Brian Milas und Gwendolin Ross mit einem Vorentwurf, dem die baldige Fassadengestaltung des Hauses an der Brudtlachtstraße (im Hintergrund) bereits zu entnehmen ist. Das Graffiti soll dann allerdings bunt sein. - © FOTO: KIEL-STEINKAMP
Brian Milas und Gwendolin Ross mit einem Vorentwurf, dem die baldige Fassadengestaltung des Hauses an der Brudtlachtstraße (im Hintergrund) bereits zu entnehmen ist. Das Graffiti soll dann allerdings bunt sein. | © FOTO: KIEL-STEINKAMP

Herford Wo Kunst drin war, kommt Kunst dran

Brian Milas, Käufer des ehemaligen Weizenfeld-Ateliers, stellt das Haus für "Streetart" zur Verfügung

Herford. Seit etwa drei Jahren betreibt Brian Milas an der Radewiger Straße sein Leihhaus. Die Geschäfte liefen von Anfang an gut, Milas sah sich nach größeren Räumlichkeiten um. Fündig wurde er ein paar Meter weiter an der Brudtlachtstraße. Bis vor einiger Zeit hatte dort der Herforder Künstler Weizenfeld sein Atelier. Milas kaufte das Haus und sorgt nun dafür, dass es mit Kunst verbunden bleibt - allerdings nur von außen.

Besiegelt wurde das auf einem geselligen Abend mit der Interessengemeinschaft Radewig, auf dem auch Marta-Direktor Roland Nachtigäller zu Gast war. Kunst- und Kulturfreund Milas erfuhr vom geplanten Marta-Projekt "HANSEstreetartWORKS" (siehe Info) und war sofort Feuer und Flamme, sein neues Haus an der Brudtlachtstraße für die Graffiti eines solchen "Straßenkünstlers" zur Verfügung zu stellen.

Information

Straßenkunst

Bestandteil der vom 13. bis 16. Juni stattfindenden Hanse-tage ist das vom Museum Marta organisierte "HANSEstreetartWORKS".

Hierzu werden 18 "Street Artists" (dt.: Straßenkünstler) aus verschiedenen Hansestädten eingeladen, ihre Kunst direkt auf die Straße zu bringen.

Live vor den Augen der Besucher entstehen dann während der Hansetage an verschiedenen Orten der Herforder Innenstadt vielfältige Streetart-Werke zum Thema Visionen und verändern die Stadt – manche nur für wenige Tage – andere nachhaltig.

Gwendolin Ross, Pressesprecherin des Museum Marta, beruhigt etwaige Bedenkenträger: "Es werden natürlich keine Fassaden bemalt, wenn es keine ausdrückliche Erlaubnis dafür gibt." (hazl)

"Sein Name ist Stefaan de Croock, Künstlername Strook, und sein Kunstwerk wird so aussehen", sagt Milas und holt ein Bild mit einem Vorentwurf heraus. An zwei Wänden und "übers Eck" gesprüht, wird ein knapp sechs Meter hohes Graffiti entstehen, das eine Mischung aus Mensch und Maschine zeigt. "Das ist das Leitmotiv des Künstlers: ,man meets machine’", erklärt Gwendolin Ross, Pressesprecherin des Museum Marta. Im Vorentwurf ist das Kunstwerk noch einfarbig, "so weit ich weiß, soll das am Ende aber bunt sein", verrät Milas, der das Graffiti noch weit über die Hansetage hinaus am Gebäude lassen will.

Der 46-Jährige, der seinen Wohnsitz wegen seiner Söhne in Dortmund hat und jeden Tag pendelt, möchte sein Haus dem Künstler auch als Schlafstätte und Lager für seine Materialien zur Verfügung stellen. "Ich bin wirklich stolz, Teil eines Marta- Projektes zu sein - ich würde abends sogar die Pinsel mit auswaschen", sagt er und lacht.

Gwendolin Ross findet das klasse: "Wir suchen übrigens noch weitere Leute, die Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen oder Farbe oder Gerüste sponsern."

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