Für die Zukunft: Die Studierenden der FHF sollen künftig sechs Gebäude auf dem Areal der einstigen Hammersmith-Kaserne nutzen. Für Erwerb, Sanierung und Umbau dieser Objekte sowie einer weiteren Immobilie auf dem Bildungscampus der Wentworth-Kaserne sollen 36,3 Millionen Euro investiert werden. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Für die Zukunft: Die Studierenden der FHF sollen künftig sechs Gebäude auf dem Areal der einstigen Hammersmith-Kaserne nutzen. Für Erwerb, Sanierung und Umbau dieser Objekte sowie einer weiteren Immobilie auf dem Bildungscampus der Wentworth-Kaserne sollen 36,3 Millionen Euro investiert werden. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Stadt will Kasernengelände für 36,3 Millionen kaufen

Stadtrat vor Nachtragshaushalt: Bildungscampus soll über die ehemalige Wentworth-Kaserne hinaus bis zur einstigen Hammersmith-Kaserne wachsen

Peter Steinert

Herford. Noch hat die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung nicht endgültig entschieden, ob sie am Kurs des Vorgängers im Finanzministerium festhält und die Fachhochschule für Finanzen (FHF) auf dem Herforder Bildungscampus mit zusätzlichen 340 Studierenden aufstockt. Schon jetzt aber will sich die Stadt für die Zukunft wappnen und weitere 36,3 Millionen Euro auf dem Stiftberg investieren. Der Hochschulstandort soll dafür über die Grenzen der früheren Wentworth-Kaserne hinaus bis zur ehemaligen Hammersmith-Kaserne erweitert werden. "Es gibt noch ein paar Finanzfragen zu klären. Für Herford ist das eine zukunftsträchtige Investition", sagte auf NW-Anfrage Tim Kähler. Der Bürgermeister wartet auf grünes Licht durch den Rat, der am 29. September einen Nachtragshaushalt verabschieden soll. Kähler muss aber auch noch auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) warten. Die veräußert die ehemaligen Gebäude und Liegenschaften der britischen Streitkräfte - das Preisschild für die Hammersmith-Kaserne fehlt allerdings noch. Bis zum 31. Oktober soll ein Mietvertrag zwischen der Stadt Herford und der Bima für diese Teilfläche abgeschlossen worden sein. »Bildungscampus soll nicht zum Schlafstandort werden« Vor knapp einem Jahr segnete der städtische Rat die Investitionen für die 1. Entwicklungsstufe auf dem Areal der Wentworth-Kaserne ab. Von 18 Millionen Euro war damals die Rede. Neun Monate später, Anfang September, öffnete die FHF auf dem Bildungscampus (die NW berichtete). Seitdem lernen und lehren 160 Studierende sowie 14 Dozentinnen und Dozenten auf dem Wentworth-Kasernengelände, wohnen hier oder an der Ulmenstraße und werden in dem zur Mensa umgebauten ehemaligen Offizierscasino versorgt. Für die 2. Entwicklungsstufe besteht nun ein Bedarf von 13 Lehrsälen und 323 Unterkünften. Letztere sollen nicht auf dem Gelände der Wentworth-Kaserne entstehen. "Das Wohnen auf dem Bildungscampus nimmt in diesem Fall einen besonders nachteiligen Raum für die Entwicklung des Bildungscampus ein. Der Bildungscampus wäre damit ein Schlafstandort", heißt es seitens der Verwaltung, die stattdessen einen Umbau von Bestandsgebäuden auf dem Gelände der Hammersmith-Kaserne priorisiert. In der Ratsvorlage heißt es dazu: "Die Gebäude waren bereits als Mannschafts- und Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Analog den Erfahrungen aus der Realisierung der ersten Entwicklungsstufe FHF auf der Wentworth-Kaserne ist dies terminlich planbar." Der Aspekt "Wohnen" auf dem Hammersmith-Areal entspreche ohnehin den städtebaulichen Zielen der Stadt und des Quartiersentwicklers Norbert Landshut. Der pflegt nach wie vor Ideen für einen Umbau der früheren Reitanlage zu Wohnungen. Weitere Wohneinheiten könnten anstelle von Fahrzeug-Hallen oder -Plätzen gebaut werden. Eine Entscheidung über die 2. Entwicklungsstufe auf dem Bildungscampus wird vom NRW-Finanzministerium bis zum 31. Oktober erwartet. Offenbar sind Vorgespräche zwischen Herford und Düsseldorf vielversprechend geführt worden, so dass sich - Vorbehaltlich der Zustimmung am 29. September - die Ratsmitglieder am 19. Oktober erneut zu einer Sondersitzung treffen, bei dem das 36,3 Millionen-Euro-Paket endgültig verabschiedet werden könnte.

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