Güllebehälter Huckepack: Flott zieht diese Maschine ihre Bahn - hier auf einem Acker an der Grenze von Enger zu Hiddenhausen. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp (Archiv)
Güllebehälter Huckepack: Flott zieht diese Maschine ihre Bahn - hier auf einem Acker an der Grenze von Enger zu Hiddenhausen. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp (Archiv)

Hiddenhausen/Kreis Herford Landwirte im Kreis Herford beginnen das Düngen mit Gülle und Mist

Düngung der Äcker beginnt: Wegen neuer Verordnung verlagert sich das Ausbringen von Gülle vom Herbst ins Frühjahr

Alexander Jenniches

Hiddenhausen/Kreis Herford (nw/alex). Mit dem Wetterumschwung beginnen in Hiddenhausen und im Rest des Kreises Herford die ersten Feldarbeiten. "Endlich bleibt es trocken", meint der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld, Hermann Dedert. Den Anfang mache die Düngung der Pflanzen mit organischen Düngern wie Gülle und Mist. Der Vorsitzende bittet um Verständnis: "Das geht natürlich nicht ganz ohne Gerüche einher", sagt der Hiddenhauser Landwirt. "Einerseits soll es nun erst einmal trocken bleiben und andererseits liegen die Temperaturen nachts unter dem Gefrierpunkt sowie tagsüber darüber. Damit haben wir gute Bedingungen für die Gülleausbringung", schildert Dedert. "Der nächtliche Frost lässt die Böden gefrieren, so dass sie tragfähig und damit befahrbar sind." So könne in den Morgenstunden die Gülle ausgebracht werden. Tagsüber taue der Boden dann auf und könne die Gülle bis zur Pflanzenwurzel aufnehmen. Frühjahr 2018 zum ersten Mal mit neuer Düngeverordnung Die Ausbringung erfolgt dabei zumeist bodennah mit sogenannten Schleppschläuchen, wodurch zum einen der Geruch verringert wird und zum anderen eine exakte Verteilung gegeben ist. Das Frühjahr 2018 sei das erste unter der neuen Düngeverordnung, sagt Dedert. Diese bringe neben vielen zusätzlichen Dokumentationspflichten bei der praktischen Arbeit große Veränderungen. Die Wirtschaftsdüngerausbringung im Herbst ist stark eingeschränkt worden. Gleichzeitig sei der Zeitraum über Winter, in dem keine Gülle ausgebracht werden dürfe, verlängert worden. "Die organische Düngung verlagert sich also vom Herbst stärker in das Frühjahr", erklärt er. Dies führe möglicherweise dazu, dass die Gülledüngung zum jetzigen Zeitpunkt stärker wahrgenommen werde. "Gülle und Mist sind wertvolle Dünger. Darin sind die Nährstoffe enthalten, die die Pflanzen zum Wachstum brauchen. Das sind Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Schwefel sowie verschiedene Spurenelemente", erläutert der Vorsitzende. "Ohne Düngung gedeihen die Pflanzen nicht, und die Fruchtbarkeit des Bodens nimmt immer mehr ab, weil Nährstoffe entzogen und nicht zugeführt werden." Besonders zu Beginn der Vegetation im Frühjahr sei der Bedarf der Pflanzen hoch. Dedert kennt natürlich die Einwände von Kritikern, die sagen, viele Böden seien heillos überdüngt und besonders das Nitrat trete zu stark ins Grundwasser. Dem entgegnet er im Gespräch mit der NW: "Mir sind von der Vielzahl an Brunnen, die wir in Bielefeld und Herford haben, ein, zwei bekannt, in denen die Nitratwerte zuweilen etwas zu hoch sind. Wir arbeiten jedoch stets mit den Wasserversorgern an Lösungen, um die Werte wieder zu senken." Keine Probleme mit zu viel Nitrat in Brunnen und Grundwasser Grundsätzlich gebe es an den offiziellen Messstellen in den beiden Kreisen keine Probleme mit zu hohen Nitratwerten im Grundwasser. Nach Dederts Worten sind Landwirte heute in ein strenges Kontrollsystem eingebunden. "Wir können schon seit langem nicht mehr auf die Äcker schmeißen, was wir wollen. Für sämtliche Flächen und Pflanzenkulturen gibt es Düngemittel-Obergrenzen, die genau berechnet und eingehalten werden müssen", sagt Hermann Dedert über die moderne Bewirtschaftung von Feldern.

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