Geschafft: Ins Finale kamen Steven Niestrat (4. Platz, v. l.), Elena Tiede (2. Platz), Luca Elsner (Siegerin) und Hannah Vollmer (3. Platz). Sie tauschten ihre Argumente vor den Schülerinnen und Schülern der Deutsch-E-Kurse auf der OPG-Kleinkunstbühne aus. - © Ulrich Finkemeyer|
Geschafft: Ins Finale kamen Steven Niestrat (4. Platz, v. l.), Elena Tiede (2. Platz), Luca Elsner (Siegerin) und Hannah Vollmer (3. Platz). Sie tauschten ihre Argumente vor den Schülerinnen und Schülern der Deutsch-E-Kurse auf der OPG-Kleinkunstbühne aus. | © Ulrich Finkemeyer|

Hiddenhausen Schüler der Olof-Palme-Gesamtschule messen sich im Debattieren

Schülerwettbewerb: Die Sieger fahren zum Regionalwettbewerb der Bezirksregierung nach Detmold

Ulrich Finkemeyer

Hiddenhausen. Seit vielen Jahren nehmen Schülerinnen und Schüler der Olof-Palme-Gesamtschule (OPG) am bundesweiten Wettbewerb "Jugend debattiert" teil. "Genau genommen bereits seit 2004", sagte Deutsch-Lehrerin Monika Kaufmann bei der Eröffnung des Schulfinales, das vor den Teilnehmern der Deutsch-E-Kurse des neunten Jahrgangs auf der Kleinkunstbühne der Olof-Palme-Gesamtschule stattfand. Aus diesen Kursen haben sich jetzt Hannah Volmer (14), Elena Tiede (14) und Luca Elsner (15) sowie Steven Niestrat (14) für die Endausscheidung beim Regionalwettbewerb der Bezirksregierung Detmold am 20. Februar qualifiziert. Wer dort besteht, kann zum Bundesfinale nach Berlin fahren. Lehrerin Monika Kaufmann nahm gleich zu Anfang Druck von den Finalteilnehmern. "Nach Detmold fahren alle vier Debattanten. Der oder die Dritte und Vierte kommen als Ersatz mit." Dann erklärte sie das Verfahren: Debattiert wird zu viert, jeder gegen jeden. Zwei Debattanten vertreten die Pro-Seite, zwei die Contra-Seite des Themas. Es lautet: Soll für Minderjährige ein Smartphone-Führerschein vorgeschrieben werden? Jeder hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute zur Verfügung. Dabei darf er seine Meinung auch ändern. Zeitlich überwacht und bewertet nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft wird der Wettbewerb von einer fünfköpfigen Jury, bestehend aus Schülern der 12. Klassen. "Die sind alle sehr erfahren, weil sie schon drei Jahre dabei sind, in ihren Wettbewerben und auch im seit 2012 bestehenden Debattierclub des OPG", sagte Wettbewerbsleiterin Monika Kaufmann. Smartphone-Führerschein für Minderjährige? Der sichere Umgang mit dem Smartphones, mit dieser erst wenige Jahre alten Technik, ist gerade für Minderjährige ein brandaktuelles Thema. Darauf bestanden die beiden Pro-Vertreter eindringlich in ihren Vorreden. Und sie hatten den leichteren Part, weil die Argumente pro Handy-Führerschein, vergleichbar mit Fahrrad-Führerschein in der Grundschule, sofort zogen: Cybermobbing, Fake-Accounts, bis hin zur Zerstörung von Leben einzelner Nutzer, sind brandaktuelle Stichworte. Die Contra-Positionen waren nicht so unklug formuliert, Gefahren zu verniedlichen oder gar zu verneinen. Vielmehr richteten sich die Gegenpositionen mehr auf Zwang und Pflichtveranstaltungen, um minderjährige Smartphone-Nutzer aufzuklären. Der Contra-Fraktion ging es um Freiwilligkeit: Wer freiwillig etwas lernt, behält es besser. Es ging in dem Wettbewerb nicht um die besseren, realistischeren Argumente, sondern um das Wie in der Diskussion. Beide Lager - Pro und Contra - machten ihre Sache gut. Die Jury bescheinigte allen Debattanten "gute Sachkenntnis", "ordentliches Zeitmanagement" und "befriedigende bis gute Überzeugungskraft". Ein Lob lautete: "Du hast die Debatte nach vorne gebracht!" Ebenso zählte gute Gesprächsfähigkeit. Hohes Niveau, geringe Unterschiede zwischen Diskutierenden Die Unterschiede zwischen den Pro- und Contra-Vertretern waren nur gering und zumeist technischer Natur. Die Jury beanstandete Kleinigkeiten. Jemand hatte nicht auf die Redelänge geachtet oder am Anfang der Debatte zu wenig gesprochen. Einige waren manchmal auch akustisch zu leise. Schließlich bekamen Luca Elsner und Elena Thiede den Zuschlag für die Plätze eins und zwei und damit für das Bezirksfinale in Detmold. Hannah Volmer (3. Platz) und Steven Niestrat sind die Ersatz-Debattanten. Alle fahren am 20. Februar zum Regionalwettbewerb der Bezirksregierung in Detmold.

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