Naturnahe Spielinseln: Der Sandkasten, der sich auf dem Schulhof befand, war viel zu klein. Jetzt haben die Kinder auf ihrem Pausenhof nicht mehr nur eine Asphaltfläche, sondern ein Sandmeer (im Vordergrund) und einen Seil- und Klettergarten (im Hintergrund). - © Corina Lass
Naturnahe Spielinseln: Der Sandkasten, der sich auf dem Schulhof befand, war viel zu klein. Jetzt haben die Kinder auf ihrem Pausenhof nicht mehr nur eine Asphaltfläche, sondern ein Sandmeer (im Vordergrund) und einen Seil- und Klettergarten (im Hintergrund). | © Corina Lass

Lippinghausen Eltern und Kinder verwandeln Schulhof-Asphalt in Spielparadies

Grundschule Lippinghausen: Gemeinsam gestalten Erwachsene und Kinder den Schulhof um. Im ersten Bauabschnitt entstehen ein Sandmeer und ein Seil- und Klettergarten

Corina Lass

Lippinghausen. Das Wetter war nicht ideal. Aber die Freude an der Arbeit machte ein paar Regentropfen wett: "So viele lächelnde Menschen hier", sagte die Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule Lippinghausen, Daniela Siekmann, während sie sich auf dem Schulhof umblickte. Knapp 40 Erwachsene und etwa genauso viele Kinder halfen am Freitag und Samstag mit, Teilbereiche der Asphaltfläche zu einem Spielparadies umzugestalten. Die Arbeiten waren Teil des ersten Bauabschnitts, zwei weitere sollen folgen. Vorausgegangenen war eine Ideenwerkstatt mit Kindern aus jeder Klasse der Schule und einem Landschaftsarchitekten, der ihre Vorstellungen von einem kindgerechten Schulhof in eine grobe Skizze umsetzte. Die Idee zur Umgestaltung des Schulhofs war Anfang 2016 im Förderverein aufgekommen. Dessen Vorstand hatte sich dann andere Schulhöfe angesehen. Unter anderem in Westerenger, in Lübbecke und an der Johannes-Falk-Schule in Hiddenhausen war er auf die Ideenwerkstatt Lebens(t)raum gestoßen. Sie hilft Schulen und Kindergärten bei der naturnahen Umgestaltung von asphaltierten Pausenhöfen. Der Verein beschäftigt Markus Brand, der schon rund 400 solcher Bauprojekte wie am Wochenende in Lippinghausen betreut hat und auch die Arbeiten auf dem Schulhof koordinierte. Unter anderem sorgte er dafür, dass jeder etwas zu tun hatte und die Kinder in die Arbeiten einbezogen wurden. So konnte jeder nach seinen Fähigkeiten mithelfen. Am Freitag hatten sechs Elternpaare zunächst ab 9 Uhr die Arbeiten des großen Bautrupps vorbereitet, der gegen 15 Uhr anrückte: Die Herausforderung bei Projekten mit so vielen Helfern sei immer, dass alle eine Aufgabe haben, sagte Brand. Zwei Bereiche des Schulhofs standen in diesem ersten Bauabschnitt zur Umgestaltung an: Ein Sandmeer mit Holzstegen und Versteckmöglichkeiten hinter Hecken sollte den bisherigen kleinen Sandkasten ersetzen. Das sei umso wichtiger, seit schon Fünfjährige unter den Erstklässlern seien, sagte Siekmann. Der zweite Bereich sollte ein Seilgarten werden, den Kindern aber darüber hinaus auch andere Klettermöglichkeiten bieten. Als die Arbeiten am Samstag gegen 16 Uhr beendet waren, gab Brand sie zum Probespielen frei - allerdings nur unter Aufsicht. Und danach wurden sie gesperrt. Denn bevor die Kinder sie offiziell bespielen dürfen, muss die Dekra als Prüfgesellschaft die Sicherheit der Spielflächen prüfen. Das soll, so Siekmann, im Laufe der Woche geschehen. Rund 20.000 Euro fließen in diesen ersten Bauabschnitt, 10.000 schießt die Gemeinde zu, 2.500 kommen von der Stiftung der Sparkasse. Viele weitere Sponsoren leisteten, was sie konnten, spendeten Lebensmittel für die Verpflegung der Helfer, überließen dem Bautrupp kostenlos Maschinen, darunter schweres Gerät, oder karrten mit Lastwagen das Material herbei. Ihre Namen sind, soweit sie genannt werden wollen, bald an einem Sponsorenbaum ablesbar, den die Helfer am Samstag zuletzt aufbauten.

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