Einsatzbereit: Die Polizeihauptkommissare Hartmut Feldmann (2.v.r) und Bernd Wude (rechts) sind die beiden neuen Gemeindepolizisten, die offiziell auch Bezirksbeamte heißen. Zum Dienstantritt gratulierten auch die Polizeidirektoren Dirk Zühlke (v.l) und Christian Brenski sowie der Leiter des Bezirksdienstes für Herford und Hiddenhausen, Dirk Hüsemann. Ihren Dienstsitz haben die beiden neuen Polizisten direkt gegenüber der Olof-Palme-Gesamtschule. - © Alexander Jenniches
Einsatzbereit: Die Polizeihauptkommissare Hartmut Feldmann (2.v.r) und Bernd Wude (rechts) sind die beiden neuen Gemeindepolizisten, die offiziell auch Bezirksbeamte heißen. Zum Dienstantritt gratulierten auch die Polizeidirektoren Dirk Zühlke (v.l) und Christian Brenski sowie der Leiter des Bezirksdienstes für Herford und Hiddenhausen, Dirk Hüsemann. Ihren Dienstsitz haben die beiden neuen Polizisten direkt gegenüber der Olof-Palme-Gesamtschule. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Zwei Dorfsheriffs mit den Ohren am Bürger

Ordnungskräfte: Hiddenhausen hat zwei neue Polizisten. Hartmut Feldmann (59) und Bernd Wude (51) wollen für Sicherheit sorgen und das Gespräch suchen

Alexander Jenniches

Hiddenhausen. Vor zwei Wochen wurden sie im Gemeinderat offiziell vorgestellt. Nun erfährt auch die Öffentlichkeit, wer die beiden neuen Gemeindepolizisten sind. Und dass sie wirklich interessante Hobbys haben, über die sich ohne Scheu ein Gespräch eröffnen lässt - um dann später vielleicht ernstere Themen in Angriff zu nehmen. Hartmut Feldmann und Bernd Wude heißen die beiden Neuen. Feldmann ist 59 Jahre alt und Wude 51. Sie sind sogenannte Bezirksbeamte, also von der Kreispolizeibehörde Herford in den Bezirk Hiddenhausen entsandt. Ihre Wache befindet sich direkt gegenüber der Olof-Palme-Gesamtschule. Das passt gut. Denn besonders die Verkehrssicherheit rund um die Schulen der Gemeinde sind den beiden Hauptkommissaren sehr wichtig. Bernd Wude: "Schulwegsicherung ist ein ganz wichtiger Aspekt unserer Arbeit. Deswegen sind wir auch oft schon früh draußen, wenn die Schule beginnt." Gegen Mittag sind die beiden wieder am Ort, dann nämlich, wenn gestresste Eltern flott ihren Nachwuchs einsammeln und Verkehrsregeln zuweilen recht großzügig auslegen. Natürlich haben Hartmut Feldmann und Bernd Wude auch Büroarbeit. Die meiste Zeit sind sie jedoch auf den Straßen unterwegs, mit ihrem Polizeiwagen oder auch mit einem Roller. Mobilität ist den Polizeibeamten wichtig - wegen der Präsenz im Dorf Die Mobilität ist wichtig, denn die Beiden wollen Präsenz zeigen und für jedermann ansprechbar sein. Hartmut Feldmann: "Wir sind hier, und das sollen auch alle Bürger wissen. Wir machen ja auch Beratungen, was Kriminalitätsprävention zum Beispiel angeht. Und wenn wir über die Dörfer fahren und eine offen gelassene Tür sehen, bleiben wir stehen, schauen nach dem Rechten und suchen natürlich auch das Gespräch über das Thema Sicherheit." Ins Gespräch lässt sich mit den Beiden ganz bestimmt kommen. Denn sie haben sehr interessante Hobbys, über die sich trefflich fachsimpeln lässt. Bernd Wude frönt in seiner Freizeit nämlich einem Hobby, zu dem viele Leute sicher etwas zu sagen haben oder für das sie zumindest ihr Herz erwärmen können: Er restauriert alte Autos. Aber nicht irgendwelche, sondern den guten, alten VW-Käfer, und am liebsten ein Cabrio. Wenn er sich an eines dieser viel geliebten Schätzchen heranmacht, geht er auch gleich aufs Ganze. Mit ein bisschen Polieren gibt er sich dann nicht ab. Bernd Wude geht zur Sache: Der Wagen wird komplett in seine Einzelteile zerlegt, alles gereinigt und inspiziert und von Grund auf wieder zusammengesetzt. Nicht nur das Schrauben und Basteln gibt ihm ein gutes Gefühl dabei: "Ich habe die Leidenschaft selbst von meinem Vater übernommen und gebe sie jetzt an meinen Sohn weiter, der mittlerweile auch schon fleißig mitmacht. Das ist wirklich eine sehr schöne Familientradition." Das gebe ihm ein Glücksgefühl. Sein Kollege Hartmut Feldmann ist ein passionierter Heimatkundler und beschäftigt sich besonders mit der Geschichte der Stadt Bünde, die er Interessierten auch schon mehrfach als Stadtführer näher gebracht hat. Daneben ist die ehemalige innerdeutsche Grenze sein Steckenpferd. Zu ihr hat er schon mehrere Bustouren organisiert. Dorfpolizisten reichen Bürgern die Hand mit dem Wunsch auf gute Zusammenarbeit Die Touren entlang der einstigen Grenzanlagen quer durch Deutschland hat er als Fachmann begleitet. Seine ganz große Passion jedoch gehört Kampfflugzeugen. Fünf Bücher hat Hartmut Feldmann über die Himmelsstürmer bereits veröffentlicht. Eines seiner größten Erlebnisse hatte er im Himmel über Kanada: "Ich flog in einem Tankflugzeug mit, als ein Jet aufgetankt wurde. So etwas ist schon ein besonderes Erlebnis, das man nicht vergisst." Ungezählte Stunden hat Feldmann über den Wolken verbracht und seine Erfahrungen in Zigtausenden von Fotos und Dias festgehalten. Sein nächstes Projekt ist bereits in Arbeit: ein Buch über die Geschichte des Fliegerhorstes Laage bei Rostock. Dort werden heute Eurofighterpiloten ausgebildet. Im Kalten Krieg starteten von dort russische MiG-Kampfflugzeuge. Heute ist auf dem Gelände das Taktische Luftwaffengeschwader 73 der Bundeswehr stationiert. Die Gemeinde Hiddenhausen bekommt mit den beiden neuen "Dorfsheriffs" - wie sie sich selbst mit einem Augenzwinkern nennen - zwei interessante Menschen, die sich nicht hinter ihrer Uniform verstecken, sondern sich bewusst mit ihrer Persönlichkeit mitten ins Dorf stellen. Es ist wohl auch eine Geste des Vertrauens, die sie den Bürgern entgegenbringen: Die Bezirksbeamten Hartmut Feldmann und Bernd Wude reichen den Hiddenhausern die Hand mit dem Wunsch und der Hoffnung auf gute Zusammenarbeit.

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