Herford Sanierung des Jahnstadions zieht sich weiter hin

Rat: Politik verlangt Gesamtkonzept, Stadtverwaltung verfolgt punktuelle Verbesserungen. Entscheidung vorerst bis zur nächsten Sitzung am 8. Dezember vertagt

Peter Steinert

Herford. Beim Thema Stadionsanierung kommen die politischen Gremien und die Stadtverwaltung auf keinen gemeinsamen Nenner. Oliver Galling (CDU) sah in den Vorschlägen der Verwaltung "punktuelle Maßnahmen, aber kein Konzept." Weil der Widerspruch von den anderen Fraktionen (Sozialdemokrat Horst-Walter Laege: "Die Vorlage ist unzureichend") ausblieb, wurde dieser Tagesordnungspunkt auf die nächste Ratssitzung am 8. Dezember vertagt. Unwahrscheinlich ist, dass die Verwaltung bis dahin von ihrer Linie abweicht. Beigeordneter Böhm: "Diese Vorlage kann ich Ihnen bis zur nächsten Sitzung nicht vorlegen." Die gleiche Forderung nach einem Konzept war schon in der jüngsten Sportausschusssitzung formuliert und nur bedingt erfüllt worden. Galling in der Ratssitzung: "Ich habe bis auf die letzten drei Sätze alles schon einmal gelesen." Verwaltung bleibt in ihrer Vorlage bei sechs kurzfristig zu realisierenden Maßnahmen Im Kern blieb die Verwaltungsvorlage bei sechs Maßnahmen zur kurzfristigen Sanierung. Konkret betraf das im kommenden Jahr das Stadiongebäude mit den maroden Tribünensitzen, das mitgenommene Haupt-Rasenspielfeld sowie den erneuerungsbedürftigen Wurfkäfig für Diskus und Speer. In den Folgejahren sollten neben dem Kunstrasen vom Dennewitz-Platz Stehstufen oder Sitzmöglichkeiten entstehen, im Stadiongebäude eine moderne Lautsprecheranlage installiert und am Hauptfeld ein dritter Leuchtstrahler für die Laufbahn montiert werden. Die Ratsvorlage dazu: "Aus Sicht des HSV und des SCH hat die Sanierung des Rasenhauptfelds erste Priorität, für die TGH die Erweiterung der Laufbahn, was technisch jedoch nicht möglich ist. An zweiter Stelle steht für den HSV eine Flutlichtanlage am Rasenhauptfeld, für den SCH die Erneuerung des Rasenplatzes an der Tribüne und für die TGH das neue Konzept für die Materiallagerung." Eine Auflistung der Kosten fehlt, weil die Planungen noch fehlen Erhard Stuckenholz mahnte (SPD): "Der Stadionbereich darf nicht vernachlässigt werden." Doch auch er bemängelte die Ratsvorlage: "Die Preisschilder fehlen." Peter Böhm reagierte: "Wir haben für einzelne Vorhaben noch keine Kosten, weil erst eine Planung erfolgen muss. Es gibt aber andere Posten, wie den Rasenplatz, da können wir genau sagen, was das kostet." Diese Erklärung führte ebenso zur Einigung, wie eine Mahnung von Andreas Rödel (SPD): "Seit vielen Jahren ist die Stadionsanierung notwendig. Diese Investition schieben wir vor uns her. Wenn wir nichts machen, erreichen wir einen Zustand des administrativen Vandalismus." Bürgermeister Tim Kähler bat die Fraktionen um Beratung und schlug die Vertagung bis zur nächsten Ratssitzung am 8. Dezember vor. Bis dahin solle eine Annäherung möglich sein. Kähler: "Hase und Igel sollten wir hier nicht miteinander spielen."

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