Teilte ihre Erfahrungen: Im Erzählcafé berichtete Margarita Schäffer von ihrem ehrenamtlichen Engagement. Viele der Besucher sind selbst ehrenamtlich tätig und trugen ihren Teil zu dem Nachmittag bei. - © Thomas Klüter
Teilte ihre Erfahrungen: Im Erzählcafé berichtete Margarita Schäffer von ihrem ehrenamtlichen Engagement. Viele der Besucher sind selbst ehrenamtlich tätig und trugen ihren Teil zu dem Nachmittag bei. | © Thomas Klüter

Hiddenhausen Margarita Schäffer und andere Ehrenamtliche berichten im Erzählcafé über ihr Engagement

Thomas Klüter

Hiddenhausen. Fast alle der 35 Besucher des Erzählcafés in der Kirche in Sundern konnten zu dem Thema Ehrenamt eigenen Erfahrungen beisteuern. Ehrenamtler engagieren sich in verschiedenen Bereichen in der Zivilgesellschaft und bekommen dafür kein Geld. "Ein Dankeschön oder ein Lob ist der Lohn für meine Arbeit", sagte Margarita Schäffer, die von ihrer Arbeit bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erzählte. Seit 30 Jahren hilft sie dort und erledigt Aufgaben, "die von öffentlichen Trägern nicht geleistet werden können". Vor allem jung gebliebene Rentner engagieren sich auf diese Weise. "Jüngere Menschen sind in dem Bereich kaum aktiv", sagte Egon Schäffer, der das Erzählcafé moderierte. Das liege vor allem daran, dass junge Menschen meist beruflich stark eingebunden seien und kaum Zeit für zusätzliche, ehrenamtliche Tätigkeiten haben. Auch finanziell sei es für viele Menschen schwierig, ohne Entgelt zu arbeiten. "Ehrenamtliche Tätigkeit muss man sich leisten können", fasste die eingeladene Referentin Gisela Hering-Bejaoui das Problem zusammen. Hering-Bejaoui ist Leiterin des Amts für Soziales in Hiddenhausen. Eigentlich sollte sie von den Vorteilen der Ehrenamtskarte berichten, die es in der Gemeinde gibt und mit der Ehrenamtler finanzielle Vorteile, zum Beispiel bei Museen, genießen. "Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass jemand mit der Karte zum Holzhandwerksmuseum geht, um den Eintrittspreis zu reduzieren", so Hering-Bejaoui. Derartige Institutionen in der Gemeinde seien so schon am finanziellen Limit, sagte die Referentin. Hering-Bejaoui weiß, wovon sie spricht. Seit Jahren engagiert sie sich selbst ehrenamtlich in der Museumsschule Schweicheln und da ist der Eintrittspreis schon ohne Vergünstigung sehr niedrig. Die Vorteile, die so eine Ehrenamtskarte ermöglicht, sind nach Auffassung von Hering-Bejaoui kein Anreiz, um Menschen zu ehrenamtlicher Tätigkeit zu motivieren. "Stattdessen müsste eine Aufwandsentschädigung geleistet werden", so die Amtsleiterin. Im Pflegebereich für Demenzkranke gebe es das bereits. "Da bezahlen die Krankenkassen freiwilligen Helfern zehn Euro pro Stunde, weil das immer noch viel günstiger ist, als Fachpersonal zu bezahlen", erklärt Hering-Bejaoui. Die Besucher des Erzählcafés befürworteten die Ansicht der Referentin. Die meisten von ihnen werden sich aber auch weiterhin ohne eine Aufwandsentschädigung engagieren. "Um neue Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen, wäre das aber gut", so Gisela Hering-Bejaoui.

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