Freiwillige Helfer: Ehepaar Lohmeyer, Organist Schweicheln, Simon Volmer, Sohn der Kirchmeisterin, Friedhelm Eickmeier, Posaunenchor Schweicheln, sowie Enkelkinder von Eickmeiers und Lohmeyers nutzen Wasserschlauch, Pfeifenbürste und Seifenbad, um die Pfeifen zu reinigen. - © Brigitte Volmer
Freiwillige Helfer: Ehepaar Lohmeyer, Organist Schweicheln, Simon Volmer, Sohn der Kirchmeisterin, Friedhelm Eickmeier, Posaunenchor Schweicheln, sowie Enkelkinder von Eickmeiers und Lohmeyers nutzen Wasserschlauch, Pfeifenbürste und Seifenbad, um die Pfeifen zu reinigen. | © Brigitte Volmer

Schweicheln Orgelsanierung in der Versöhnungskirche

Anastasia von Fugler

Schweicheln-Bermbeck. Orgelspieler Rainer Lohmeyer hatte es entdeckt. Der Klang der Orgel war nicht mehr derselbe. Schimmel hatte das Holzgehäuse befallen. Schon wieder. Seit dem 7. August wird die Orgel in der Versöhnungskirche Schweicheln-Bermbeck renoviert und vom Pilzbefall befreit. Pfarrerin Katharina Baumann-Schulz rechnet fest damit, dass die Arbeiten bis zum Erntedankfest am 1. Oktober abgeschlossen sind. "2010 hatten wir schonmal das gleiche Problem. Da hat uns die Sanierung der Kirchenorgel 13.000 Euro gekostet", sagt die Gemeindepfarrerin. Dass es jetzt wieder ein Schimmelproblem gibt, erklären sich die Verantwortlichen durch fehlende Luftzirkulation. Besonders auf der Empore, dem Standort der Orgel, mangelt es an Belüftung. Aus diesem Grund wird gleichzeitig ein Belüftungsgebläse auf der Empore erstellt, welches sich über die ganze Fläche erstreckt. Zwei große, breite Rohre laufen von links nach rechts, teilweise unter dem Boden, aber auch sichtbar an der Wand entlang. "Jede zweite Kirche hat mittlerweile damit zu kämpfen", sagt der Fachmann für Orgelsanierungen Mathias Johannmeier. Der Orgelbauer, der seine Geschäftsstelle in Stemwede hat, braucht normalerweise sechs Wochen für die Sanierung einer Orgel in diesem Größenverhältnis. Dass es jetzt fast zwei Monate dauere, liegt hauptsächlich daran, dass die Arbeit nicht immer zeitgleich mit dem Einbau der Lüftung vonstatten gehen kann, meinen die Verantwortlichen. Mathias Johannmeier und sein Vater haben die Orgel in all ihre Bestandteile zerlegt. Auf der Empore liegen sauber geordnet die Holzpfeifen. Die Metallpfeifen stehen im unteren Kirchraum chronologisch von groß nach klein aufgereiht an der Wand. " Wir sind wirklich froh, dass bei dem Einschulungsgottesdienst niemand an die Pfeifen gekommen ist. Es ist eine Platzfrage. Nicht alles kann auf der Empore untergebracht werden", sagt Baumann-Schulz. Die insgesamt 1.102 Pfeifen, von einem Zentimeter zu drei Metern Höhe, müssen allesamt gesäubert werden. Die Basspfeifen sind aus Mahagoni-Holz. Um den Schimmel dort zu entfernen, arbeitet der Handwerker mit 70-prozentigem Alkohol. Für die Säuberung der Metallpfeifen bekam er Unterstützung von Freiwilligen. Mit Pfeifenbürste und Wasserschlauch putzten Groß und Klein gemeinsam. "Das sah schon witzig aus. Wie die riesige Pfeife in diesem kleinen Seifenbad stand", sagt Kirchmeisterin Brigitte Volmer, die auch mit helfender Hand zur Seite stand. Um dieses Mal dem Schimmel besser vorzubeugen, wird die Temperatur der Kirche um wenige Grad erhöht. Auch im Winter bleibe die Heizung an, so die Kirchenmeisterin.

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