Vorbereitung: Doo-Jin Park freut sich schon auf seine Stelle in der Gemeinde Hiddenhausen. An der Hochschule für Kirchenmusik in Herford übt er an der Orgel für seine Abschlussprüfung als B-Kirchenmusiker. - © Alexander Jenniches
Vorbereitung: Doo-Jin Park freut sich schon auf seine Stelle in der Gemeinde Hiddenhausen. An der Hochschule für Kirchenmusik in Herford übt er an der Orgel für seine Abschlussprüfung als B-Kirchenmusiker. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Stephanus Gemeinde stellt neuen Organisten vor

Ein Südkoreaner spielt die Orgel

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Die Stephanus Gemeinde Hiddenhausen hat einen neuen Organisten. Es ist der Südkoreaner Doo-Jin Park. Er studiert derzeit noch an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Dort wird er im Februar seinen Abschluss machen mit der sogenannten B-Prüfung. Sie berechtigt ihn, hauptberuflich als Kirchenmusiker zu arbeiten. Kleines Namenseinmaleins für Nicht-Koreaner: Park ist sein Nachname und Doo-Jin der Vorname. Er ist 34 Jahre alt, in Busan in Südkorea geboren und evangelisch. Dort hat er auch seinen Universitätsabschluss in Kirchenmusik gemacht, an der Theologischen Kosin Hochschule, Hauptfach Komposition. Dabei sah es gar nicht danach aus, als ob er Berufsmusiker werden würde: "Ich habe vom siebten bis zum 13. Lebensjahr Klavierunterricht gehabt und hatte dann keine Lust mehr. Wie das mit Teenagern so ist. Da hab ich nur noch für mich und meine Kirchengemeinde gespielt." Mit 18 jedoch packte es ihn wieder, denn er wollte unbedingt studieren. Also nahm er erneut Unterricht, spielte beim zweijährigen, obligatorischen Militärdienst die Querflöte und arrangierte für seine Kameraden Lieder. Danach ging es zur Uni, die er mit einem Diplom in Komposition abschloss. Um sein Wissen und Können zu vervollkommnen reiste Doo-Jin Park nach Deutschland und wollte hier weiter lernen. Dann jedoch geschah etwas Unerwartetes: "Ich habe von Bekannten gehört, dass man in Deutschland hauptberuflich als Kirchenmusiker arbeiten kann. Das war mir bis dahin neu. In Südkorea geht das nicht. Aber reine Kirchenmusik als Beruf leben: Das war doch, was ich wollte!" Er lässt alle Kompositionskurse sausen, und will die Qualifikation für seinen Traum erwerben. Doch dafür muss er wieder studieren. Und das größte Problem kommt erst noch: Er spielt ja alle möglichen Instrumente - nur Orgel eben nicht. Sechs Monate bereitet er sich auf die Aufnahmeprüfung vor. Er ist aufgeregt und fällt bei den ersten beiden Malen in Düsseldorf und Detmold durch: "Aber dann habe ich mir gesagt: Komm! Du musst mutig sein und einfach loslegen." Das half. In Herford an der Hochschule für Kirchenmusik schafft er die Aufnahme. Seit Ende 2013 studiert er dort und wird unter anderem von Münsterkantor Stefan Kagl ausgebildet. Im Februar nun macht Doo-Jin Park seinen Abschluss. Bereits seit September sitzt der junge Koreaner in der St. Gangolf Kirche an der Orgel. Am 7. Januar um 17 Uhr gibt Doo-Jin Park dort sein offizielles Antrittskonzert, gemeinsam mit seinem ungarischen Kommilitonen József Opicz. Der ist neuer Organist und Chorleiter in Lippinghausen. Beide musizieren und singen: Park Tenor und Opicz Alt. Zu hören gibt es beim Konzert Werke von Henry Purcell, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Peter Cornelius, Antonín Dvorák und Roger Quilter. Eine gute Gelegenheit, die beiden kennenzulernen.

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