Objekt: Das Gebäude neben dem NP-Markt in Oetinghausen würde Lars Uhlen gefallen. - © Alexander Jenniches
Objekt: Das Gebäude neben dem NP-Markt in Oetinghausen würde Lars Uhlen gefallen. | © Alexander Jenniches

Oetinghausen Bonitas plant weitere Einrichtung

Kurzzeitpflege: Mit neuem Haus am früheren Sparkassen-Standort an der Oberen Talstraße in Oetinghausen will Bonitas-Chef Lars Uhlen einen Teil des großen Bedarfs decken

Corina Lass

Oetinghausen. Lars Uhlen plant, etwa 28 Kurzzeitpflegeplätze in Oetinghausen einzurichten. Im Visier hat der Bonitas-Geschäftsführer das leerstehende Gebäude gegenüber dem NP-Markt an der Oberen Talstraße, das bis 2015 von der Sparkasse genutzt wurde. Der Herforder räumt ein, dass der Zweckbau auf den ersten Blick eine solche Nutzung nicht nahelege. Wer sich aber seine Häuser an der Engerstraße und in Schweicheln ansehe, wisse, was Bonitas daraus machen könnte. Uhlen zufolge fehlen nach - noch nicht offiziellen - Schätzungen im Raum Herford/Hiddenhausen rund 35 Kurzzeitpflegeplätze. Die genaue Zahl sei schwer zu ermitteln, sagt er. Zwar stellten die bestehenden Alten- und Pflegeheime auch Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung, die seien aber überwiegend tatsächlich mit Langzeitbewohnern belegt. Der Kreis Herford hat eine eigene Pflegeplanung, die er jährlich fortschreibt. Daran arbeitet derzeit das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG), ein eingetragener Verein. Anfang des Jahres wird das Institut fertig sein, die aktualisierte Pflegeplanung danach vom Kreistag beschlossen. Klar ist schon jetzt, dass Kurzzeitpflegeplätze fehlen. Das bekommen beispielsweise die Krankenhäuser zu spüren, wenn sie einen Platz zur Anschlusspflege für einen Patienten suchen, der auskuriert ist, aber zu Hause noch nicht alleine zurecht kommt. Darüber berichtete die Neue Westfälische Mitte August. Die Situation hat sich zugespitzt, seit die Krankenkassen die Anschlusspflege finanzieren müssen, wenn kein Pflegegrad zuerkannt wird, sagte damals die Leiterin des Sozialdienstes am Klinikum, Sabine Weygandt. Sie und ein vierköpfiges Team müssten zwischen 14 und 17 Anforderungen nach Kurzzeitpflegeplätzen für Patienten in der Woche bearbeiten, erzählte sie. Doch böten die 29 Einrichtungen, die der Sozialdienst auf seiner Liste hat, nur 158 Kurzzeitplätze an - und die seien meist belegt. "In den Ferien ist es besonders schlimm, aber das Problem zieht sich durchs ganze Jahr", sagt Weygandt im August. In den Gebäuden an der Oetinghauser Straße stehen Uhlen und seinem Team 1.400 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Er lege aber hinsichtlich der Größe der Zimmer und der Ausstattung Wert auf einen hohen Standard. Deshalb gehe er davon aus, dass er in dem Gebäude nur 28 Plätze einrichten könne. Der Bonitas-Geschäftsführer hat sein Vorhaben in Oetinghausen vor einigen Tagen durch einen Mitarbeiter in der "Kommunalen Konferenz Alter und Pflege" vorstellen lassen. Seinem Eindruck nach sei es positiv aufgenommen worden. Der Bauantrag sollte diese Woche fertig werden. Ob es dann tatsächlich zu einer Einrichtung mit Kurzzeitpflegeplätzen an der Oberen Talstraße kommt, hängt neben den Umbaukosten und möglichen Zuschüssen auch vom ermittelten Bedarf in diesem Bereich ab, so Uhlen. Nach Informationen der Neuen Westfälischen hat der Kreis dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben, das aber noch nicht fertig ist. Die Bonitas-Einrichtung ist für den Fall ihres Baus die vierte in der Gemeinde. Uhlen hat schon im früheren Schweichelner Krug und am Rathausplatz in Lippinghausen Häuser unter dem Titel "Unser kleines Heim - mitten im Leben" eröffnet sowie eine Tagespflege an der Löhner Straße übernommen. Der Bonitas-Chef folgt mit dem Vorhaben in Oetinghausen seinem Konzept, das es alten Menschen ermöglichen soll, auch bei Pflegebedürftigkeit weiterhin mitten in ihrem Ortsteil zu leben. Neben dem vorgesehenen Standort an der Oberen Talstraße befinden sich ein Supermarkt, ein Blumenladen und ein Geldautomat der Sparkasse.

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