Maisfeld ins Spenge: Die vorderen Pflanzen wurden an den Boden gedrückt. Viele Felder sind noch gravierender betroffen. FOTO: DIRK Höke - © Lajndwirtschaftskammer NRW
Maisfeld ins Spenge: Die vorderen Pflanzen wurden an den Boden gedrückt. Viele Felder sind noch gravierender betroffen. FOTO: DIRK Höke | © Lajndwirtschaftskammer NRW

Kreis Herford Extreme Sturm-Schäden beim Mais

Problem: Experten raten, die umgeknickten Pflanzen schnellstmöglich zu ernten

Kreis Herford (jwl). Sturmtief Sebastian hat auf vielen Maisfeldern im Kreis Herford und Bielefeld für massive Schäden gesorgt. Die teils mehr als 120 Stundenkilometer schnellen Böen haben große Areale der Pflanzen heruntergedrückt, und teils abgeknickt. "Die Schäden im Kreisgebiet sind eher punktuell und meist dort, wo die Böen in die Bestände gedrückt haben oder Windhosen waren", erklärt Dirk Höke, Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer in Herford. Viele Schäden lassen sich nicht sehen, weil sie mitten in den Feldern liegen, allenfalls aus der Luft sichtbar sind. Landesweit gehen die Kammerberater davon aus, dass 30 bis 40 Prozent der Maisfelder zwischen Niederrhein und Lippe betroffen sind. "Selbst Fachleute haben dieses Ausmaß an Schäden noch nicht erlebt", so Bernhard Rüb, Sprecher der Landwirtschaftkammer. In Herford und Bielefeld ist der Mais-Anteil auf den Feldern geringer als im Münsterland Die Ursachen für das Abknicken und In-die-Knie-gehen der Pflanzen wird durch mehrere Faktoren begünstigt: zum einen gibt es Sorten, die unterschiedlich standfest sind, darüber hinaus vergrößert ein höherer Kolbenansatz das Risiko. Schließlich spiele das Entwicklungsstadium eine Rolle: Pflanzen, die noch nicht in der Abreife sind, haben einen einen weichen Stängel und knicken deshalb leichter um, so Höke. In Herford und Bielefeld ist der Maisanteil auf den Feldern gegenüber dem Münsterland oder dem Niederrhein geringer: Im aktuellen Jahr 2017 stehen hier 3.372 Hektar Silomais - damit liegt sein Anteil an den Feldfrüchten - zu denen Weizen, Zuckerrüben, Raps, Gerste, Triticale, Hafer, Kartoffeln oder Bohnen gehören - bei 13 Prozent. Ähnlich sieht es in anderen Kreisen in OWL aus. Durch das Abknicken der Stängel sind die Leitungsbahnen für den Nährstofftransport unterbrochen, so dass die Stärkeeinlagerung und aktive Abreife gestoppt werden. Die Pflanzen welken nur noch und das feucht-kalte Wetter begünstigt dabei Fäulnisprozesse. Die wiederum können zu schlechten Futterqualitäten führen. Die Kammerexperten raten Landwirten, die Flächen schnellstmöglich zu ernten - vorausgesetzt, die durch den Dauerregen nassen Felder sind befahrbar. Es gibt zwar jetzt so genannte Mehrgefahrenversicherungen, die neben Hagel auch Sturm- und Starkregenschäden absichern, Die werden von vielen Landwirten bisher noch nicht abgeschlossen. Der Vereinigten Hagel, wurden bisher 8.000 geschädigte Hektar mit einer Versicherungssumme von 16. Millionen Euro gemeldet.

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