jetzt muss er aber fallen!" Die beiden Finalisten machten es jedoch weiterhin spannend. Schießwart Thomas Burandt und Sven Rahlmeier wechselten sich mit dem Einlegen der Patronen ab, während Störmer und Justen scheinbar unzählige Male die Stufen zum Schießstand hinauf- und hinuntergingen und sich dabei jedes Mal abklatschten. Dann, um 14.08 Uhr, nach dem 358. Schuss, war ein Freudenschrei zu hören, Störmer riss die Arme hoch – er hatte den Vogel abgeschossen. Jubel und Beifall brandete auf und der neue Schützenkönig wurde über den Platz getragen. Nach den ersten Gratulationen zog sich der neue König zurück, um seinen Hof zusammenzustellen. Die Königin an seiner Seite ist seine Lebensgefährtin Claudia Schröder. Zum Adjutanten wählte er Frank Buschmann. Als Hofpaare begleiten ihn während seiner einjährigen Regentschaft Erika und Uwe Peter Bock sowie Hilda und Hans-Dieter Adam. Während der Proklamation wurde auch der scheidende König Mario II. Möller verabschiedet. Dieser bedankte sich – sichtlich gerührt – bei den Schützenbrüdern und 
-schwestern sowie seinem Hof für ein „tolles Jahr". Auch der Jugendkönig Jonas Rolfsmeier erhielt – nachdem er mit der Hand an der Vereinsfahne sein Gelöbnis abgelegt hatte – die Schärpe und der Königskette. Zu seinem Adjutanten wählte er den vor ihm amtierenden König Sven Brandt. Am Sonntagvormittag hatte bereits der Königsclou stattgefunden. Dabei werden Hobbys auf nette Art auf die Schippe genommen. Eine Gruppe Schützenbrüder trifft sich vorher und bastelt und werkelt ein Gefährt, mit dem der Schützenkönig an seinem letzten Amtstag zum Festplatz gefahren wird. „Mario II. Möller hat einen großen Flachbildfernseher in seinem Wohnzimmer", erzählt Thorsten Schröder. Da hätte es nahegelegen, ein fahrbares Wohnzimmer für ihn anzufertigen – natürlich mit Fernseher. Abends wurde im Festzelt kräftig gefeiert, Höhepunkt war die Lasershow mit Feuerwerk.

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