Herford Ehrliche Finderin übergibt 1.430 Euro an die Polizei

Fundsachen: Geldbörse lag auf dem Fahrradstreifen der Salzufler Straße. Lore W. nahm sie mit nach Hause und rief die Polizei an

Jobst Lüdeking

Herford. Herford scheint eine überaus ehrliche Stadt zu sein. Eine zehnjährige Schülerin findet 20 Euro und bringt sie sofort zu einer Streifenwagenbesatzung. Ein 42-Jähriger aus Syrien findet 1.050 Euro und bringt sie zu Polizei. Nun gibt es noch einen dritten Fall. Den der Finderin Lore W. (83), die auf dem Radstreifen der Salzufler Straße ein Portemonnaie mit mehr als 1.400 Euro entdeckte. "Ich war mit dem Rad auf dem Nachhauseweg von einem Treffen mit Freunden. Kurz vor der Autobahn habe ich dann die Geldbörse auf dem Boden liegen sehen", berichtet die Herforderin über den Fundtag Anfang Oktober. Mehrere Scheine seien erkennbar gewesen und auch Karten. Sie nahm das Portemonnaie mit nach Hause, rief die Polizei an. Die holte das Fundstück knapp 30 Minuten später ab. "Ich habe keine Sekunde daran gedacht, das Portemonnaie zu behalten", sagt sie. Auch habe sie nur oberflächlich in die Gelbörse geschaut, wisse nur, dass sie wohl einem Mann aus Polen gehört. Die Polizei schaute genauer nach: Sie fand 1.430 Euro, 145 polnische Zloty, einen Führerschein, einen Personalausweis und zwei Kreditkarten. Was die Polizei im Inneren findet Durch die beiliegenden Dokumente werde der Eigentümer sicherlich bald verständigt werden können, so zumindest die Hoffnung der Beamten der Kreispolizeibehörde, erklärt Polizeisprecher Steven Haydon. Einen Wunsch hat die 83-Jährige gegenüber der Polizei aber geäußert: sie möchte den Finderlohn - rund 52 Euro - erhalten. "Es ist natürlich nicht klar, ob ich ihn aus Osteuropa erhalte. Aber wenn nicht, ist das auch nicht schlimm", sagt die dreifache Großmutter. Für den Fall, dass sie die 52 Euro doch erhält, hat sie bereits Pläne. "Den Finderlohn werden wir sinnlos verprassen", habe sie angekündigt - mit Kaffee und Kuchen und Freunden. Bereits in ihrer Jugend hatte Lore W. Glück. "Als junges Mädchen habe ich eine Armbanduhr gefunden und abgegeben." Der Besitzer habe sich damals aber nicht gemeldet und nach mehreren Monaten habe sie die Uhr erhalten und noch über Jahre getragen. Auf die Feststellung., dass sie die bereits dritte ehrliche Finderin in Herford ist, erwidert Lore W.: "Herford ist halt eine ehrliche Stadt."

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