Mit Spaß bei der Sache: Für Kerstin Leyendecker sind ihre Reden auf Hochzeiten eine Herzensangelegenheit. Sie nimmt sich Zeit, die Hochzeitspaare kennenzulernen, um ihnen eine schöne Zeremonie zu bereiten. Für solche schönen Momente schöpft sie aus einem ordentlichen Fundus an Dekoration. - © Alexander Jenniches
Mit Spaß bei der Sache: Für Kerstin Leyendecker sind ihre Reden auf Hochzeiten eine Herzensangelegenheit. Sie nimmt sich Zeit, die Hochzeitspaare kennenzulernen, um ihnen eine schöne Zeremonie zu bereiten. Für solche schönen Momente schöpft sie aus einem ordentlichen Fundus an Dekoration. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Freie Rednerin begleitet Hochzeitspaare

Kerstin Leyendecker kennt sich mit Menschen aus. Für einen großen Konzern hat sie einst die Personalentwicklung geleitet

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Personalentwicklerin und Schützenkönigin: Kerstin Leyendecker war beides und hat den Spagat zwischen Großkonzern und Horrido mit der ihr eigenen Fröhlichkeit gemeistert. Seit zweieinhalb Jahren wohnt und arbeitet sie als freie Rednerin in Lippinghausen und begleiten Paare bei deren Hochzeit mit einer schönen Rede. Von Düsseldorf in die 20.000 Selen Gemeinde Hiddenhausen. Kann das gut gehen, wenn man täglich Großstadttrubel gewohnt ist? Es kann, und es geht. Denn Kerstin Leyendecker hat Ruhe im Leben gefunden. Mit Mann und drei Kindern wohnt sie idyllisch in einem schönen Haus mit Garten in Lippinghausen und konzentriert sich auf das, was ihr nach einer steilen Karriere wichtig ist: Das in Worte zu fassen, was Liebende vielleicht nicht so schön sagen können, ihrem Partner aber trotzdem sagen möchten. Kerstin Leyendecker findet die richtigen Worte, wenn sich zwei Menschen da Ja-Wort geben. Gelernt hat sie den verantwortungsvollen Umgang mit Menschen in einem großen Konzern. Schon in jungen Jahren war sie für die Personalentwicklung bei der Firma Esprit verantwortlich. Da bekam sie auch den Anstoß für ihre Arbeit als freie Rednerin: "Eine junge Frau, die bei uns ein Trainee-Programm absolviert hat, bat mich, auf ihrer Hochzeit im Jahr 2011 eine Rede zu halten. Da war ich sehr verwundert, dass sie gerade auf mich kam. Aber ich habe es probiert, den Gästen hat es gefallen, und später hat sich daraus tatsächlich mein heutiger Beruf entwickelt." Organisationsfähigkeit, Sprachtalent und Einfühlungsvermögen sind der Frohnatur Kerstin Leyendecker sicher mit in die Wiege gelegt. Aber sie hat dafür auch gearbeitet: Veranstaltungen moderiert, junge Menschen in den Beruf begleitet und für spezielle Aufgaben trainiert. Noch heute schult sie Nachwuchsführungskräfte in Kommunikation. Sie weiß, was Menschen brauchen für Erfolg, denn sie beschäftigt sich mit ihnen. Und das geht so, wenn sie sich auf eine Hochzeitsrede vorbereitet: "Ich treffe mich mit den Paaren und versuche erstmal, ein paar Dinge in ihrem Leben herausfinden: Erinnert Ihr Euch an das Lied, bei dem Ihr Euch kennengelernt habt? Was wollt Ihr Euch versprechen? Das sind so die Dinge, über die ich an diesem schönen Tag unter anderem reden werde und deshalb wissen muss." Und so geht es Stück für Stück voran, bis etwas sehr Persönliches für das Paar und die Hochzeitsgesellschaft herauskommt. Dazu organisiert sie noch den Ort, an dem die rund einstündige Zeremonie stattfinden soll. Leyendecker: "Viele Menschen möchten das gerne unter freiem Himmel machen. Ist ja auch am schönsten. Manchmal gehen mir leider die Locations aus, weil viele Paare wegen des Wetters heute Ende August, Anfang September heiraten wollen. Bisher hat es dann aber doch immer geklappt." Auf eine Sache legt sie großen Wert. Das, was sie für Brautpaare vorbereitet, ist zwar eine Zeremonie - aber nichts Offizielles: "Ich bin weder Geistliche noch Standesbeamtin. Deswegen ist die Feier mit mir auch nicht rechtlich bindend. Einfach gesagt: Danach ist man nicht verheiratet. Das geht nur auf offiziellem Weg." Verrückte Sachen waren schon dabei: Zur Hochzeit von zwei Borussia Dortmund-Fans hat sie auf dem Anstoßmittelpunkt im BVB-Stadion gesprochen und auf einer 80er Jahre Mottoparty auch. Wie war das jetzt mit ihrer Zeit auf dem Schützenthron? Sie lacht: "Das war 2014 in Ratingen. Mein Mann war Schützenkönig und ich seine Königin. Am Tag nach der Entthronisierung - im Sommer 2015 - sind wir nach Lippinghausen gezogen, weil mein Mann in der Region eine neue Arbeitsstelle angetreten hat." Ein neues Schützenpaar in Hiddenhausen - welcher der vier Gemeindeschützenvereine da wohl als erster vorstellig wird? www.freie-feier.de

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