Luftbild der JVA: Die jungen Insassen sollen resozialisiert und auf denrechten Weg gebracht werden. - © Stefan Boscher
Luftbild der JVA: Die jungen Insassen sollen resozialisiert und auf denrechten Weg gebracht werden. | © Stefan Boscher

Herford Geld veruntreut: Freiheits- und Geldstrafe für Ex-Mitarbeiterin der JVA Herford

Sie beugt sich der gerichtlichen Entscheidung auf ein Jahr Freiheitsstrafe wegen Betrugs und Untreue. Auch muss sie Geld zurückzahlen

Corina Lass

Herford. Eine frühere Angestellte der Herforder Jugendstrafanstalt (JVA) ist im Strafbefehlsverfahren wegen Betrugs und Veruntreuung von fast 30.000 Euro zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Das Schöffenbericht am Amtsgericht setzte die Strafe zur Bewährung aus. Zudem muss die Frau 14.400 Euro über die Landeskasse an die JVA zahlen. Die gerichtliche Entscheidung ist bereits rechtskräftig. Das teilte JVA-Leiter Friedrich Waldmann gestern mit. Für ihn ist die Strafe auch Genugtuung: Er hatte sich in diesem Jahr schon mehrfach mit der Frau vor dem Arbeitsgericht getroffen. Dort habe sie nach anfänglicher Einsicht den Eindruck zu erwecken versucht, dass sie – wenn da überhaupt was war – mit dem Verschwinden von Geld nichts zu tun gehabt habe, so JVA-Leiter Waldmann. Besonders schäbig fand er daran, dass sie damit andere versucht habe reinzuziehen. Zudem zeige die Strafe, dass die Frau kein Bagatelldelikt begangen habe. Keine Einigung im Gütetermin Grund für die arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung war ein Aufhebungsvertrag, den Waldmann mit der Mitarbeiterin kurz vor deren Renteneintritt Ende 2016 geschlossen hatte. Den Aufhebungsvertrag focht die Frau jedoch an. Ihr ging es um vier Monatsgehälter bis zum regulären Renteneintritt und einen Rentenbetrag von zehn Euro monatlich. Im Gütetermin im Februar vor dem Arbeitsgericht war mit der ehemaligen Angestellten, die zu diesem Zeitpunkt bereits 65 Jahre alt war und zuvor 31 Jahre in der JVA gearbeitet hatte, keine Einigung zu erzielen. Im August kam es dann zum Vergleich. Der entspreche nahezu exakt dem, was die JVA mit dem Aufhebungsvertrag beabsichtigt habe, erklärte Waldmann danach. Er lege nur fest, dass die Frau über den Termin der fristlosen Kündigung hinaus dadurch zwei Tage länger als beschäftigt gelte. Für den JVA-Leiter war schon die Anfechtung des Aufhebungsvertrages durch seine ehemalige Mitarbeiterin völlig unverständlich gewesen. Dass der Strafbefehl vom Schöffengericht erlassen worden sei, zeige ihm, dass die Frau im Fall eines Widerspruchs mit einer deutlich höheren Strafe hätte rechnen müssen.

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