Heute: So sieht das Gelände von Peter-Lacke momentan aus. Es ist die Ansicht von der Herforder Straße. - © Alexander Jenniches
Heute: So sieht das Gelände von Peter-Lacke momentan aus. Es ist die Ansicht von der Herforder Straße. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Ausschuss genehmigt Erweiterung der Firma Peter-Lacke

In einer anderen Sache jedoch musste die Gemeinde klein beigeben

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Die Firma Peter-Lacke in Schweicheln-Bermbeck an der Herforder Straße darf ihr Unternehmensgelände erweitern. Der Gemeindeentwicklungsausschuss hat in seiner Sitzung am Montag dazu grünes Licht gegeben. Peter-Lacke kann nun die entsprechenden Bauanträge beim Kreis Herford und bei der Gemeinde Hiddenhausen stellen. Bei lokalen Politikern jeglicher Couleur führte das Investitionsvorhaben zu Freude, denn es schafft Arbeitsplätze und ist ein Bekenntnis zum Standort Hiddenhausen. Die Erweiterung des Geländes von Peter-Lacke war notwendig geworden, weil sich die Auftragslage rasant entwickelt. Das Umsatzplus liegt im zweistelligen Bereich und bei einem Jahresumsatz von 85 Millionen Euro. Andreas Peter, der die Geschäftsführung und sämtliche Anteile an seiner Firma im Jahr 2015 an Sohn David übergeben hatte und damit an die fünfte Familiengeneration, sagte in einem Gespräch mit der NW: „Die momentanen Gebäude sind nicht mehr zeitgemäß, sie stammen aus den 60er und 70er Jahren, und deswegen ist die Erneuerung schon überfällig." Peter-Lacke hatte in den Jahren 1990 bis 1992 zum letzten Mal gebaut. Damals drehte sich die Produktion noch komplett um die Herstellung von Holzlacken. Das ist heute ganz anders. In Schweicheln und an über zehn weiteren Standorten in Nord- und Mittelamerika, sowie Osteuropa und Asien produziert die Firma nur noch Kunststofflacke, größtenteils für Autoteile. 480 Menschen sind weltweit bei dem Unternehmen beschäftigt, 160 in Hiddenhausen – und es sollen mehr werden. Peter-Lacke erweitert ab Ende 2018 Der Gemeindeentwicklungsausschuss hatte über die Erweiterungspläne des Firmengeländes zu befinden, weil die Betriebserweiterung außerhalb des bisherigen Grundstücks liegt. Eine Fläche, die derzeit noch landwirtschaftlich genutzt ist, wird zukünftige Teil des Firmengeländes sein. Dort befindet sich auch ein Weg namens „Steinsiek", der verlegt werden muss. Das und auch einen Schutzgraben gegen Starkregen, muss Peter-Lacke bezahlen. Andreas Peter äußerte sich gestern sehr positiv zum Beschluss des Entwicklungsausschusses: „Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir für die Betriebserweiterung die Unterstützung der Gemeinde Hiddenhausen und des Kreises Herford erhalten haben." Auf dem Gelände an der Herforder Straße soll ab Ende 2018 ein neues Bürogebäude entstehen, sowie ein Labor und Sozialräume. Auch die Anlieferungs- und Versandwege werden nach und nach geändert. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag", sagte Andreas Peter. Sämtliche Bauvorhaben sollen in den Jahren 2021/22 abgeschlossen sein. Auch eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl von 160 auf 200 ist geplant. Die Investition von Peter- Lacke in Schweicheln und der geplante Umbau eines Geschäftshauses zu einer Bonitas-Kurzzeitpflege in Oetinghausen – ehemaliges Sparkassengebäude gegenüber dem NP-Markt – entlockte dem Ausschussmitglied und SPD-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Ewering die Worte: „Wir mussten schon einige schlechte Nachrichten für die Wirtschaft in Hiddenhausen sehen. Das, was jetzt allerdings passiert, ist ein echter Lottogewinn, und es ist ein starkes Bekenntnis der lokalen Wirtschaft zu unserem Standort." Widerwillige Zustimmung für das Windrad Eine Kröte jedoch mussten die Ausschussmitglieder am Montag auch schlucken. Denn das Windrad am Oetinghauser Kirchweg darf gebaut werden, obwohl sich die Gemeinde mit Zähnen und Klauen dagegen gewehrt hatte. Entsprechend war auch der Beschluss formuliert, den Wirtschaftsförderer Andreas Homburg dem Ausschuss vorlegte und der dann auch genehmigt wurde: „Der Ausschuss hält den Standort der Windenergieanlage nach wie vor für deplatziert. Nur unter Berücksichtigung der rechtlichen Würdigung und der Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Minden und des Oberverwaltungsgerichts Münster wird das gemeindliche Einvernehmen vom Ausschuss nicht verweigert. Aufgrund des bisherigen Verfahrenslaufes ist das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen." Bleibt nur zu hoffen – so der Tenor im Ausschuss -, dass dem Investor irgendwann doch noch die Mittel ausgehen. Lediglich Ausschussmitglied Bernhard Weil von den Grünen sagte: „Ökostrom zu wollen, aber bitteschön nicht vor der eigenen Haustür produzieren – das geht für mich nicht überein." Wann und ob das Windrad nun tatsächlich gebaut wird, ist derzeit nicht bekannt. Anwohner nahmen den Beschluss während der Sitzung murrend zur Kenntnis.

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