Andrea Bracht umarmt "Else", das Metall-Maskottchen vom Team "Giraffe-OWL". Hinter der Fahrertür steht Clemens Mühr, Geschäftsführer der Firma Comuna Metall, der sich durch eine Reportage zu dem Abenteuer hat inspirieren lassen. - © FOTO: HASELHORST
Andrea Bracht umarmt "Else", das Metall-Maskottchen vom Team "Giraffe-OWL". Hinter der Fahrertür steht Clemens Mühr, Geschäftsführer der Firma Comuna Metall, der sich durch eine Reportage zu dem Abenteuer hat inspirieren lassen. | © FOTO: HASELHORST

HERFORD Mit Elses Geist nach Gambia

Clemens Mühr und Andrea Bracht nehmen mit einem alten Volvo an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul teil

VON MEIKO HASELHORST

Herford. Clemens Mühr ist selten krank. Vor ein paar Jahren hatte es ihn aber doch mal erwischt. Angeschlagen lag der Geschäftsführer der Engeraner Firma Comuna-Metall auf seinem Sofa und zappte sich durchs Fernsehprogramm. "Bei einer Reportage zur Rallye Dresden-Dakar-Banjul blieb ich hängen", erinnert er sich.

Das TV-Erlebnis hat den 48-Jährigen offenbar nachhaltig beeindruckt: etwa drei Jahre später - am 19. November 2011 - werden er und seine Lebensgefährtin Andrea Bracht zu besagter Rallye aufbrechen. "Seitdem ich das damals im Fernsehen gesehen habe, hat mich die Idee nicht mehr in Ruhe gelassen", sagt Mühr. Andrea Bracht war ebenfalls "von Anfang an angefixt", wie sie sagt. "Afrika fand ich schon immer faszinierend - und Auto fahre ich auch sehr gerne."

Nachdem die beiden eine Weile nur mit dem Gedanken geliebäugelt hatten, haben sie nun "Nägel mit Köppen" gemacht, sich als Team "Giraffe-OWL" angemeldet und für 1.300 Euro einen alten Volvo 850 TDI gekauft, der sie demnächst durch Afrika bringen soll. Der Diesel ist 15 Jahre alt, hat 140 PS und ist bereits 380.000 Kilometer gelaufen.

Dass er auch noch die nächsten 7.000 Kilometer bis Banjul, die Hauptstadt Gambias, mitmacht, daran hat Mühr nicht den geringsten Zweifel. Einen Ölwannenschutz und einen Dachgepäckträger hat er in seiner Firma eigens herstellen und montieren lassen - damit sieht er sich, sein Auto und seine Frau für das Abenteuer Afrika bestens gewappnet. Auf einem Vorbereitungstreffen in Dresden haben sie sich bereits vergewissern können, dass die anderen 26 Teams das Rennen ähnlich angehen.

Die Rallye Dresden-Dakar-Banjul versteht sich nicht als "Jagdrennen", bei dem es auf Geschwindigkeit ankommt. Die Teilnehmer können auf der knapp dreiwöchigen Reise durch sieben Länder landschaftliche und kulturelle Eindrücke speichern, von denen sie vermutlich ein Leben lang zehren können. Allein die Fahrt durch die Sahara nimmt mehrere Tage in Anspruch. "Ein Traum", finden Mühr und Bracht.

Die Streckenführung, so ist auf der Homepage des Veranstalters "Breitengrad e. V." zu lesen , sei zwar anspruchsvoll, aber doch so, dass sie von jedem guten Autofahrer, sofern er über ein Minimum an Abenteuerlust verfügt, bewältigt werden kann. Kriterien, die Mühr und Bracht definitiv erfüllen.

Alle Autos, die die Hauptstadt Gambias erreichen, werden dort für einen karitativen Zweck versteigert. Die Erlöse kommen verschiedenen gambischen Hilfsorganisationen sowie bedürftigen Schulen, Krankenhäusern und anderen Hilfsprojekten zugute. Mühr und Bracht wollen außerdem Schulhefte und Schreibmaterial mitnehmen und sie vor Ort verteilen.

Metall-Giraffe und Team-Maskottchen "Else" wird die lange Reise nach Afrika nicht mit antreten, sondern den heimischen Garten hüten. Ihr Geist wird die beiden Abenteurer aber sicherlich begleiten.

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