Musik und Tanz zum Dank: In ihren traditionellen weißrussischen Kasacks unterhielten die Kinder aus der Region um Tschernobyl ihre Gastgeber im Kreishaus. Das Akkordeon von Pavel Paleshkovic (nicht im Bild) setzte die Melodien. - © FOTO: KIEL-STEINKAMP
Musik und Tanz zum Dank: In ihren traditionellen weißrussischen Kasacks unterhielten die Kinder aus der Region um Tschernobyl ihre Gastgeber im Kreishaus. Das Akkordeon von Pavel Paleshkovic (nicht im Bild) setzte die Melodien. | © FOTO: KIEL-STEINKAMP

KREIS HERFORD Eine unbelastete Zeit

Zum 20. Mal sind Kinder aus verstrahlter Region zu Gast

VON THOMAS HAGEN

Kreis Herford. Am 26. April 1986 kam es zur Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl. Die Folgen wirken noch immer nach. Und von diesen Folgen erholen sich derzeit wieder 30 Kinder aus der weißrussischen Region Gomel und Mogiljow. Sie sind noch bis zum 17. August zu Gast im Kreis Herford. Seit 1992 vermittelt der Verein "Kinder aus Tschernobyl" diese Erholung.

Die Kinder sind zwei Wochen im Kreisjugendheim und anschließend eine Woche lang (wegen der Sprachprobleme) jeweils zu zweit in Gastfamilien untergebracht, doch der Verein muss pro Aufenthalt rund 15.000 Euro aufbringen. Das geht nur mit Spenden. Im Kreishaus haben sich die Kinder im Alter zwischen acht und dreizehn Jahren gestern mit Liedern und Tänzen bedankt.

Fast alle sind entweder Halbwaisen oder stammen aus sozial schwierigen Verhältnissen. Und sie genießen den Aufenthalt im Wittekindsland.

"Die Häuser hier sind so schön, die Straßen so sauber, und die Natur ist viel prächtiger als bei uns", sagte Oleg. Der Vorsitzende des rührigen Vereins, Klaus Wörmann, beschrieb die Folgen des Reaktorunfalls: "Immer noch treten vermehrt Krebserkrankungen auf, die Bevölkerung und besonders die Kinder leiden an Herz- Kreislauferkrankungen und unter Mangelernährung."

Mit dem Aufenthalt im Kreis Herford wolle man ihnen Gelegenheit geben für eine "fröhliche und unbelastete Zeit mit ebenso von Strahlung unbelastetem Essen."

Die Gastgeber hatten sich viel Mühe gegeben, um den Kindern einen abwechslungsreichen Aufenthalt zu ermöglichen. Die Kinder dankten es ihnen mit Tanz, Gesang und Musik. Und zu Hause angekommen mit besseren Schul-Leistungen.

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