Nach schwierigen Jahren besser aufgestellt: Am Firmensitz der Ahlers AG in Elverdissen sorgen nun optimistische Prognosen und Ergebnisse für bessere Stimmung in der Führungsetage. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Nach schwierigen Jahren besser aufgestellt: Am Firmensitz der Ahlers AG in Elverdissen sorgen nun optimistische Prognosen und Ergebnisse für bessere Stimmung in der Führungsetage. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Umsätze: Modefirma Ahlers auf Kurs

Pioneer Authentic Jeans, die Premiummarken Baldessarini und Pierre Cardin trugen zur robusten Umsatzentwicklung bei. Umsatz- und Ergebniserwartung für das Gesamtjahr 2016/17 bestätigt

Herford. Der heimische Bekleidungshersteller Ahlers vermeldet "einen positiven Trend in rückläufigem Markt". So ist nach den Berichten der Branchenzeitschrift Textilwirtschaft der Umsatz des stationären Bekleidungseinzelhandels in Deutschland von Dezember 2016 bis August 2017 mit 3,0 Prozent spürbar zurück gegangen. Im Vorjahr waren es nur 1,7 Prozent minus. Der Umsatz von Ahlers im fortgeführten Geschäft war dagegen im identischen Zeitraum mit 179,4 Millionen Euro (Vorjahr 179,4 Millionen) stabil. Ohne die Einflüsse verspäteter Auslieferung und weiterer Faktoren, wäre das fortgeführte Geschäft nach Einschätzung des Unternehmens dem Trend des ersten Halbjahrs folgend weiter gewachsen und hätte sich so noch weiter vom Markttrend abgehoben. Vor allem Pioneer Authentic Jeans sowie die Premiummarken Baldessarini und Pierre Cardin trugen zur robusten Umsatzentwicklung bei. Nach dem Neudesign der Online Shops und dem Wechsel des Dienstleisters im Herbst des Vorjahres nehmen die Umsätze nach der Anlaufphase im ersten Halbjahr zunehmend Fahrt auf. Nachdem die Umsätze im ersten Quartal 2016/17 noch stabil waren, legten sie im Folgequartal schon mit 13 Prozent und nun im dritten Quartal mit 24 Prozent zu. Aufgelaufen wuchs das eCommerce-Geschäft damit in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016/17 um 11 Prozent. Vorstandsvorsitzende Stella Ahlers kommentiert die Entwicklungen dieses Zeitraums: "Der stationäre deutsche Bekleidungseinzelhandel sieht sich seit einigen Jahren mit Frequenzrückgängen konfrontiert. Wir haben uns in diesem Umfeld auf die sich ändernden Anforderungen des Handels eingestellt." So arbeite man eng mit den Einzelhandelskunden zusammen und wachse mit den Marken Pierre Cardin, Pioneer und Baldessarini. Im eCommerce habe man nach dem Neudesign der Online Shops von Baldessarini und Pierre Cardin und dem Wechsel des Dienstleisters im vorigen Jahr wieder Wachstumstempo aufgenommen. Durch Aufgabe des Gin Tonic- und Private Label-Geschäfts im Vorjahr lagen die Gesamtumsätze mit 179,7 Millionen Euro 2,6 Prozent unter dem Vorjahreswert von 184,5 Millionen Euro. Aufgrund des Wegfalls von margenschwachem Geschäft sowie niedrigerer Rabatte stieg die Rohertragsmarge um 0,8 Prozentpunkte von 50,8 Prozent auf 51,6 Prozent. Das glich den Einfluss der niedrigeren Umsätze auf den Rohertrag aber nur teilweise aus. Vor allem durch die Umsatzeinflüsse auf den Rohertrag ging das Ergebnis um 12,8 Prozent auf 10,9 Millionen Euro (Vorjahr 12,5 Millionen) und das Ergebnis nach Steuern um 19,6 Prozent auf 4,1 Millionen (Vorjahr 5,1 Millionen) zurück. Zum Berichtsstichtag lag die Eigenkapitalquote mit 53,9 Prozent auf hohem Niveau und leicht unter dem Vorjahreswert von 55,5 Prozent. Ursache für den moderaten Rückgang war das ergebnisbedingt leicht niedrigere Eigenkapital. Andererseits lag die Bilanzsumme durch Investitionen in das neue ERP-System (Enterprise Ressource Planning) und gestiegener Vorräte 2,1 Millonen Euro über der des Vorjahresstichtags (31. August 193,5 Millionen, Vorjahr 191,4 Millionen). Der Vorstand bestätigt die im Geschäftsbericht des Vorjahres veröffentlichte Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2016/17. Für das vierte Quartal 2017 rechnet der Vorstand mit steigenden Umsätzen, weil sich die Umsätze mit Herbst-/Winterware vom dritten in das vierte Quartal verschoben haben. Im Folgemonat September war bereits die Hälfte der verschobenen Umsätze aufgeholt. Der Vorstand geht davon aus, dass dadurch die bestehenden Marken im Gesamtjahr 2016/17 um etwa 2 Prozent wachsen. Damit soll das Umsatzminus der beendeten Aktivitäten weitgehend ausgeglichen und für das Geschäftsjahr 2016/17 ein etwa stabiler Gesamtumsatz (Vorjahr 237,8 Millionen Euro) erreicht werden. In Erwartung einer leicht wachsenden Rohertragsmarge, betrieblicher Aufwendungen auf Vorjahresniveau und sinkender Sonderaufwendungen soll das Konzernergebnis moderat steigen. Im Vorjahr waren das 2,5 Millionen Euro.

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