Mitmachen!: Maja Bernard und Tanzpartner erklärten Neugierigen im Elsbach Haus die ersten Schritte des Lindy Hop. Fotos: Ralf Bittner - © Ralf Bittner
Mitmachen!: Maja Bernard und Tanzpartner erklärten Neugierigen im Elsbach Haus die ersten Schritte des Lindy Hop. Fotos: Ralf Bittner | © Ralf Bittner

Herford 11. Kulturnacht präsentiert lebendiges Kulturleben

Premieren für einen neuen Chor. Die Herforder Autorengruppe und das Rathaus als Veranstaltungsort ermöglichen neue Eindrücke

Ralf Bittner

Herford. „Es sind immer einige Leute da", sagte Natalia Becker, eine der Künstlerinnen, die im VHS-Gebäude während der 11. Kulturnacht ihre Arbeiten zeigten. „Hier kommen natürlich weniger Leute vorbei als zu den Zeiten, als wir die Markthalle nutzen konnten, aber dafür sind die Gespräche intensiver", sagte Hans Joachim Schrauwen vom Kulturanker, dem Ausrichter der Kulturnacht. Überhaupt herrschte im Innenstadtbereich um Münster, VHS und Stadtbibliothek mehr Leben als im vergangenen Jahr, was vielleicht daran lag, dass erstmals auch das Rathaus selbst als Auftrittsort genutzt werden konnte. „Con Anima", der Chor der Kirchengemeinde Herford-Mitte, nutzte den Ort für seinen Auftritt, ebenso wie die Solisten des Chors „Vox Jobalis", der zuvor mit internationalen Liedern wie der Urfassung von „El Condor Pasa" oder einem vierstimmigen Satz nach Israel Kamakawiwo’oles „Somewhere over the Rainbow" zu gefallen wusste. Der Chor besteht zwar schon seit 2008, tritt aber erst seit Kurzem auf, eine echte Premiere bei der Kulturnacht. Das galt auch für die „Herforder AutorInnengruppe", die sich über rund 40 konzentrierte Zuhörer in der Bücherei freuen konnte. Sechs der sieben Mitglieder lasen Texte zum Thema Entscheidungen. Artur Rosenstern las einen Text über die Entscheidung, ein Land zu verlassen und sich auf Chancen und Risiko des Fremdseins einzulassen, Christine Zeides hatte einen „lyrischen Entscheidungsratgeber" dabei, passend am Vorabend der Wahl. Obwohl der Kreis noch jung ist, hat er mit „Das kursiv gedachte Ich" gerade eine erste Anthologie vorgelegt. Zweiter Hotspot war das Marta-Viertel Zweiter Hotspot der Kulturnacht war das Marta-Viertel mit Marta, Musikschule und Elsbach Haus, wo nicht nur die Eröffnung stattfand, sondern auch das von der Tanzschule Roemkens organisierte Tanzfestival bis in den späten Abend mit Vorführungen, Tanzrunden und Workshops viele Besucher anlockte. Am frühen Abend sorgten Kinder Hip Hop, Street Dance für Bewegung und Applaus, am späteren ließen sich Tanzbegeisterte unter Anleitung von Maja Bernard darauf ein, erste Versuche im Swingtanz Lindy-Hop zu wagen. Im Marta gegenüber ging’s bei der Bandnacht mit „Wyne Garden", „Krabönte" und „Injuvik" deutlich elektronischer und experimenteller zu. Einen Konzertabend mit vielen Ensembles und dem Zupforchester als Gast präsentierte die Musikschule, darunter auch ein Kammerkonzert mit Valentin Dicken (Gitarre) und Marlene Mendler an der Mandoline. „Ich würde Mendler gern als Lehrende gewinnen, damit wir wieder Mandoline anbieten können", sagte Musikschulleiter Thomas Steingrube. Ob die Werbung so direkt funktioniert, ist vielleicht fraglich, aber die Kulturnacht insgesamt zeigte wieder einmal, dass Herfords Kulturleben vielfältige Angebote bereit hält.

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