Über eine gelungene Feierstunde freuen sich: Colette Pöppel (stellvertretende Kreisvorsitzende), Katharina Hartwig (Vize- Kreisvorsitzende), Pfarrer Matthias Storck, Tim Ostermann (Ex-Bundestagsabgeordneter) und Ralph Brinkhaus (Bezirksvorsitzender/MdB, v. l.). - © Alexander Jenniches
Über eine gelungene Feierstunde freuen sich: Colette Pöppel (stellvertretende Kreisvorsitzende), Katharina Hartwig (Vize- Kreisvorsitzende), Pfarrer Matthias Storck, Tim Ostermann (Ex-Bundestagsabgeordneter) und Ralph Brinkhaus (Bezirksvorsitzender/MdB, v. l.). | © Alexander Jenniches

Kreis Herford CDU-Feierstunde: Tim Ostermann will den Schwung des Wahlkampfs weiter nutzen

Pfarrer Matthias Storck verbindet als Festredner Glaube mit Politik

Alexander Jenniches

Kreis Herford. Es war das erste Mal, dass der CDU-Kreisverbandsvorsitzende Tim Ostermann vor ein größeres Publikum in Herford trat, nachdem er sein Bundestagsmandat verloren hatte. Dem Beifall nach zu urteilen müsste er nach wie vor im Parlament sitzen. Die Gäste im voll besetzten kleinen Saal des Schützenhofs honorierten Ostermanns Arbeit der vergangenen vier Jahr mit viel Applaus und hätten ihn wohl gern erneut in Berlin gesehen. Ostermann sagte der Versammlung: "Sie sehen, dass ich den Kopf wieder über Wasser habe. Der Wahlkampf hier bei uns war von einem ungeheuerlichen Schwung geprägt, und wir sollten ihn bis zu den Kommunalwahlen in drei Jahren weiterführen." Zu seiner beruflichen Zukunft erklärte Ostermann, dass er der Politik auf jeden Fall erhalten bleiben wird. In welcher Form, das werde sich in den kommenden Wochen und Monaten entscheiden. Traditionell lädt die CDU zum Tag der Deutschen Einheit einen Gastredner in den Schützenhof ein. Ostermann kündigte ihn so an: "Er ist wohl der Redner zur Deutschen Einheit mit dem kürzesten Anfahrtsweg." Gemeint war Pfarrer Matthias Storck. Er wohnt tatsächlich nur wenige Gehminuten entfernt im Pfarrhaus gegenüber der Marienkirche auf dem Stiftberg. Storck erzählte aus seinem Leben in der ehemaligen DDR. Dabei ermahnte er die CDU und seine Zuhörerschaft, das "C" im Namen der Christdemokraten ernst zu nehmen. Er sagte: "Es kommt nicht nur darauf an, dass wir eine Demokratie haben, sondern dass wir jeder für sich Demokraten sind. Es kommt nicht darauf an, dass wir eine christliche Partei haben, sondern dass wir jeder für sich Christen sind - und das auch zeigen!" Damit traf er offensichtlich den Nerv der Publikums. Denn die Zuhörer klatschten laut und anhaltend. In einem historischen Abriss machte Storck darauf aufmerksam, welchen Einfluss Glaube und Kirche während und nach dem Fall der Berliner Mauer hatten auf die politische Entwicklungen in Europa und in Deutschland. Alles begann in Polen mit dem friedlichen Aufstand der Danziger Werftarbeiter in den 1980er Jahren. Sie bekamen große Unterstützung von der katholischen Kirche, insbesondere vom Bischof von Krakau, Karol Wojtyla, dem späteren Papst Johannes Paul II. Nach der Wende zog mit Angela Merkel eine Pfarrerstochter ins Bundeskanzleramt, und mit Joachim Gauck wurde ein Pastor Bundespräsident. Mit seinem Kommentar dazu sorgte Pfarrer Storck für reichlich Heiterkeit im Saal. Storck: "Na was soll sich der liebe Gott denn bitteschön noch einfallen lassen, um uns zu sagen, dass er mitregieren möchte." Storck verwob Glaube und Bibelzitate mit der politischen Entwicklung vor und nach dem Mauerfall. Er erinnerte an ein Wort des ehemaligen Präsidenten der Tschechischen Republik, Vaclav Havel. Der saß unter kommunistischer Herrschaft gemeinsam mit dem heutigen Erzbischof von Prag, Dominik Duka, im Gefängnis und sagte dem damals verängstigten Geistlichen: "Das Ende der Angst ist der Anfang der Freiheit." Und damit, so Storck, habe Havel besser als viele andere die Bibel zitiert. Denn an wichtigen Stellen in der Bibel stehe stets: Fürchtet Euch nicht! Daraus könne man eine Lehre ziehen, sagte Marienpfarrer Matthias Storck: "Denn überall, wo sie schauen, ist erst einmal das Ende der Angst - und dann ereignet sich Geschichte."

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