Konzentriert: Sportschützen wie Andreas Justen profitieren von dem neuen digitalen System. Es zeigt die Treffer genauer an, und die Schützen vergeuden weniger wertvolle Trainingszeit mit dem Laufen. - © Alexander Jenniches
Konzentriert: Sportschützen wie Andreas Justen profitieren von dem neuen digitalen System. Es zeigt die Treffer genauer an, und die Schützen vergeuden weniger wertvolle Trainingszeit mit dem Laufen. | © Alexander Jenniches

Schweicheln-Bermbeck Schießsport in Hiddenhausen soll attraktiver werden

Davon werden auch die übrigen Sportschützen der Gemeinde profitieren

Alexander Jenniches

Schweicheln-Bermbeck. In Hiddenhausen könnte der Schießsport einen Aufschwung erleben. Die Gemeinde beteiligt sich an der Renovierung der Schießanlage des Schützenvereins Schweicheln-Bermbeck. Der Verein wird die Anlage auch den Sportlern der übrigen Vereine in der Gemeinde zur Verfügung stellen. Schweicheln-Bermbeck hat die einzige 50 Meter-Kleinkaliber-Schießanlage in Hiddenhausen. Die Sportschützen sind in der Kreis- und Bezirksliga aktiv, einige schaffen es von Zeit zu Zeit auch auf landesweite Wettkämpfe, mancher gar zur Deutschen Meisterschaft. Der Zustand der Schießanlage ist einfach sehr schlecht. Zehn Bahnen haben die Sportler beim Schützenverein Schweicheln-Bermbeck. Vier Kleinkaliber-Bahnen und sechs Luftgewehr-Bahnen. Von den vier Kleinkaliber-Bahnen sind drei komplett defekt. Die Zielscheiben-Technik funktioniert nicht mehr. Auf der vierten Bahn – so etwas nennt man wohl Vorführeffekt – fiel just in dem Moment, als der Autor dieser Zeilen das oben stehende Bild machen wollte, der letzte Monitor auch noch aus. Das überraschte selbst den Hauptkassierer des Vereins, Mathias Kollmeier: „Das gibts doch nicht! Jetzt geht der auch nicht mehr", sagte Kollmeier verwundert, als er sich zum Foto vor die Schießbahn stellte. Ein bisschen klopfen am Monitor half. Das Bild kam flackernd zurück. Richtig was auf dem Bildschirm erkennen konnte man jedoch nur mit großer Mühe. Der Monitor ist an Kameras angeschlossen, die auf die Zielscheiben in 50 Metern Entfernung gerichtet sind. Derzeit ist kein effektives Training möglich Auf diese Weise können die Schützen das Trefferbild sehen und den nächsten Schuss genauer setzen. Aber mit der momentanen Ausstattung der Schießanlage ist das kaum möglich. Wenn der letzte verbliebene Monitor denn mal funktioniert, ist das Bild so flau und milchig, dass es ambitionierten Schützen die Lust verdrießen kann. Wer nicht genau sieht, wohin der letzte Schuss ging, kann beim nächsten Mal nicht richtig korrigieren und genauer treffen. Zudem müssen die Schützen während des Trainings mehrmals hin- und herlaufen und die Scheiben in 50 Metern Entfernung wechseln. Das erinnert dann eher an die Aktivitäten eines Wandervereins. Zeiteffektive Nutzung des Schießtrainings ist es nicht. Und damit sich das jetzt ändert, bekommt der Schützenverein Schweicheln-Bermbeck eine neue Anlage. Genauer gesagt wird das Zielscheibensystem auf den neuesten Stand gebracht. Die Schützen haben dann auf Bildschirmen (Tablets) ein glasklares Bild und müssen auch die Zielscheiben nicht mehr wechseln, denn das neue System ist komplett digitalisiert. Auch die Treffer werden per Computermesstechnik registriert und nicht mehr auf einer Pappkarte. Die Gemeinde Hiddenhausen hat für die Renovierung 9.489 Euro Fördermittel bewilligt, auch mit Blick auf die Jugendarbeit, die in Schweicheln großgeschrieben wird. Der Kreis Herford gibt 6.326 Euro dazu. Da die gesamte Modernisierung etwa 31.630 Euro kostet, bringen die Schweichelner Schützen die Restsumme aus Eigenmitteln und Spenden auf. Einweihung der neuen Anlage soll möglichst schon im Sommer sein. Im Oktober beginnt die neue Saison der Sportschützen.

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