Projektstart: Schulleiter Ulf Kleine-Piening (l.) lud alle Beteiligten zur Info-Veranstaltung ins Friedrich-List-Berufskolleg. - © Foto: DENNIS Bleck||
Projektstart: Schulleiter Ulf Kleine-Piening (l.) lud alle Beteiligten zur Info-Veranstaltung ins Friedrich-List-Berufskolleg. | © Foto: DENNIS Bleck||

Herford Talentscouts an Schulen sollen für mehr Gerechtigkeit sorgen

Scoutprogramm: Das Friedrich-List-Berufskolleg startet mit einem besonderen Förderprogramm. Ziel ist es, die Chancengleichheit im Schulsystem zu forcieren

Dennis Bleck

Herford. In kaum einem anderen Land entscheidet die Herkunft so stark mit über die berufliche Zukunft von Schülern wie in Deutschland. Oft bestimmen familiäre Hintergründe den Bildungsweg und nicht das Talent - das wollen sogenannte Scouts nun ändern. Bis 2020 stellt das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung, um Chancengleichheit in der Bildung sicherzustellen. Talentscouts sollen an Gymnasien, Gesamtschulen und an Berufskollegs vor allem die Schüler fördern, die aus nichtakademischen Familien stammen und dessen finanzielle Rahmenbedingungen eher bescheiden sind. In Herford nimmt unter anderem das Friedrich-List-Berufskolleg (FLB) an dem Programm teil. "Das Talentscouting passt perfekt in das bereits vorhandene Konzept unserer Schule", sagt Schulleiter Ulf Kleine-Piening. Der Arbeitsaufwand sei zudem überschaubar und die Finanzierung gesichert. 50 Schulen in OWL beteiligt In ganz Ostwestfalen-Lippe sind 50 Schulen an dem Projekt beteiligt. Acht Scouts sind im Einsatz. Im Vordergrund des Scoutings steht individuelle Förderung der Schüler. Es findet eine individuelle Beratung statt. Die Scouts begleiten die Schüler vom Abitur über die Berufsausbildung oder das Studium bis zum Job. "Wir sehen uns dabei allerdings nicht als Studien- oder Ausbildungsberater", hebt OWL-Projektkoordinatorin Lisa Mellies hervor. "Wir sind Reiseführer und Türöffner", erklärt sie stattdessen. Einmal im Monat kommen die Scouts für ein persönliches Beratungsgespräch in die Schulen. Für den Kreis Herford und für das FLB übernimmt Spiridula Milioni diese Aufgabe. »Wir arbeiten eng mit den Lehrern zusammen« "Wir arbeiten eng mit den Lehrern zusammen. Diese schlagen uns die Schüler vor, die wir in unser Förderprogramm aufnehmen", sagt Milioni. Neben der persönlichen Sprechstunde in der Schule besteht zudem die Möglichkeit, die Scouts telefonisch zu erreichen. "Eigentlich zu jeder Zeit. Egal, ob über Anruf oder Kurznachricht", sagt Spiridula Milioni. Umgesetzt wird das Projekt Talentscouting OWL innerhalb des Hochschulverbundes Campus OWL. Im Projekt wirken die Universitäten Bielefeld und Paderborn, die Fachhochschule Bielefeld sowie die Hochschule OWL mit. Landesweit beteiligen sich 17 Hochschulen. Die Idee ist bereits 2011 an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entstanden. Derzeit werden in ganz Nordrhein-Westfalen mehr als 3.700 Schüler an mehr als 150 Schulen betreut.

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