Ím Rohbau: Die Schüler der drei Integrationsklassen mit Simone Adams-Weggen (im Ringelshirt) und Designer Oliver Schübbe (r.) in der Kuppel, die mit Stoff behängt zum "Kukon" werden soll. - © Ralf Bittner
Ím Rohbau: Die Schüler der drei Integrationsklassen mit Simone Adams-Weggen (im Ringelshirt) und Designer Oliver Schübbe (r.) in der Kuppel, die mit Stoff behängt zum "Kukon" werden soll. | © Ralf Bittner

Herford Anna-Siemsen-Schüler bauen einen „Kokon“ für das Foyer

Ralf Bittner

Herford. Teile alter Lattenroste, Stoffe, die das geodätische Gestell zum Teil abdecken, und alte, glitzernde CDs als blinkende Hingucker sind die Materialien aus denen die Schüler dreier Integrationsklassen am Anna-Siemsen-Berufskolleg (ASB) einen "Kokon" im Schulfoyer errichten. Das von Recycling- und Upcycling-Designer Oliver Schübbe konzipierte Werk erinnert von der Form an einen Iglu oder eine Schwitzhütte und ist wie Vieles, das Schübbe entwirft, aus Material gebaut, das eigentlich auf dem Müll gelandet wäre. Mit dabei sind 14 Schüler mit unterschiedlichen Sprachfähigkeiten. "Sie kommen aus Syrien, Irak, Afghanistan, Sri Lanka, Ägypten oder Burkina Faso", sagt Pädagogin Simone Adams-Weggen, Lehrerin am ASB. In den Integrationsklassen werden dort nicht nur junge Geflüchtete unterrichtet, sondern auch Zuwanderer ohne Fluchtgeschichte, etwa aus den EU-Ländern Polen oder Italien. "Kunst Dialog" heißt das Projekt, das durch vom Verein Kulturanker beantragte Mittel des Bundesprogramms "Demokratie leben!" möglich wurde. "Der Projektname hat mehrere Bedeutungen", sagt die Pädagogin. Einerseits gehe es natürlich um das gemeinsame Tun während der zwölf Unterrichtsstunden, die für das Projekt veranschlagt sind. Ebenso wichtig sei aber der "Kukon", der mit Sitzmöbeln ausgestattet, zu einem heimeligen Raum als Treffpunkt im Foyer werden und zum Verweilen, Betrachten und zum Dialog einladen soll. Jian und Mohammad sind aus Syrien nach Deutschland gekommen und beide seit zwei Jahren Deutschland. Jian lebt in Vlotho und hat dort Deutsch-Grundkenntnisse erworben und ist seit Schuljahresbeginn am ASB, wo sie ebenso wir Mohammad und die anderen Schüler der Integrationsklassen ihre Sprachkenntnisse vertieft. Beide freuen sich über die Abwechslung, die das Projekt bietet. Wenn es nach Adams-Weggen geht, soll der Kukon zum geschützten Ort des Austausches für Menschen mit Fluchtgeschichte und zum Ort des Dialogs zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationsgeschichte werden.

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