Sortieren: Minh-Tan Nguyen ist seit drei Jahren für die Verbundzustellung in Eilshausen zuständig. Jeden Morgen muss er zuerst die Briefe für die rund 600 Haushalte den entsprechenden Fächern zuordnen. - © Anastasia von Fugler
Sortieren: Minh-Tan Nguyen ist seit drei Jahren für die Verbundzustellung in Eilshausen zuständig. Jeden Morgen muss er zuerst die Briefe für die rund 600 Haushalte den entsprechenden Fächern zuordnen. | © Anastasia von Fugler

Eilshausen/Herford Mit dem Postboten durch Hiddenhausen

Briefe und Pakete: Bei Wind und Wetter verteilt Postbote Minh-Tan Nguyen die Sendungen an 600 Adressaten. Nebenbei koordiniert er als Teamleiter alle 14 Zustellbezirke in Hiddenhausen

Anastasia von Fugler

Eilshausen/Herford. Er ist leise unterwegs: Minh-Tan Nguyen tritt auf das Pedal seinen Streetscooters. Das Elektromobil nimmt Fahrt auf bei seiner täglichen Tour durch den Bezirk elf in Eilshausen. Der Verbundzusteller ist seit drei Jahren für die etwa 30 Straßen rund um den "Schlatt" zuständig und kann sich nicht beschweren: "Die Hiddenhauser sind sehr nett zu mir. Sie freuen sich immer, wenn sie mich sehen." Eine kalte Limonade an heißen Tagen oder einen warmen Tee im Winter - Postbote Minh-Tan Nguyen wird dabei, wie er sagt, gut umsorgt. Doch er muss die Einladungen während seiner Schicht meist ausschlagen. Der Tag des Familienvaters ist stark durchgetaktet. 7 Uhr: Briefe sortieren. Täglich kommen bis zu drei Wagenladungen an Briefen ins Briefzentrum nach Herford. Für die etwa 600 Haushalte strukturiert Nguyen seinen Arbeitsplatz so, dass er bei seiner Tour nicht lange suchen muss. Jede Hausnummer hat ihr Fach. Ist er mit dem Ordnen fertig, kommen die Briefe und Zeitschriften in die gelben Boxen und die wiederum aufeinandergereiht auf das Gestell neben dem Fahrersitz. Nebenbei schreibt er als Teamleiter noch schnell die Liste für die Personalbesetzung der Woche. 14 Bezirke gilt es zu besetzen Insgesamt 14 Bezirke gilt es in Hiddenhausen zu besetzen. Alle erfolgen in der Verbundzustellung - das heißt Briefe und Pakete werden zusammen ausgeliefert. Lediglich in der Herforder Innenstadt sind noch drei Briefzusteller auf Fahrrädern unterwegs. 8 Uhr: Pakete scannen. Bis zu 70 Pakete muss der 45-Jährige scannen und in seinen Streetscooter verladen. "Während die Briefsendungen rückläufig sind, werden die Pakete immer mehr. Besonders beliebt sind Hundefutter und Katzenstreu", sagt der Verbundzusteller, der die Pakete der Reihenfolge nach in den gelben Elektrotransporter einlädt. Seit etwa fünf Jahren tauscht die Deutsche Post ihre mit Diesel betriebenen Bullis und Caddys gegen die elektronisch laufenden Fahrzeuge mit dem Namen Work L aus. Einer der vielen Vorteile ist, dass diese Streetscooter einen rutschfesten Boden haben. Die Pakete fallen nicht ständig um und kommen heile beim Empfänger an. In ganz OWL sind bereits 50 Scooter unterwegs. 9 Uhr: Start der Tour. Erste Station Wasserfuhr. Nguyen hat Glück. Noch regnet es nicht, aber die ersten dunklen Wolken sind zu sehen. Fünf Stunden muss er täglich bei Wind und Wetter draußen verbringen. Pausen macht er eigenständig. Feierabend hat er erst, wenn alle Briefe und Pakete bei ihrem Empfänger angekommen sind. "Heute bin ich bestimmt so gegen 16.15 Uhr zu Hause", sagt der Mann mit dem gelb-blauen Cappy. Donnerstags und freitags kann es schon mal länger dauern. "An den Tagen gehen besonders viele Pakete und Briefe durch", so der 45-Jährige. Dafür ist montags weniger Betrieb. "Die Leute fragen sich immer, warum an einem Montag kaum ein Postauto zu sehen ist - Weil am Samstag kaum jemand Post verschickt", sagt Nguyen. Dackel empfängt ihn freudig Auf bissige Hunde braucht er nicht zu achten. Nur ein Dackel empfängt ihn täglich freudig bellend an der Haustür. Wegen jährlicher 1.800 Hundebissen schult die Post ihre Angestellten mit Hundetraining. Gerne erinnert sich Minh-Tan Nguyen an die Anfangszeit in Hiddenhausen zurück: "Als ich noch neu war, sprach mich eine ältere Dame aus Österreich auf Englisch an", sagt der gebürtige Vietnamese, der bereits seit 21 Jahren als Zusteller für die deutsche Post arbeitet. Aber mittlerweile kennt ihn jeder. So wie Karl-Heinz Bartling, der öfter ein Paket bekommt.

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