Herford Kaffee für den fairen Geschmack

Erste Gastronomen unterstützen Herfords Bewerbung als Vorzeigestadt

Von Jens Möller
Alexandra Spitthöver bietet im Restaurant Nil neben fairgehandeltem Eis bald auch zertifizierten Kaffee an. Wolfgang Petri hofft, dass sich noch mehr Gastwirte diesem Beispiel anschließen. - © FOTO: KIEL-STEINKAMP
Alexandra Spitthöver bietet im Restaurant Nil neben fairgehandeltem Eis bald auch zertifizierten Kaffee an. Wolfgang Petri hofft, dass sich noch mehr Gastwirte diesem Beispiel anschließen. | © FOTO: KIEL-STEINKAMP

Herford. Eine Stadt mit Fair-Trade-Siegel soll Herford werden – und geht es nach Wolfgang Petri, Sprecher der Steuerungsgruppe, vielleicht noch vor der Kommunalwahl 2014. Vorher müssen ausreichend Gastronomen mitspielen und ihr Angebot um fair produziert und gehandelte Produkte ergänzen. Die ersten drei Gastwirte sind jetzt an Bord.

Im Restaurant Nil und nebenan in der Bar Schiller an der Kurfürstenstraße können Gäste bald offiziell mit gutem Gewissen Kaffee trinken. Die schwarzen Bohnen tragen das Fair-Trade-Siegel, wurden also unter geprüften Bedingungen in den Herkunftsländern produziert, erklärt Geschäftsführerin Alexandra Spitthöver.

Zwei faire Speisen müssen Gastwirte auf ihrer Karte anbieten, damit sie die Stadt bei ihrem Ziel unterstützen können, Fair-Trade-Kommune zu werden. Mindestens sieben Gastronomen müssen mitmachen, erklärt Wolfgang Petri. Neben Nil und Schiller ist das Hotelrestaurant Waldesrand dabei. Mit einem vierten Gastwirt laufen Gespräche.

Petri hofft, dass die ersten Rekrutierungserfolge eine Signalwirkung haben. Denn er sehe eine große Zurückhaltung in der Herforder Gastronmie. Ist zu teuer, schmeckt nicht, so die Vorurteile.

Alexandra Spitthöver kann das nicht nachvollziehen. Ihre Gäste werden für den Kaffee nicht mehr bezahlen als vorher, verspricht sie. Zwar sei das Kilo fairgehandelter Kaffee etwa drei bis fünf Euro teurer als übliche Ware, aber auf die Tasse heruntergerechnet gehe es nur um Centbeträge. "Das Teuerste am Kaffee sind Milch und Zucker", sagt sie. Zucker wolle sie als nächstes durch ein geprüftes Produkt ergänzen.

Neben den Gastronomen muss Herford als Kandidat auch genügend Märkte vorweisen können, um das Siegel vom Fair-Trade-Dachverband in Köln zu erhalten. 14 engagierte Märkte seien gefordert, erklärt Petri, 10 seien schon an Bord.

Auch bei Schulen sei die Resonanz sehr gut. Friedrichsgymnasium, König-Mathilde-Gymnasium, Gesamtschule Friedensthal und Geschwister-Scholl-Schule machen mit, berichtet Petri. Dort werde im Unterricht das Thema Fair-Trade und die Lebensbedingungen der Bauern, Arbeiter und Produzenten in südlichen Ländern behandelt. Außerdem kommen faire Produkte in die Schulcafeterias. Auch genügend Kirchengemeinden hätten sich von dem Vorhaben in Herford angeschlossen.

"Wir hoffen, dass wir alle Kriterien bis zum Ende des Jahres erfüllen", sagt Petri. Dann gingen sämtliche Papiere zur Prüfung nach Köln. Vielleicht bekäme Herford das Siegel dann schon vor der Kommunalwahl im Mai verliehen. Auch Bürgermeister Bruno Wollbrink (SPD) trommelt für das Projekt. Neben dem moralischen Aspekt steht natürlich der Werbeeffekt – sowohl für die Stadt als auch für die teilnehmenden Unternehmer.

Am Samstag, 7. Dezember, wirbt die Steuerungsgruppe von 10 bis 12.30 Uhr in der Markthalle.

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