Ursache: Pöbeleien von Martin Wolf veranlassten den Stadtverband zum Rücktritt - © Corina Lass
Ursache: Pöbeleien von Martin Wolf veranlassten den Stadtverband zum Rücktritt | © Corina Lass

Herford Wegen Pöbeleien: SPD-Stadtverbandsvorstand tritt geschlossen zurück

Gremium empört über Verbleib des Ratsmitglieds in der Partei. In der Partei gibt es unterschiedliche Reaktionen

Thomas Hagen

Herford. In der Pöbel-Affäre um den sozialdemokratischen Ratsherrn Martin Wolf gibt es eine neue Eskalationsstufe: Der Herforder SPD-Stadtverbandsvorstand ist am Mittwochabend geschlossen zurückgetreten. Auslöser waren die Diskussionen um Ratsmitglied Martin Wolf, der öffentlich Bürgermeister Tim Kähler, Wahlhelferinnen aus Reihen der CDU sowie Jusos verbal angegangen war. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen soll Wolf dabei „nicht ganz nüchtern" gewesen sein. In einer Erklärung der zurückgetretenen Vorsitzenden heißt es: „Um ein deutliches Zeichen zu setzen und aus Protest wegen des sozial äußerst fragwürdigen Verhaltens des Ratsmitgliedes Martin Wolf ist der gesamte Vorstand des SPD-Stadtverbandes zurückgetreten. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst." Bürgermeister Kähler stützt die Entscheidung Fraktionschef Horst Heining zeigte sich überrascht: „Das kann ich nicht nachvollziehen. Allerdings kann ich derzeit die Hintergründe des Rücktritts nicht beurteilen." Ratsmitglied Andreas Rödel gab sich diplomatisch: „Ich möchte das nicht kommentieren. Eines ist für mich klar: Es gibt Satzungen und Statuten, die müssen für alle gültig sein und geachtet werden." Bürgermeister Tim Kähler wiederum stützt die Entscheidung des Stadtverbandes: „Mit dieser Entscheidung setzt die SPD ein klares Signal, dass wir als moderne Partei auf solches Fehlverhalten reagieren." Die Bürger könnten aus diesem Vorgehen erkennen, dass die SPD nun Kraft sammle, um sich für Zukunft aufzustellen. „Das ist ein starkes Signal auch gegenüber mir in meiner Funktion als Bürgermeister." Kreisvorstand übernimmt kommissarisch Innerhalb von drei Monaten soll es Neuwahlen geben, bis dahin wird die Arbeit kommissarisch vom Kreisvorstand und vom Kreisgeschäftsführer übernommen. Die Mitglieder des Stadtverbandsvorstands wollten sich mit dem Verhalten von Wolf nicht identifizieren, der nicht zum ersten Mal negativ aufgefallen war. Zürückgetreten sind neben Thomas Besler, seine Stellvertreterinnen Julia Désirée Hillebrandt, Katharina Brand Parteck, die Kassierer Reinhard Kuntemeier und Wolfgang Tiekötter, die Schriftführer Jörg Depenbrock und Kadir Demirdag sowie die Beisitzer Thomas Bischoff, Alexander Frohloff, Vanessa Klug, Pascal Kuhfus, Dana Kuntemeier-Wolff, Jens Steinmann, Jens Wiebrock und Gabriele Gieselmann.

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