Die Quelle der Luftbelastung entlang der Hauptverkehrsachsen: Die Großgemeinde wird vom Schwerlastverkehr - wie hier in Schweicheln - nahezu überrollt. Wie hoch die Feinstaubbelastung genau ist, soll nun eine Messung hervorbringen, die das Land anbietet. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Die Quelle der Luftbelastung entlang der Hauptverkehrsachsen: Die Großgemeinde wird vom Schwerlastverkehr - wie hier in Schweicheln - nahezu überrollt. Wie hoch die Feinstaubbelastung genau ist, soll nun eine Messung hervorbringen, die das Land anbietet. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Hiddenhausen Hiddenhauser Luftqualität wird neu geprüft

Feinstaubmessungen: Der Hiddenhauser Rat stimmt dem Antrag der Unabhängigen Wähler zu. Landesumweltministerium bietet kostenfreies Screening an

Thomas Hagen

Hiddenhausen. Dirk Nölkenhöner, Ratsherr der UWG-Fraktion im Hiddenhauser Rat, ist mit seinem Antrag zur Prüfung der Luftqualität in der Großgemeinde beharrlich geblieben. Im zweiten Anlauf hat es nun geklappt, der Rat hat das kostenfreie Gutachten durchgewinkt. Noch vor Monaten war Nölkenhöner mit seinem Vorstoß gescheitert. Ob der aktuelle VW-Skandal um manipulierte Feinstaubwerte bei Dieselfahrzeugen den entscheidenden Ausschlag für die Zustimmung der Ratsvertreter gegeben hat, kann man nur vermuten. Erstaunt, aber auch erfreut zeigte sich Eckart Gläsker, Vertreter der UWG im Kreistag: "Es verwundert schon, dass der Antrag auf Feinstaubprüfung nun einstimmig und ohne Diskussionen durchgegangen ist. An den Grundbedingungen hat sich doch nichts geändert." "Wir wollen nun endlich Gewissheit darüber, wie gesundheitsschädlich die Luft in unserer Gemeinde durch das hohe Verkehrsaufkommen ist", begründete Nölkenhöner den Antrag der Unabhängigen Wähler. Dem liegt zugrunde, dass das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW ein Programm zum so genannten Screening bereitstellt. Es ist computergestützt und für die Kommunen kostenfrei und ermittelt die Konzentration von Stickstoffdioxiden und Feinstaub. Das geschieht mit relativ geringem Aufwand und erfolgt online. "Wie genau die technischen Anforderungen aussehen, müssen wir jetzt klären. Der Gemeindeverwaltung ist bislang soviel bekannt, dass wir einen Rechner mit Daten füttern müssen. Welches Ergebnis am Ende dabei herauskommt, ist noch nicht klar", sagte Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer auf Nachfrage der NW. Was erhöhte Feinstaubbelastungen - vor allem durch Diesel-Lkw - bewirken können, hat die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Marie-Luise Kluger, der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage mitgeteilt: "Höhere Feinstaubbelastung beinhaltet auch eine höhere Gesundheitsbelastung. Feinstaub kann Schleimhautreizungen, lokale Entzündungen in der Luftröhre und in den Bronchien, Verschlimmerung von Lungenvorerkrankungen oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems zur Folge haben."

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