Leidenschaft: Christof Mester sammelt seit seiner Kindheit Donald Duck- und Micky Maus-Taschenbücher. Seine Sammlung ist vollständig und wächst mit jedem Monat. Denn er bekommt per Abonnement alle vier Wochen die neuste Ausgabe. 503 Exemplare stehen bisher fein säuberlich geordnet über seinem Bett. - © Alexander Jenniches
Leidenschaft: Christof Mester sammelt seit seiner Kindheit Donald Duck- und Micky Maus-Taschenbücher. Seine Sammlung ist vollständig und wächst mit jedem Monat. Denn er bekommt per Abonnement alle vier Wochen die neuste Ausgabe. 503 Exemplare stehen bisher fein säuberlich geordnet über seinem Bett. | © Alexander Jenniches

Sundern Hiddenhauser besitzt alle Lustigen Taschenbücher

Christof Mester sammelt mit großer Begeisterung Comics. Und er weiß: In Entenhausen kommunizieren sie über das "Entnet"

Alexander Jenniches

Sundern. Das Internet hat auch in Entenhausen Einzug gehalten. Es heißt dort "Entnet". Solche Details wissen vermutlich nur Comic-Experten wie Christof Mester (47) aus Sundern. Er sammelt seit seiner Jugend die sogenannten Lustigen Taschenbücher, die im Volksmund auch Micky Maus-Bücher heißen. 503 Stück hat er davon über seinem Bett stehen. Und zwar Band auf Band, fein säuberlich aufgereiht. Denn nur so ergeben die Buchrücken über viele Monate ein Bild. Zu Zeiten von Fußballweltmeisterschaften zum Beispiel kann man dort erkennen, wie der stets glückliche Gustav Gans und sein vom Pech verfolgter Vetter Donald Duck um einen Kopfball kämpfen. Christof Mesters Sammelleidenschaft begann im Alter von 13 Jahren. Er erinnert sich: "Meine Oma lagt damals im Krankenhaus. Und - so lieb wie Omas nun mal so sind - gab sie mir fünf Mark mit auf den Heimweg." Bis nach Hause schaffte es das Taschengeld allerdings nicht. Der junge Christof ging in den Zeitschriftenkiosk im Krankenhaus und kaufte sich seinen ersten Comic. Im Jahr 1983 war das. Mit dem Kauf begann eine Leidenschaft für die Geschichten aus Entenhausen, die ihm noch heute viele amüsante Stunden bereiten: "Ich lese die Bücher zur Entspannung. Am besten geht das im Zug oder im Freibad. Da ist ja immer eine Menge los. Und so leichte Lektüre kann man dort auch gut verdauen." Weniger amüsant war da schon mal eine Episode im Herforder H2O: "Dass Menschen Geldbörsen im Schwimmbad klauen, wusste ich. Dass sich allerdings jemand mein Taschenbuch greifen würde, war mir neu." Zum Glück war es eine gerade aktuelle Ausgabe, und er konnte sie sich am Kiosk nachkaufen. Ältere Ausgaben sind da schon schwerer zu bekommen, denn nicht nur Christof Mester ist von der Sammelleidenschaft gepackt. Das recherchierte auch die Süddeutsche Zeitung Anfang 2017 und machte eine Reportage daraus - mit Christof Mesters beeindruckender Taschenbuchwand als Aufmacherfoto. Am besten gefällt ihm übrigens der geizig-fiese Onkel Dagobert: "Der hat immer so sarkastische Sprüche drauf, wie: Wer bettelt, verliert!" Dass Mester es überhaupt auf seine 503 Bände gebracht hat, mag an der Schusseligkeit der - heute erwachsenen - Mitglieder seiner Jugendgruppe liegen, die er einst in der Stephanus Gemeinde betreute: "Sie haben mir irgendwann ein Abo für ein Jahr geschenkt - und zehn Jahr lang vergessen, es zu kündigen. Das wurde dann irgendwann ein für alle Beteiligten recht lustiger Selbstläufer. Mittlerweile habe ich das Abo allerdings aus eigener Tasche übernommen." Die nächste Ausgabe kann er schon jetzt kaum erwarten. Sie kommt Anfang März auf den Markt und landet dann per Post direkt in seinem Briefkasten.

realisiert durch evolver group