Herford Eine Medaille für die Flieger

Der Herforder Verein für Luftfahrt feierte sein 100-jähriges Bestehen

Herford. 1909 haben die Gebrüder Wright in den USA den ersten Motorflug gewagt. Drei Jahre später gründeten einige Honoratioren den Herforder Verein für Luftfahrt (HVfL). Jetzt feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen und bekam eine besondere Auszeichnung: die Sportmedaille des Bundespräsidenten.

Die Medaille hatte Bürgermeister Bruno Wollbrink mitgebracht, zusammen mit einer Urkunde, die die Originalunterschrift Joachim Gaucks trägt. Die Medaille vergibt der Bundespräsident für besondere Verdienste von Vereinen im Sport. Wollbrink erinnerte daran, dass einer seiner Vorgänger, der Oberbürgermeister Busse, einer der Initiatoren des Vereins war. Wohl deswegen habe der Verein auch schon in der Anfangszeit Erfolg gehabt. Auf den Verein ginge ja der ehemalige Flugplatz im Füllenbruch zurück.

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Der Verein habe in jüngerer Zeit viel dazu beigetragen, dass der Sportpark Waldfrieden zu dem geworden sei, was er heute ist. Der HVfL sei aus dem Vereinsleben Herfords nicht wegzudenken, sagte Wollbrink.

Stefan Klatt, Vorsitzender des Aero-Clubs in Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Vorsitzender des Landessportbundes, hielt ein 100-jähriges Bestehen eines Luftsportvereins für etwas ganz Besonderes, auch wenn Turner oft auf 150 Jahre und mehr zurückblicken könnten. Kaum habe die Menschheit begonnen zu fliegen, habe sich in Herford, in der Provinz, ein Luftsportverein gegründet. Das sei sehr außergewöhnlich.

Wie außergewöhnlich das war, wurde den Gästen in den Züchterstuben beim Vortrag des Segelflug-Altmeisters Fred Weinholtz deutlich. Er beleuchtete die Geschichte seines Vereins nach dessen Neugründung 1951. Schon vorher hatten er, der ehemalige Luftwaffenpilot und Flüchtling, und einige andere sich zusammengefunden, um zunächst noch illegal einen solchen Verein zu gründen. Dann stieß Weinholtz auf die ehemaligen Herforder Flieger und ihren Verein.

Der ehemalige Fluglehrer zählte die Schwierigkeiten auf, mit denen die Herforder in den ersten Jahren nach der Gründung zu kämpfen hatten. Flugzeuge mussten gebaut werden. Der Verein, der zur Flugplatzgemeinschaft Oerlinghausen gehört, sorgte mit viel Engagement und mit dem Spiel vieler Beziehungen dafür, dass der Platz eingezäunt und begradigt wurde. Winden mussten gebaut werden und vieles mehr. Von Herford seien viele Anregungen für den Segelflugsport ausgegangen, die viel mit der Person Weinholtz’ zu tun haben.

Zum guten Schluss ließen der Verein und die Otto-Hahn-Realschule einen Blick in die Zukunft zu. Sie gründeten eine Schülerfluggemeinschaft. Der Verein übereignete der Gemeinschaft die zweite Ka 8, ein Segelflugzeug, in seinen Besitz. Heinz-Achim Richter, Vorsitzender des Vereins, und Schulleiter Karsten Heumann unterzeichneten die Vereinbarung, Volkmar Rolfes ist der Verantwortliche der Schule. Er ist Pilot für Ultraleichtflugzeuge.

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