HERFORD Unter den Wolken

Herforder Mirko Fridrici ist Heißluftballon-Pilot / Erstes Team in OWL

VON CARMEN PFÖRTNER
Mirko Fridrici (links) und sein Co-Pilot Michael Freitag befestigen die Bänder, die Mirko an den Zielpunkten abwerfen muss, um beim Wettkampf Punkte zu sammeln. - © FOTO: PFÖRTNER
Mirko Fridrici (links) und sein Co-Pilot Michael Freitag befestigen die Bänder, die Mirko an den Zielpunkten abwerfen muss, um beim Wettkampf Punkte zu sammeln. | © FOTO: PFÖRTNER

Herford. Eine Ballonfahrt zum Geburtstag – seit einigen Jahren ein nicht mehr ganz ungewöhnliches Geschenk. Die wenigsten wissen aber, dass unter dem bunten Ballon auch Sport betrieben wird. Der Herforder Mirko Fridrici ist Heißluftballon-Pilot und einer der wenigen, die diesen luftigen Sport in OWL betreiben.

"Ballonfahrer gibt es viele hier in der Region", sagt Mirko Fridrici. Damit meint er nicht die Sportler, sondern die kommerziell betriebenen Vereine, die in ihrem großen Korb viele zahlende Kunden in die Lüfte hiefen. Mirko ist Heißluftballon-Pilot und startet nicht nur aus Leidenschaft in den Himmel, sondern nimmt an nationalen und internationalen Wettkämpfen teil. Als momentan 15. in der offiziellen Rangliste in Deutschland will er in den nächsten Jahren wieder unter die "Top 10" der Sportler aufsteigen – und damit auch die Chance erhalten, mit dem deutschen Nationalteam in große internationale Himmel abzuheben.

Doch da gibt es ein Problem: "Hier in OWL gibt es nur wenige Heißluftballon-Sportler", sagt Mirko. Sein momentanes Team besteht aus seinen Co-Piloten Michael Freitag und dem Rest seiner Familie. "Zum Glück finden meine Schwiegereltern auch Gefallen am Ballon-Sport", sagt Mirko lächelnd.

Höher, schneller, weiter? Bei Heißluftballon-Wettbewerben geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Präzision. "Es gibt verschiedene Aufgabentypen", erklärt der 34-jährige Pilot. Bei den meisten gehe es darum, ein vorgegebenes Ziel punktgenau anzusteuern. "Das hört sich einfacher an, als es ist. Schließlich lässt sich ein Ballon nur mit Wind lenken", so Mirko. Ein Heißluftballon kann bei gutem Wind bis 50 Kilometer pro Stunde schnell werden.

Zwar immer noch von Wind und Wetter abhängig, haben die wenigsten Ballon-Piloten heute noch eine Landkarte bei dich. "Wir haben GPS, Windrichtung und Koordinate im Laptop bei uns", erklärt der 34-Jährige. "Ich bin aber noch von der alten Schule und hab immer zusätzlich eine Karte dabei." Die Wettkampf-Überwachung macht die Digitalisierung zwar einfacher, das Bodenteam habe aber zunehmend weniger zu tun. "Dabei ist Ballonfahren aber definitiv ein Teamsport", betont Mirko mehrfach. Es gebe sogar viele, die das Assistieren am Boden viel lieber machen. Mit dem Auto den Ballon verfolgen, Windrichtung und Wetterbeschaffenheiten messen – das ist wie eine Schnitzeljagd für Erwachsene.

Information

In die Luft gehen

Das BallonSportTeam Herford von Mirko Fridrici und Michael Freitag freut sich über Interessenten, die mit ihnen in die Luft gehen wollen. "Gern würden wir uns auch als Verein anmelden", so Fridrici. Weitere Informationen zu Team und Anmeldung gibt es unter Tel.: (05221) 7613150 oder www.freiballon.info

Seinen Ballon hat der Herforder von der Brauerei Warsteiner gesponsort bekommen, "das ist ein alter Ballon der Nationalmannschaft", erzählt er. Für seinen etwas ungewöhnlichen Sport geht viel Geld drauf, eine komplett neue Ausrüstung mit allem Zubehör koste etwa 50.000 Euro, sagt der frische Familienvater.

Die Leidenschaft für den Ballon-Sport kommt nicht von ungefähr. Mirkos Vater ist selbst Heißluftballon-Pilot, seine erste Fahrt hat Mirko mit 11 Jahren erlebt. "Ich war schon immer fasziniert. Beim Ballonfahren unterwirft man sich der Natur", so Mirko. Im südlichen Nordrhein-Westfalen, im Oberbergischen Kreis, wo der 34-Jährige geboren ist, hat der Ballon-Sport eine weit größere Anhängerschaft. "Dort gibt es, im Gegensatz zum Herforder Umfeld, viele Ballon-Sport-Vereine."

Gemeinsam mit Michael Freitag hat der Herforder ein Ballon-Sport-Team gegründet. "Mit mehr Mitgliedern würden wir natürlich gern ein Verein werden", sagt Mirko. Im Frühjahr geht es wieder richtig los mit Vorbereitungen für die Hessischen Meisterschaften. Doch auch bei Kälte geht Mirko manchmal in den Ballon. "Die Thermik ist im Winter gut", erklärt er. Aber kalt ist es.

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