Demoliert: Das Taxi am Herforder Bahnhof bleibt mit eingeschlagenen Scheiben zurück. - © Privat
Demoliert: Das Taxi am Herforder Bahnhof bleibt mit eingeschlagenen Scheiben zurück. | © Privat

Herford Hammer-Attacke auf Taxifahrer

Kriminalität: Kurde entkommt nur dank eines Kollegen den Angriffen zweier seiner Landsleute.
 Hintergrund könnte die Messerattacke am Marktkauf im März dieses Jahres sein

Corina Lass

Herford. Nur ganz knapp und offenbar ausschließlich dank der Hilfe eines Kollegen hat ein Herforder Taxifahrer den Donnerstagnachmittag überlebt. Einem Zeugen zufolge gingen zwei andere Taxifahrer mit Spitzhämmern auf ihn los. Schon zuvor war der Mann, der um die 50 Jahre alt sein soll, durch einen Schlag an den Kopf verletzt worden. Scheiben des Taxis gingen zu Bruch, die Karosserie weist tiefe Löcher auf. Der Hinweis auf eine Schlägerei am Bahnhof ging nach Polizeiangaben gegen 16.45 Uhr in der Polizeileitstelle ein. Demnach gerieten drei Taxifahrer in eine körperliche Auseinandersetzung, in deren Verlauf einer der Taxifahrer verletzt wurde. Die Polizei sei mit vier Streifenwagen am Ort gewesen, so einer der Polizeibeamten am Einsatzort. Deutlicher wurde der Zeuge, der nach eigenen Angaben die gesamte Auseinandersetzung verfolgt hatte. Demnach parkte einer der Taxifahrer, das spätere Opfer, seinen Wagen rückwärts auf einen Taxi-Stellplatz vor dem IKK-Gebäude am Bahnhof ein, als er durch das offene Fahrerfenster einen Schlag an den Kopf bekam. Der Mann habe stark geblutet, berichtete der Zeuge gegenüber nw.de. Mit Spitzhammer auf Taxifahrer losgegangen Danach sei der Täter am Bahnhof vorbei in Richtung Schnellimbiss gelaufen, wo sich sein Bruder befunden habe. Das blutende Opfer sei hinter ihm hergelaufen. Dann seien die Brüder, jeder mit einem Spitzhammer ausgerüstet, auf den verletzten Taxifahrer los gegangen. Nach Angaben des Zeugen sind sie völlig außer Kontrolle und nicht mehr zu stoppen gewesen. Er selbst sei dazwischen gegangen, habe den Verletzten immer wieder weggeschubst und dabei gerufen: „Weg hier, weg hier." Der Mann sei wegen seiner Kopfverletzung gar nicht mehr in der Lage gewesen, schnell genug zu reagieren. In einem Fall durchlöcherte einer der Hammer zwar das Taxiblech, traf aber nicht den Bauch des Mannes, der dort gerade noch gestanden habe. Schließlich habe er den Verletzten in ein Taxi gestoßen und dem Fahrer zugebrüllt: „Fahr los, bring ihn hier weg." Das habe der Fahrer auch getan. Mehrere Streifenwagen im Einsatz Dann habe er die Polizei gerufen, sagte der Zeuge. Anders als es sich gehört, habe er bei dem Anruf nicht einmal seinen Namen genannt. Wenige Augenblicke später seien vier, fünf Streifenwagen am Bahnhof gewesen. So weit er sich erinnerte, hätten die Beamten drei Männer in Handschellen gelegt. Die Hämmer hätten sie in der Umgebung gefunden, außerdem den Gummigriff eines Hammers in dem zerstörten Taxi. Der verletzte Taxifahrer habe sich ohne Krankenwagen in ein Krankenhaus begeben. Nach NW-Informationen sollen Angreifer und Opfer Kurden gewesen sein. Grund für die Auseinandersetzung war demnach die Messerattacke am Marktkauf im März dieses Jahres: Zwei Jugendliche waren dort aneinander geraten. Der Fall wird seit Mitte September vor dem Bielefelder Landgericht verhandelt. Seither gärt nach NW-Informationen der Streit zwischen den Familien der Jugendlichen weiter.

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