Besuch unter Bäumen: Unterhalb der Brücke an der Industriestraße begann die Führung mit Landesumweltminister Johannes Remmel (4. v. r.) und seinen Begleitern der Kreise Herford und Minden-Lübbecke, der Bezirksregierung und der beteiligten Kommunen. - © Kristine Greßhöner
Besuch unter Bäumen: Unterhalb der Brücke an der Industriestraße begann die Führung mit Landesumweltminister Johannes Remmel (4. v. r.) und seinen Begleitern der Kreise Herford und Minden-Lübbecke, der Bezirksregierung und der beteiligten Kommunen. | © Kristine Greßhöner

Hiddenhausen NRW-Umweltminister Johannes Remmel in Hiddenhausen

Bei einem Rundgang zeigen ihm die Beteiligten, welche Arbeiten an "Weser.Werre.Else" nötig sind

Kristine Greßhöner

Hiddenhausen. Über die Industriestraße, den Hang hinab, rein ins Bachbett hieß es am Donnerstagnachmittag für den Grünen-Landesumweltminister Johannes Remmel. Der ließ durchblicken: Die Gummistiefel hätte er notfalls im Kofferraum dabei. Bei dem Arbeitstreffen, wie die Anwesenden angesichts des akuten Wahlkampfs betonten, wolle man dem Minister die Ergebnisse der Renaturierung direkt am Brandbach erläutern, also die laufenden Arbeiten. Diese sind Teil des Gewässerentwicklungsprojektes "Weser.Werre.Else". Es erhält vom Land NRW seit 2001 Fördermittel in Höhe von jährlich mehr als zwei Millionen Euro. Das Projekt soll zweifach Wirkung zeigen, denn die rund 100 Beschäftigten sollen sich, das ist der Mehrwert, für den Arbeitsmarkt qualifizieren, indem sie Gewässer in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke naturnäher gestalten. "Es sind viele Familienväter dabei", sagte Umweltamtsleiter Volker Braun. Ziel des Treffens sei daher aus seiner Sicht, dem Minister zu verstehen zu geben, welche große Bedeutung das Projekt für die Region habe. Gesagt, getan. Im Innenhof des Biologiezentrums Bustedt sollte es losgehen, doch zunächst fuhr der Minister, Ursache unklar, fälschlicherweise ins Löhner Rathaus. Mit Verspätung betrat Remmel daher den Innenhof des Gutes, wo ihn unter anderem Vertreter der Bezirksregierung, der Umweltämter des Kreises, der Städte Löhne und Bad Oeynhausen begrüßten. Angesichts des Zeitdrucks fasste sich Regina Wachowiak, als Vertreterin des urlaubenden Bürgermeisters, bei ihrer Begrüßung professionell kurz und pries das Biologiezentrum als Ziel eines weiteren Besuchs an: "Sie können gern wiederkommen." SPD-Landtagskandidatin Angela Lück wies auf Erfolge hin wie in Löhne, ihrem Wahlkreis, wo bei Starkregen in einigen Gebieten die Gullys hochgekommen seien. Das gehöre, wo die Bäche wieder freier flößen, der Vergangenheit an. Ihr männliches Pendant Christian Dahm lobte "das gute Beispiel für einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt". Von Projekt könne man kaum sprechen, es handele sich um eine Institution. Remmel selbst erinnerte daran, dass seit Gründung des Projekts 2001 mehr als 20 Millionen Euro investiert worden seien. 50.000 Kilometer Gewässer gebe es in Nordrhein-Westfalen, sechs bis neun Prozent davon seien in einem "guten, ökologischen Zustand". Dass es bis zum Jahr 2017 mindestens 60 Prozent werden sollen, sei "eine Riesenherausforderung", zugunsten des Erhalts der Artenvielfalt aber unumgänglich. Projekt-Mitbegründer Ralf Isemann, Gewässerexperte der Stadt Löhne, entgegnete, dass er seine Zweifel habe, ob das bis 2027 gelingen werde. Angesichts des Geleisteten sei davon auszugehen, "dass wir noch mehr als 83 Jahre brauchen". Entschlossen klang Isemann allemal.

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