Herford Inge Höger im Visier der Freunde Israels

Broder: Sie lebt antijüdische Ressentiments aus

Herford (hab). Der Journalist Henryk M. Broder hat eine neue Debatte um die Herforder Linkspartei-Bundestagsabgeordnete Inge Höger und ihr Verhältnis zu Juden und zum Staat Israel los getreten. In der "Welt" wirft Broder der 60-Jährigen vor, ihr Amt als Abgeordnete zu nutzen, um "ihr antijüdische Ressentiments auszuleben".

Jüngster Anlass ist die Teilnahme Högers an einer Palästina-Konferenz in Wuppertal, wo die Herforder Abgeordnete einen Schal getragen haben soll, auf dem demonstrativ Palästina in den Grenzen von 1947 abgebildet wurde - also vor Gründung des Staates Israels.

Bereits Ende April hatte Broder Höger an gleicher Stelle dafür attackiert, dass auf ihrer Homepage ein Artikel über die angebliche Ermordung zweier palästinensischer Friedenskämpfer durch Israelis zu finden war - der Text wurde entfernt, eine Sprecherin Högers sprach von einem Versehen.

Spätestens seit die Herforder Politikerin sich auf einem türkischen Schiff auf dem Weg nach Gaza von israelischen Militärs hatte festnehmen lassen, gerät ihr Verhältnis zum Staat Israel häufiger in die überregionalen Schlagzeilen.

Im letzten Jahr hatte sie allerdings auh scharfe Kritik an ihrer Mitstreiterin Erika Zemaitis geübt, die als Mitglied des Herforder Rates gegen einen Zuschuss von 40.000 Euro für den Bau der Herforder Synagoge gestimmt hatte. Höger hatte Zemaitis aufgefordert, sich dafür zu entschuldigen oder zurückzutreten.

Vor einigen Tagen hatte sie die Patenschaft für einen "Stolperstein" zur Erinnerung an eine von den Nazis ermordete Herforder Jüdin übernommen. Broders Kommentar dazu: "Die Patenschaft für den Stolperstein und das "antizionistische" Engagement sind zwei Seiten derselben Medaille. Frau Höger liebt tote Juden. Nur mit den lebenden hat sie ein Problem."

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