Aktuelle Baustelle: Hier an der Höckerstraße, mitten in der Innenstadt, standen drei Häuser, darunter das Wittekindkino. Sie werden derzeit abgerissen. Der erste Neubauplan des Investors stieß auf wenig Gegenliebe. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Aktuelle Baustelle: Hier an der Höckerstraße, mitten in der Innenstadt, standen drei Häuser, darunter das Wittekindkino. Sie werden derzeit abgerissen. Der erste Neubauplan des Investors stieß auf wenig Gegenliebe. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Stadt will mit Gestaltungssatzung Neubauten planen

Die Satzung soll rechtssicher festlegen, was in der Stadt baulich erlaubt ist und was nicht. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass einvernehmliche Lösungen nicht mit allen Investoren möglich sind

Corina Lass

Herford. Ende 2018 soll die Stadt eine Gestaltungssatzung für die Innenstadt haben. Mit dem Papier kann sie vor Gericht durchsetzen, dass bei einer Neubebauung von Grundstücken, vor allem in der Fußgängerzone, die Gestaltung hochwertig und an Nachbarbebauung, also die gewachsene Bebauung, angepasst ist. Im Haushaltsplan sind für Fach- und Rechtsberatung 40.000 Euro vorgesehen. Dass die Stadt überhaupt Geld für die Satzung ausgibt, geht auf einen Investor zurück, der zurzeit das frühere Wittekind-Kino und die Nachbargebäude, Höckerstraße 3, 5 und 7 abreißt und an gleicher Stelle neu baut. Mit seinen Pläne für das Geschäftshaus waren weder die Politiker noch der Beirat für Stadtbildpflege einverstanden gewesen. Der Lübbecker ließ jedoch nicht mit sich reden, und das Baurecht war auf seiner Seite. Letztlich konnten nur Nachbarn, von denen der Mann Rechte eingeräumt haben wollte, einen Neubau verhindern, der dann nach seiner Fertigstellung Herfords neuester Fremdkörper gewesen wäre. Vor allem die CDU hatte zuvor immer darauf hingewiesen, das die Stadt immer mit potenziellen Investoren habe reden können. Einvernehmlich war die Stadt zuvor auch immer zu einer Lösung gekommen. Grundlage für die neue Gestaltungssatzung wird die Gestaltungsleitlinie Innenstadt sein, die das Büro Drees & Huesmann Planer 2015 für die Stadt erstellt hat. Die Leitlinie gibt Empfehlungen für die bauliche Gestaltung von Gebäuden, Dächern, Fassaden, Werbeanlagen und Sondernutzungen. Die Stadt wendet sie bei der Beratung und Beurteilung von Bau- und Sanierungsvorhaben in der Innenstadt an, zudem bei der Vergabe von Fördermitteln aus dem Fassadenprogramm.Ende 2018 könnten die Politiker die Satzung beschließen Ein anderer Regelungsbereich betrifft die Möblierung von Außengastronomie oder andere Sondernutzungsflächen: Dafür ist eine Sondernutzungssatzung erforderlich. Vorhandene planungs-, bauordnungs- oder denkmalschutzrechtlichen Vorgaben gelten weiterhin. Ziel der neuen Satzung ist ein gewisser Respekt vor dem gewachsenen historischen Stadtbild und dessen behutsame Weiterentwicklung bei einer Neubebauung oder baulichen Umgestaltung. Das geht aus der Vorlage für den Bau- und Umweltausschuss hervor. Er tagt am Donnerstag, 23. November, ab 17 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses unter anderem auch zu diesem Thema. Der Zeitplan der Verwaltung sieht vor, den Vorentwurf der Gestaltungssatzung im Frühjahr 2018 in den politischen Gremien vorzustellen. Mitte 2018 will sie das Thema erörtern. Ende 2018 könnten die Politiker die Satzung beschließen.

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