Wenn die Gemeinde allerdings besonders jungen Ärzten keine Anreize schafft, könnte sich die Situation in den kommenden Jahren dramatisch verschlechtern. - © Picture Alliance
Wenn die Gemeinde allerdings besonders jungen Ärzten keine Anreize schafft, könnte sich die Situation in den kommenden Jahren dramatisch verschlechtern. | © Picture Alliance

Hiddenhausen Auf der Suche nach Lösungen für den Hausärztemangel in Hiddenhausen

Ratssitzung: CDU-Fraktion stellt Antrag auf Gesprächsrunde mit Hiddenhauser Ärzten

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Die CDU-Fraktion stellt in der Ratssitzung am Donnerstag, 8. Februar, einen Antrag zum Thema Hausärztemangel. Bereits in der Sitzung am 14. Dezember hatte es eine ausführliche Diskussion um die Zukunft der Hausärzte in Hiddenhausen gegeben. Noch sind zwar genügend Allgemeinärzte da, das könnte sich in den kommenden 15 bis 20 Jahren jedoch dramatisch ändern. Um einem Ärztemangel auch in Hiddenhausen vorzubeugen und das Thema zeitnah anzugehen, stellt die CDU-Fraktion nun an Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer den Antrag, mit den Hausärzten in der Gemeinde eine Gesprächsrunde anzuberaumen. Fragen darin könnten sein: Wie kann die Gemeindeverwaltung Ärzte unterstützen und jungen Ärzten den Standort Hiddenhausen schmackhaft machen? Welche beispielhaften Kooperationen zwischen Ärzten und Gemeindeverwaltung gibt es? Zudem könnten Partner für die Ärzte gefunden werden, wie Apotheken, Kassenärztliche Vereinigung (KV), das Klinikum Herford, Pflegedienste, Hilfsorganisationen und Rettungsdienste. Thema Hausärztemangel hat Priorität für die CDU Nach den Worten des CDU–Gemeindeverbandsvorsitzenden Jörg Düning-Gast hat das Thema für die CDU-Fraktion Priorität: „Es ist wichtig, dass wir uns jetzt mit einem drohenden Ärztemangel beschäftigen und nicht in fünf Jahren überraschend feststellen: Es ist zu spät", sagte Düning-Gast gegenüber der NW. Mitte Dezember hatte ein Referent der Kassenärztlichen Vereinigung im Rat die Situation für Hiddenhausen mit den Worten erläutert: „Die Gemeinde Hiddenhausen ist gut aufgestellt." Das jedoch wollte einer der in der Gemeinde praktizierenden Hausärzte nicht unwidersprochen stehenlassen: Der Internist Ernoe Mehnert aus der Gemeinschaftspraxis Bobe, Pönighaus und Mehnert an der Eilshauser Straße berichtete aus seinem Alltag. Er sprach dabei auch über regelmäßige und strikte Budgetierung, die seinen Beruf nicht gerade attraktiver machten: „Ich kann zum Teil nicht die besten Medikamente verschreiben, die es auf dem Markt gibt. Sonst bekomme ich einen Rüffel von der Kassenärztlichen Vereinigung mit dem Hinweis, ich überziehe mein Budget. Auf diese Weise ist gute Medizin nicht mehr bezahlbar, und ich sehe nicht, dass die KV genug für uns tut in Hinsicht auf die Attraktivität des Berufs." Und eben darum geht es der CDU-Fraktion: Bessere Bedingungen zu schaffen für Hausärzte, damit sie sich in der Gemeinde niederlassen. Antwort des Bürgermeisters auf Tempolimit steht aus Zudem steht noch eine Antwort von Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer aus zu einem weiteren Antrag der CDU-Fraktion: Sie hatte im November die Idee eingebracht in Teilen der Gemeinde eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h einzuführen. Gelten soll das in allen Bereichen, die eine Randbebauung mit Wohnhäusern haben. Derzeit gilt auf einigen Straßen der Gemeinde ein Tempolimit von 100 km/h. So zum Beispiel auf der Füllenbruchstraße, die – aus Herford kommend – zur Unteren Talstraße wird. Nach Meinung der CDU-Fraktion sind 100 km/h jedoch laut Antrag „unverantwortlich gegenüber Kindern, Anwohnern, und Spaziergängern." Weitere Themen der Sitzung sind das Anmeldeverfahren an den Grundschulen zum Schuljahr 2018/19 und der Vorschlag, Marcus Söhnchen (CDU-Fraktionsvorsitzender) als Vertrauensperson für den Schöffenwahlausschuss zum Amtsgericht Herford zu entsenden. Das Amt gilt von 2019 bis 2023.

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